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Hallo zusammen! :)

Ich habe mich noch nie nach einem Spiel in einem Forum angemeldet, um darüber zu diskutieren, aber Enderal hat mich derart gefesselt, dass ich unbedingt mit jemandem darüber reden muss. Da keiner meiner Freunde das Spiel bisher gespielt hat (-.-) habe ich mich nun hier angemeldet um mich mit anderen auszutauschen.
Das ist mein erster Forumseintrag, sollte ich also irgendetwas falsch machen, weist mich bitte darauf hin. :D

Gut, zuerst möchte ich anmerken, dass ich weiß, dass es schon einige Threads zum Thema "alter Mann" gibt. Jedoch habe ich mir alle die ich gefunden habe, durchgelesen und bisher keine für mich zufriedenstellende Antwort gefunden. Und da die meisten dieser Threads auch schon ein paar Monate alt sind, wollte ich einen neuen eröffnen um meine Gedanken zu teilen. Vielleicht hat ja der eine oder andere von euch inzwischen auch neue Erkenntnisse gewonnen und möchte mit mir diskutieren. :) Falls es entgegen aller Erwartungen jemanden gibt, der das Spiel noch nicht durchgespielt hat - Es folgen ziemlich große Spoiler der Hauptstory.

Also, die Frage: Wer ist der alte Mann?

Die anscheinend verbreitetste Theorie ist ja, dass der alte Mann ein Prophet eines vergangenen Zyklus ist, der überlebt hat. In fast jedem Thread stieß ich auf diese Vermutung und zuerst teilte ich diese Meinung. Denn einiges würde passen: Er bezeichnet sich selbst als "Fleischloser Beobachter", hat eine Frau/Geliebte, die scheinbar nicht unsterblich ist und er scheint die Ambition zu haben, den Zyklus zu durchbrechen.

Nach einigem Nachdenken finde ich, dass diese Theorie jedoch weitere Fragen und Ungereimtheiten aufwirft und dass das nicht alles sein kann, was hinter dem alten Mann steckt...
Ich glaube, was mich am nachdenklichsten macht, ist die Tatsache, dass einer der Entwickler meinte, er hätte schon Angst gehabt, dass die Identität des alten Mannes aufgrund der Holzfiguren und des Briefes schon zu offensichtlich ist. Und bisher gab es auch noch keine Bestätigung dieser "Prophet"-Theorie, abgesehen von der Aussage, dass eine Person im deutschen Forum wohl schon relativ nah dran war. Für mich sind diese beiden Tatsachen Hinweis genug, dass der alte Mann mehr sein muss, als nur irgendein vergangener Prophet.

Dinge, die wir alle bereits wissen:

- der alte Mann heißt wohl Gajus
- Er ist laut Legende älter als der schwarze Wächter und der ist schon verdammt alt (hat mehrere Zyklen erlebt)
- Die Holzfiguren im Anwesen stellen die mit den schwarzen Steinen verwobenen Schicksale dar (Knochenrichter, Calia's Wiederbelebung, Ryneus Schicksal)
- Im Brief an einen Freund steht, dass er die Ereignisse in Nehrim zunächst vielversprechend fand, aber jetzt alles wieder den gewohnten Gang geht. Außerdem warnt er jemanden, nicht die selben Fehler zu machen wie er selbst ("Stolz war mein Fall")
- Arantheal sagte, dass selbst die Lichtgeborenen immer dazu aufriefen, den alten Mann unbehelligt zu lassen
- Der schwarze Wächter sagte, wir seien der erste Prophet, der erkannt hat, dass er eine Projektion ist und alle anderen hätten sich mit der Läuterung aufgelöst. Der alte Mann weiß aber offenbar auch, was er ist und hat offensichtlich alle Läuterungen bisher überlebt.
- Die Frau im Wasser sagt, sie glaube weiter an den Traum. Welcher Traum? Die Menschheit dazu zu bringen, den Zyklus zu durchbrechen? Scheint ja das naheliegendste zu sein, habe ich auch sehr oft gelesen. Aber naja...

Einige Gedanken, die ich hatte:

- Wenn er ein vergangener Prophet ist, wieso warnt er die Menschen nicht? Vielleicht hat dies in der Vergangenheit nicht funktioniert, er sagt auch so etwas wie "Man kann einen Menschen nicht zur Erkenntnis zwingen". Aber macht diese Tatsache nicht beide Enden des Spiels ziemlich sinnlos? Wenn der alte Mann darin gescheitert ist, die Menschheit vor dem Zyklus zu warnen, warum sollte unser Charakter es dann nach seiner Flucht in die Sternenstadt schaffen, bzw Jespar/Calia nach unserer Opferung?
- Wieso kann er sein Anwesen einfach verschwinden lassen? Und wohin?
- Wenn er ein "gewöhnlicher" Prophet war, wie hat er die Läuterung überlebt? Ich habe oft gelesen, dass er mit seiner Geliebten in die Sternenstadt geflohen ist. Jedoch ist der alte Mann den Legenden nach älter als der Schwarze Wächter und letzterer sagte, dass die Sternlinge weit nach ihm kamen. Dementsprechend sollte es die Sternenstadt zur Zeit des alten Mannes noch nicht gegeben haben... Oder?
- Die Holzfiguren neben den dreien, die die besonderen Schicksale darstellen sind fast alle mit "Brennen" beschriftet. Die Figur ohne Beine heißt "Ernte". Die beiden klingen für mich noch logisch, denn die Läuterung ist nun mal mit einer Ernte für die Hohen gleichzusetzen ("Nichts ist schöner, als eine Ernte die sich wehrt") und die Menschen verbrennen sozusagen von innen. Eine der Figuren hieß aber auch "Reichen". Darauf konnte ich mir nicht wirklich einen Reim machen...
- Laut der Legende tötet der alte Mann Leute, die zu ihm kommen normalerweise ("Und klopfst du an die Tür dann sag Leb Wohl zu dieser Welt. Denn keiner der hinein ging trat jemals mehr heraus aus des alten Mannes Haus") und Arantheal war auch überrascht, dass er uns am Leben ließ... Wieso sollte ein vergangener Prophet irgendwelche Leute umbringen? Mir kam auch schon der Gedanke, dass die Leute die zu ihm gehen normalerweise vielleicht verschwinden, weil sie selbst zu den Holzpuppen werden... Ich wüsste noch nicht, welchen Sinn das hätte, aber ich wollte es trotzdem mal aufschreiben :D Oder aber es ist nur die Legende und es stimmt eigentlich nicht, dass der alte Mann Leute tötet.
- Jespar sagt einmal, dass die Holzpuppen ihn an irgendetwas erinnern... an was?
- Ich habe auch schon darüber nachgedacht, dass der alte Mann vielleicht schon in Nehrim eine Rolle gespielt hat... Aber es ist so viele Jahre her, dass ich Nehrim gespielt habe, dass ich mich kaum an mehr als einige der Hauptcharaktere und Fetzen der Hauptstory erinnern kann... Und ich wüsste nicht, wie er zu irgendetwas davon in Verbindung stehen soll... Vielleicht ist aber auch der im Brief erwähnte Freund ein Charakter aus Nehrim? Aber auch da wüsste ich nicht, wer... Arkt? Dann frage ich mich aber, wieso er denjenigen warnt... Der Brief muss ja eigentlich an jemanden gerichtet sein, der etwas ausrichten kann.

All diese Dinge sagen mir jedenfalls, dass es nicht sein kann, dass der alte Mann einfach nur ein vergangener, gescheiterter Prophet sein soll... Vor allem, weil es für mich bedeuten würde, dass egal wie ich mich entscheide - ob ich mich selbst opfere oder ob ich mit Jespar fliehe - ebenfalls scheitern würde. Es würde nichts bringen, wenn Jespar die jetzige oder ich die zukünftige Zivilisation warnen würde, weil es beim alten Mann auch schon nicht geklappt hätte... Deshalb glaube ich, dass der alte Mann vielleicht wirklich nicht sagen kann was passieren wird und dass er etwas anderes ist als ein Prophet...

Ein paar weitere Fragen, die ich habe - nicht direkt zum alten Mann - wollte ich auch noch kurz aufschreiben:
- wenn Arantheal und Coarek ebenfalls fleischlos sind, müssten sie der Läuterung dann nicht wie ich auch länger standhalten? Aber sie liegen direkt danach genau so sterbend rum, wie die ganzen normalen Menschen...
- Es wird glaube ich mehrmals gesagt, dass die Hohen die Boten "erschaffen"... Bei mir war es aber doch die verschleierte Frau, die mich zu dem gemacht hat, was ich bin? Sie behauptet jedoch, keiner der Hohen zu sein... Naja, zur verschleierten Frau gibt es sowieso mindestens genau so viele Fragen wie zum alten Mann. Aber da bereits angekündigt wurde, dass es im Addon (yaaay) mehr Infos zu ihr geben wird, will ich sie hier nicht so in den Vordergrund stellen :)
- Und schließlich: Aixon. Der Typ mit dem zusammen man während der Prüfung zum Hüter gefangen ist. Als in der Zelle nichts mehr zum interagieren war, und ich an die Leichen dachte, die in einem Gang aufhingen (Ich glaube es waren die Leichen von "Panik", "Hoffnungslosigkeit" und noch irgendwas...) dämmerte mir schon, dass ich ihn wohl umbringen/angreifen muss. Trotzdem habe ich nicht zu 100% verstanden, wer er nun genau war und wer der "Unterdrücker" war von dem er sprach. Dazu kommt noch, dass er sich selbst als "Auge" bezeichnete, ähnlich wie der alte Mann. Jemand ne Idee was das zu bedeuten hatte?

So... Ich hoffe, dass vielleicht der ein oder andere von euch in einigen Punkten Licht ins Dunkel bringen kann :D Es tat jedenfalls gut endlich mal alle meine Gedanken nieder zu schreiben und zu teilen, denn sie machen mich schon seit Tagen wahnsinnig. Ich kann mich einfach nicht damit zufrieden geben, dass der alte Mann nur ein einfacher Prophet sein soll...
Danke für dieses tolle Spiel, SureAI. Es ist so viel besser als Skyrim und das in so ziemlich jedem Punkt. Ich hoffe zwar (vermutlich vergeblich) darauf, dass das neue Ende, das mit dem Addon dazu kommen soll, etwas fröhlicher ist... :lol: Ich bin einfach der Typ Mensch, der mit traurigen Enden nicht klar kommt. Aber trotzdem ist es wohl eins der besten Spiele, die ich je gespielt habe!

Edit: Ach und ist es eigentlich Zufall oder beabsichtigt gewesen, dass der alte Mann einem angebranntes Fleisch zu Essen vorsetzt? :D Beim zweiten Mal durchspielen hatte ich an der Stelle irgendwie eine Gänsehaut, da ja im Zusammenhang mit der Läuterung immer von verbranntem Fleisch geredet wird und Vati auch gerne ein "knuspriges Stück Fleisch" hätte.
Ich glaube in Nehrim, wenn mich nicht alles täuscht, sagte jemand zum Spieler, er sei auch mal ein Schattengott gewesen, nur aus einer anderen Zeit/Dimension. Er erschien auch wie es im beliebte und wusste genau, was grad passierte.
So genau hab ich das nichtmehr im Kopf und meine OblivionCD grad zu gut weggelegt, um nachzusehen.
Ein Name, den man immer und immer wieder hörte, zumindest ähnlich, sei es für ihn, Kontinente oder jetzt wieder Städte.
Ich komme grad nicht drauf^^ oder bringe alles durcheinander, fg.
Da frage ich mich auch, was aus dem anderen Schattengott wurde und wie es möglich war?

Meine anderen Fragezeichen sind da unter anderem auch: (mögliche Spoiler)
[+]
-Tyr, der Lichtgeborene, wurde in Nerim nicht zwingend getötet, für diesen Fall ist er wärend Enderal-Handlung untergetaucht?
-der Schattengott von Nehrim, ist jetzt wirklich tot?
-Calia wurde ja wiederbelebt durch ihren Vater,mit Hilfe eines schwarzen Steins, nachdem sie wirklich tot war.
Oder war das doch die verschleiderte Frau, die "zufällig" dabei erschien und ihren Vater danach verschwinden lies?
Ist sie nur wieder zum normalen Leben erwacht oder ist da mehr? (Er sagte: sein Engel, der alle überlebt oder so ähnlich)
-Jespar wiederbelebt (ebenfalls die verschleierte Frau) oder ist er jetzt auch fleischlos (OK, die Leiche war danach weg).
-Für mich ist der schwarze Wächter auch nicht eindeutig älter als die ersten der Sternenstadt.
Es gab genau diesen Versuch, die Läuterung zu überleben auch in unserer Zeitperiode, siehe "Horst" als kleinen Maßstab.
Allerdings ist er doch extrem lange "aktiv" gewesen und hatte keinen Blick in die Sternenstadt.
Woher wusste er was dort vor sich geht (Vorgehensweise, warum Sternlige mit gelöschter Erinerung runter gekommen sind)?
Und warum ist die Sternenstadt gerade in unserer Periode angeblich leer?

Die Holzfiguren symbolisieren soweit ich es sehe, nur die warscheinlichste Zukunft und gleichzeitig einen Teil der Vergangenheit.
Das ist seine Art der Traumabewältigung und auch sein größter Hinweis für uns.
Genau wie in unserer Phantasiereise während der Prüffung werden uns dort die Gründe genannt, warum es immer wieder zur Läuterung kommt.
Und selbst wenn der alte Mann eine Art von Prophet oder Schattengot ist/war, wir wissen nicht, ob er sich nicht deutlicher einmischen will, kann oder darf.

Was die anderen Fleischlosen betrifft, die du am Leuchtfeuer sehen kannst, sie sind dem seit Start des Feuers direkt ausgesetzt und verblassen langsam.
Du bist weit unter der Erde gewesen, also halbwegs geschützt, von da her gehts dir und deinem jeweiligen Begleiter noch verhältnissmässig gut.

-Warum erinnert mich das Leuchtfeuer eher an eine offene Microwelle und der Numinos an unser Gehirn beim Enderal spielen ?
(nicht ernstnehmen!).
Was meine Fragen zu Calia und Jespar betrifft, vieleicht ist es nur Wunschdenken oder meine Art, es nicht zu böse zu sehen.
Und zu deinem Edit, Yelanah: Auch den alte Mann hat "tiefgründigen Humor".
Sorry, wenn das jetzt noch mehr Fragen sind und keine verbindlichen Antworten.

PS:
(verschwindet jetzt lieber schnell, bevor die Diskusion noch "heisser" wird oder sie gelyncht wird^^)
Ja, die Tatsache, dass wir alle drei -Jespar, Calia und ich - von den Toten zurück geholt wurden (wenn auch auf unterschiedliche Weisen) finde ich irgendwie lustig. Ich glaube jedoch nicht, dass Calia und Jespar fleischlos sind, da keine Leichen zurückblieben, sie viel empfindlicher auf die Läuterung reagierten als ich, zumindest Calia auf jeden Fall noch immer altert und sie beide eigentlich keine spezielle Rolle im Zyklus haben (im Sinne von Prophet, Herrscher, Verräter, etc.) Obwohl es natürlich schön wäre zu wissen, dass sie in der Sternenstadt nicht irgendwann sterben und ewig mit einem zusammen weiter leben können... :roll:

Zu den Holzfiguren - Sie geben zwar Hinweise auf das was passieren wird, aber irgendwie komme ich nicht drauf, inwiefern dieser Hinweis des alten Mannes für den Spieler hilfreich sein soll :D Er sagt auch irgendwas vonwegen "Kunst erlaubt es uns dort hinzusehen wo unser Verstand weg sieht". Aber selbst wenn man schon beim ersten Durchspielen darauf kommt, was die drei Szenen darstellen hilft einem das doch nicht wirklich dabei, zu erkennen, dass man selbst die Läuterung herbeiführt und es zu verhindern, oder?

Gut, das mit Tealor und Coarek macht Sinn... Obwohl ich trotzdem gedacht hätte, dass sie aufgrund ihrer Fleischlosigkeit länger durchhalten müssten als die anderen Menschen. Calia geht es ja beispielsweise im Gegensatz zu Coarek (der gar nicht mehr ansprechbar ist) noch relativ gut xD

Was, wer soll denn gelyncht werden? :D
Gestern beim Nehrim spielen habe ich bei einer Verkäuferin ein "Amulett des alten Mannes" entdeckt (Erothin). Soll 25.009 Geld kosten, also etwas zu teuer für mich.Ist aber verzaubert.
Falls ich dieses Teil bereits beim damaligen ersten Durchgang gefunden haben sollte, habe ich es jedenfalls vergessen. Evtl. wird das auch durch NE eingefügt, weiß ich nicht.
Jedenfalls konnte man natürlich damals keinen Bezug zu Enderal herstellen, da das noch in weiter Ferne lag.
Nur mal so zur Info.
Lotzi wrote:
Gestern beim Nehrim spielen habe ich bei einer Verkäuferin ein "Amulett des alten Mannes" entdeckt (Erothin). Soll 25.009 Geld kosten, also etwas zu teuer für mich.Ist aber verzaubert.
Falls ich dieses Teil bereits beim damaligen ersten Durchgang gefunden haben sollte, habe ich es jedenfalls vergessen. Evtl. wird das auch durch NE eingefügt, weiß ich nicht.
Jedenfalls konnte man natürlich damals keinen Bezug zu Enderal herstellen, da das noch in weiter Ferne lag.
Nur mal so zur Info.

Ja, ich habe letztens durch Zufall im Internet gelesen, dass es wohl ein ganzes Set in Nehrim gibt. Dazu gehört das Amulett, eine Robe, ein Stab und ein Schwert. Die heißen "Gehstock des alten Mannes", ""Herz des alten Mannes", "Kind des alten Mannes" und "Würde des alten Mannes". Aber wie gesagt, es ist schon ewig her, dass ich Nehrim gespielt habe und ich habe Oblivion auch grade leider nicht zur Hand um es nochmal zu installieren :/ Konnte aber auch nicht mehr dazu rausfinden, keine Ahnung, ob das eine speziellere Bedeutung hat.
So, ich schreibe auch mal was. Aber im nächsten Post, weil der erste Post noch keine Zitate enthalten darf ... :D

/EDIT: Ok, muss wohl doch erst noch mehr andere Beiträge schreiben ... Sorry. ^^ Später, kommt wie gesagt was von mir.
Yelanah wrote:
Nach einigem Nachdenken finde ich, dass diese Theorie jedoch weitere Fragen und Ungereimtheiten aufwirft und dass das nicht alles sein kann, was hinter dem alten Mann steckt...
Ich glaube, was mich am nachdenklichsten macht, ist die Tatsache, dass einer der Entwickler meinte, er hätte schon Angst gehabt, dass die Identität des alten Mannes aufgrund der Holzfiguren und des Briefes schon zu offensichtlich ist. Und bisher gab es auch noch keine Bestätigung dieser "Prophet"-Theorie, abgesehen von der Aussage, dass eine Person im deutschen Forum wohl schon relativ nah dran war. Für mich sind diese beiden Tatsachen Hinweis genug, dass der alte Mann mehr sein muss, als nur irgendein vergangener Prophet.
Aber wären diese beiden Punkte nicht Argumente FÜR die Prophetentheorie?

Ich hab noch nicht so viel im Forum gelesen, aber bisher konnte ich zwei Haupttheorien rauslesen:
1) Der alte Mann ist ein Prophet.
Hier ist es fraglich, wie er den Zyklus überleben bzw. wie er so viele Zyklen überleben konnte und warum er plötzlich so mächtig ist, dass er ganze Häuser verschwinden lassen kann. Die Frau als Geliebte bzw. "Calia/Jespar eines früheren Zyklus' " spräche aber wieder dafür. Auch die Aussage "Ich habe gelernt, dass man Menschen nicht zu Erkenntnissen zwingen kann." spräche dafür, da wir als Prophet auch erst zum Schluss alles wirklich begriffen haben, obwohl wir viele Hinweise und Aussagen der Hohen hatten, schon früher "zu verstehen".

2) Der alte Mann ist ein Schattengott.
Glaube ich allerdings nicht dran. Im Wiki steht, dass der Schattengott irgendwann stirbt, also nicht unsterblich ist.
Yelanah wrote:
- Die Holzfiguren neben den dreien, die die besonderen Schicksale darstellen sind fast alle mit "Brennen" beschriftet. Die Figur ohne Beine heißt "Ernte". Die beiden klingen für mich noch logisch, denn die Läuterung ist nun mal mit einer Ernte für die Hohen gleichzusetzen ("Nichts ist schöner, als eine Ernte die sich wehrt") und die Menschen verbrennen sozusagen von innen. Eine der Figuren hieß aber auch "Reichen". Darauf konnte ich mir nicht wirklich einen Reim machen...
Was mir während dem Spielen Kopfzerbrechen bereitet hat, ist, dass nach der Prüfung des Ordens die Hohen über so eine Holzfigur zu uns sprechen (im Kurarium). Danach ist die Figur wieder weg. Deshalb dachte ich lange, der alte Mann könnte so was wie der Schöpfer der Hohen o.Ä. sein bzw. direkt mit ihnen in Verbindung zu stehen. Der alte Mann muss ja einige Zyklen mitgemacht haben, damit er die Kernszenen eines Zyklus' als Holzfigur darstellen kann.
Im Nachhinein glaube ich zwar nicht (mehr) an die direkte Verbindung, aber die Holzpuppe im Kurarium lässt mir immer noch nicht ganz los ...
Yelanah wrote:

All diese Dinge sagen mir jedenfalls, dass es nicht sein kann, dass der alte Mann einfach nur ein vergangener, gescheiterter Prophet sein soll... Vor allem, weil es für mich bedeuten würde, dass egal wie ich mich entscheide - ob ich mich selbst opfere oder ob ich mit Jespar fliehe - ebenfalls scheitern würde. Es würde nichts bringen, wenn Jespar die jetzige oder ich die zukünftige Zivilisation warnen würde, weil es beim alten Mann auch schon nicht geklappt hätte... Deshalb glaube ich, dass der alte Mann vielleicht wirklich nicht sagen kann was passieren wird und dass er etwas anderes ist als ein Prophet...
Interessant ist ja auch noch der Satz "Stolz war mein Fall.". Das ist ja eine zentrale Charakterbeschreibung des alten Mannes. Zu welchem Charakter würde diese Eigenschaft noch passen? Zu Thealor Arantheal. Nicht zu uns als Propheten. Thealor war zu stolz, sich einzugestehen, im Unrecht zu sein etc.
Vielleicht hatte der alte Mann früher also die Rolle des Führers. Das wirft aber natürlich noch mehr Fragen auf ... ^^
Yelanah wrote:
Ein paar weitere Fragen, die ich habe - nicht direkt zum alten Mann - wollte ich auch noch kurz aufschreiben:
- wenn Arantheal und Coarek ebenfalls fleischlos sind, müssten sie der Läuterung dann nicht wie ich auch länger standhalten? Aber sie liegen direkt danach genau so sterbend rum, wie die ganzen normalen Menschen...
- Es wird glaube ich mehrmals gesagt, dass die Hohen die Boten "erschaffen"... Bei mir war es aber doch die verschleierte Frau, die mich zu dem gemacht hat, was ich bin? Sie behauptet jedoch, keiner der Hohen zu sein... Naja, zur verschleierten Frau gibt es sowieso mindestens genau so viele Fragen wie zum alten Mann. Aber da bereits angekündigt wurde, dass es im Addon (yaaay) mehr Infos zu ihr geben wird, will ich sie hier nicht so in den Vordergrund stellen :)
- Und schließlich: Aixon. Der Typ mit dem zusammen man während der Prüfung zum Hüter gefangen ist. Als in der Zelle nichts mehr zum interagieren war, und ich an die Leichen dachte, die in einem Gang aufhingen (Ich glaube es waren die Leichen von "Panik", "Hoffnungslosigkeit" und noch irgendwas...) dämmerte mir schon, dass ich ihn wohl umbringen/angreifen muss. Trotzdem habe ich nicht zu 100% verstanden, wer er nun genau war und wer der "Unterdrücker" war von dem er sprach. Dazu kommt noch, dass er sich selbst als "Auge" bezeichnete, ähnlich wie der alte Mann. Jemand ne Idee was das zu bedeuten hatte?
- Da möchte ich noch anmerken, dass in der Szene auf der Mondscheininsel die Hohen zu einem gesprochen haben. Dort haben sie u.a. gesagt, dass man selbst die einzige wichtige Person sei und sowohl Thealor, als auch Coarek keine Boten sind. Somit könnte das die Anfälligkeit für das Leuchtfeuer erklären. Dann hätte der schwarze Wächter aber gelogen in Bezug auf "Thealor ist eigentlich tot" und auch die weiteren Erklärungen von wegen Thealors Wunsch war so stark, dass die Hohen ihn wiederbelebt haben etc. wären obsolet. Fände ich aus Sicht des Storytellings nicht unbedingt gut, nichtsdestotrotz hätten die Hohen auf der Insel aber gelogen. Oder übersehe ich da was?

- Auch eine gute Frage. In einem anderen Thread wurde spekuliert, dass die Frau sowas wie den Zufall darstellt. Quasi, dass sie in jedem Zyklus andere Dinge tut und genau in diesem hat sie die richtigen Dinge getan. Auf dem Schiff sagt sie auch zu Sirius "diesmal bist nicht du es" o.Ä., also hätte in einer anderen Realität Sirius überleben können und nicht wir ...

- Aixon rückwärts = Noxia = lateinisch für Schuld, Vergehen, Schaden. ;)
Aixon stellt also die Schuld für etwas dar. Man gibt sich ja ständig die Schuld an allem, v.a. am Tod der Familie und das könnte die Prüfung darstellen. Man muss erst seine Selbstzweifel bzw. den Glauben an die eigene Schuld abwerfen -> Aixon töten.


Noch was: Die verschleierte Frau sagt ja ständig "Alles beginnt mit den Träumen". Die Frau im Wasser beim alten Mann sagt ja auch, dass sie ihrem Traum folgt. Zufall oder Zusammenhang?
Hey, ein paar sehr interessante Punkte!
Paprikamann wrote:
Aber wären diese beiden Punkte nicht Argumente FÜR die Prophetentheorie?
Ich weiß nicht, also für mich eigentlich nicht... Dass man schon Angst hatte, dass die Identität des alten Mannes zu offensichtlich war heißt ja praktisch, dass scheinbar noch keiner den Nagel zu 100% auf den Kopf getroffen hat. Und bei fast allen schien ja die Propheten-Theorie die erste zu sein, die einem in den Kopf kam... und es hieß zwar, dass ein paar Leute im Forum schon nah dran waren, aber nah dran heißt eben nicht GENAU richtig. Kann natürlich auch sein, dass ich da was falsch verstanden habe, aber für mich hörte es sich immer so an, als wäre noch irgendetwas übersehen worden :D
Paprikamann wrote:
Vielleicht hatte der alte Mann früher also die Rolle des Führers. Das wirft aber natürlich noch mehr Fragen auf ... ^^
Da habe ich auch schon dran gedacht! Gerade auch wegen des Satzes "Stolz war mein Fall." Aber ich bin mir nicht sicher, eigentlich war es ja bisher immer der Herrscher, der das Leuchtfeuer entzündet hat und das hätte er ja kaum überleben können... Jedenfalls lag Arantheal so ziemlich im Sterben als man ihn da oben gefunden hat :D
Paprikamann wrote:
Fände ich aus Sicht des Storytellings nicht unbedingt gut, nichtsdestotrotz hätten die Hohen auf der Insel aber gelogen. Oder übersehe ich da was?
Nein, ich glaube auch, dass die Hohen einen an der Stelle angelogen haben. Das ist ja das einzige, das sie können: Manipulieren. Jedenfalls kann ich mir das eher vorstellen, als dass der schwarze Wächter einen dahingehend angelogen haben soll... Ich glaube schon, dass Arantheal und Coarek auch fleischlose Boten sind. Ich verstehe zwar, dass sie stärker auf das Leuchtfeuer reagieren als ich, da ich zum Zeitpunkt der Entzündung tief unter der Erde war, aber ich finde es trotzdem seltsam, dass sie nicht länger durchhalten als die normalen Menschen um sie rum :D
Paprikamann wrote:
- Auch eine gute Frage. In einem anderen Thread wurde spekuliert, dass die Frau sowas wie den Zufall darstellt. Quasi, dass sie in jedem Zyklus andere Dinge tut und genau in diesem hat sie die richtigen Dinge getan. Auf dem Schiff sagt sie auch zu Sirius "diesmal bist nicht du es" o.Ä., also hätte in einer anderen Realität Sirius überleben können und nicht wir ...
Das wäre eine Möglichkeit... Hoffen wir darauf, dass sich das mit dem Addon vielleicht aufklärt.
Paprikamann wrote:
- Aixon rückwärts = Noxia = lateinisch für Schuld, Vergehen, Schaden.
Aixon stellt also die Schuld für etwas dar. Man gibt sich ja ständig die Schuld an allem, v.a. am Tod der Familie und das könnte die Prüfung darstellen. Man muss erst seine Selbstzweifel bzw. den Glauben an die eigene Schuld abwerfen -> Aixon töten.
DAS ist in der Tat sehr einleuchtend :D Ich habe sogar schon dran gedacht, das Wort rückwärts zu lesen, aber kannte keine Bedeutung zu "Noxia"... :oops: Hätte auch drauf kommen können, das Wort einfach mal zu googeln... Aber immerhin ergibt das nun Sinn, danke dafür :D
Paprikamann wrote:
Noch was: Die verschleierte Frau sagt ja ständig "Alles beginnt mit den Träumen". Die Frau im Wasser beim alten Mann sagt ja auch, dass sie ihrem Traum folgt. Zufall oder Zusammenhang?
Könnte sein, dass da ein Zusammenhang besteht! Ich dachte bisher, der Satz "Alles beginnt mit den Träumen" bezieht sich darauf, dass das Ende des Zyklus, bzw. das Bevorstehen der Läuterung immer durch die Träume angekündigt wird. Denn Tealor und auch einige der Magier hatten ja diese Träume, wie man selbst auch, mit denen die Ereignisse eingeleitet werden, die zur Läuterung führen. Kann mich da aber natürlich auch irren, das war nur meine bisherige Vermutung dazu.

Es macht auf jeden Fall Spaß, darüber zu diskutieren :D Trotzdem fänd ich es sehr cool, wenn irgendwann mal ein offizielles Statement zu einigen Dingen käme :lol: Obwohl ich natürlich auch verstehen kann, dass man solche Dinge lieber für verschiedene Interpretationen offen lassen will. Es würde mich nur wirklich interessieren, wie genau die Entwickler sich das alles gedacht haben.
Yelanah wrote:
Ich weiß nicht, also für mich eigentlich nicht... Dass man schon Angst hatte, dass die Identität des alten Mannes zu offensichtlich war heißt ja praktisch, dass scheinbar noch keiner den Nagel zu 100% auf den Kopf getroffen hat. Und bei fast allen schien ja die Propheten-Theorie die erste zu sein, die einem in den Kopf kam... und es hieß zwar, dass ein paar Leute im Forum schon nah dran waren, aber nah dran heißt eben nicht GENAU richtig. Kann natürlich auch sein, dass ich da was falsch verstanden habe, aber für mich hörte es sich immer so an, als wäre noch irgendetwas übersehen worden :D
Richtig, und für mich hieß das: "Der Kern (= alter Mann ist ein Prophet), nur ein paar einzelne Details fehlen ...
Aber da werden wir wohl noch einige Zeit spekulieren. Vor allem das mit den Holzpuppen. Kamen die noch an anderer Stelle vor? Vielleicht sogar in Nehrim?
Yelanah wrote:
Da habe ich auch schon dran gedacht! Gerade auch wegen des Satzes "Stolz war mein Fall." Aber ich bin mir nicht sicher, eigentlich war es ja bisher immer der Herrscher, der das Leuchtfeuer entzündet hat und das hätte er ja kaum überleben können... Jedenfalls lag Arantheal so ziemlich im Sterben als man ihn da oben gefunden hat :D
Richtig. Auch deshalb bin ich mir bei der Theorie unsicher. Aber der Prophet hat sich i.d.R. nicht durch übermäßigen Stolz gekennzeichnet.
Yelanah wrote:
Nein, ich glaube auch, dass die Hohen einen an der Stelle angelogen haben. Das ist ja das einzige, das sie können: Manipulieren. Jedenfalls kann ich mir das eher vorstellen, als dass der schwarze Wächter einen dahingehend angelogen haben soll... Ich glaube schon, dass Arantheal und Coarek auch fleischlose Boten sind. Ich verstehe zwar, dass sie stärker auf das Leuchtfeuer reagieren als ich, da ich zum Zeitpunkt der Entzündung tief unter der Erde war, aber ich finde es trotzdem seltsam, dass sie nicht länger durchhalten als die normalen Menschen um sie rum :D
Dann haben die Hohen den Spieler schlicht und ergreifend verarscht? So will ich mir das nicht vorstellen. Sie haben ja gesagt, dass sie die Wahrheit sagen. Klar, natürlich kann das gelogen sein, aber das wäre schon ein ziemlich "billiger" Trick seitens sureAI.
Die Hohen sind ja nur partout böse. Sie sind einfach nur eine Konsequenz der menschlichen Existenz -> "Ihr sät, wie ernten nur.". Ich denke, dass einige hier im Forum diese "Manipulation" zu profan sehen. Für mich ist das nicht sowas wie "Wir senden Arantheal unterschwellig Gedanken, dass er um jeden Preis das Leuchtfeuer entzünden muss.", sondern "Wir kreieren aus ihm eine idealisierte Version seiner selbst." (bei der Wiederbelebung). Der Rest läuft von selbst ab. Die Manipulation läuft nicht unbedingt auf trivialer Ebene (damit meine ich direkter, konkreter Einfluss), sondern auf abstrakter meta-Ebene. Das Leuchtfeuer ist dabei nur Mittel zum Zweck.
Inwiefern haben uns denn die Hohen manipuliert? Sie haben uns die Fähigkeiten gegeben. Der Wunsch, etwas zu erreichen, jemanden vor dem Feuer zu retten, endlich "stark" zu sein, die Schuld zu begleichen war schon immer in uns drin (ausgelöst durch die Kindheit). Das Leuchtfeuer war da nur das Mittel, unserem Wunsch nachzukommen.

Ich glaube nicht, dass die Hohen einfach irgendwelche "Flüsterstimmen" im Kopf sind, die einen direkt manipulieren. Das haben sie nicht nötig und müssen sie auch nicht tun.

Deshalb will ich das nicht als einfache Lüge durchgehen lassen. Was hätte das geändert, wenn sie gesagt hätten "man ist einer von Drei"? Dann wäre doch der Wunsch des Spielers nicht erloschen. Außerdem waren die anderen Antworten ehrlich, soweit ich das im Kopf habe.

Was aber noch gegen meine Theorie spricht, ist, dass irgendjemand im Spiel mal angedeutet hat, dass man alles nur so wahrnimmt, wie man es will und nur das sieht, was einen selbst bestätigt. Ich weiß aber nicht mehr, ob das auch im Kontext der Hohen verwendet wurde à la "Die Hohen zeigen dir nur das, was du sehen willst.". Das würde natürlich für die Lüge sprechen, da man ja hören will, dass man der "Messias" ist.

Da sollte mal SureAI auch Licht ins Dunkel bringen. Wer hat gelogen: Der schwarze Wächter oder die Hohen. Oder es ist einfach ein Fehler seitens des Schreibers ... :D
Yelanah wrote:
DAS ist in der Tat sehr einleuchtend :D Ich habe sogar schon dran gedacht, das Wort rückwärts zu lesen, aber kannte keine Bedeutung zu "Noxia"... :oops: Hätte auch drauf kommen können, das Wort einfach mal zu googeln... Aber immerhin ergibt das nun Sinn, danke dafür :D
Hab ich aber auch erst hier irgendwo in einem anderen Thread gelesen. Tatsächlich hab ich Aixon gegoogelt, aber nicht Noxia ... ^^
Yelanah wrote:
Könnte sein, dass da ein Zusammenhang besteht! Ich dachte bisher, der Satz "Alles beginnt mit den Träumen" bezieht sich darauf, dass das Ende des Zyklus, bzw. das Bevorstehen der Läuterung immer durch die Träume angekündigt wird. Denn Tealor und auch einige der Magier hatten ja diese Träume, wie man selbst auch, mit denen die Ereignisse eingeleitet werden, die zur Läuterung führen. Kann mich da aber natürlich auch irren, das war nur meine bisherige Vermutung dazu.
Ja, das kann sein, aber dieser Satz hat mit Sicherheit noch eine Meta-Ebene und tiefere Bedeutung. Ich denke, dass Traum auch mit Wunsch gleichgesetzt werden kann, also:
- Prophet: Wunsch/Traum, die Menschheit zu retten, seine Schuld zu begleichen etc.
- Arantheal: Wunsch/Traum als Retter der Menschheit in die Geschichtsbücher einzugehen
- Coarek: Wunsch/Traum die Menschheit aufsteigen zu lassen

Auch zum Schluss sagt sie "Alles beginnt mit den Träumen." An dieser Stelle würde deine Erklärung keinen Sinn mehr ergeben bzw. bedarf es einer weiteren Erklärung.
Soweit ich dass mit den Projektionen/Fleischlosen, also sowas wie der Spieler, verstanden habe, gehören mindestens du als Spieler, aber auch Arantheal und Coarek dazu, vieleicht eben auch Leute wie Yuslan und wer weis, wer noch alles (z.B. die Lichtgeborenen?).
Wobei nur du die Gabe hast, in die Vergangenheit (Zukunft) zu schauen, als Prophet, z.B. über deine Träume.
Die anderen sind nur deswegen am Ende fast tot, weil sie dem Feuer direkt ausgesetzt sind und das länger als du. Du warst die längste Zeit von allen beim Wächter, als das Leuchtfeuer schon an war, dank der verschleierten Frau.
Die anderen sind die Gegenspieler wie Gewichte an der Waage, den letzlichen Ausgang hätte man als Prophetin "theoretisch" beeinflussen können.
Oder eben durch deine 2. Chance in der Sternenstadt?
Somit haben die Hohen und der Wächter, was das betrifft nicht gelogen.

Die Schattengötter verlieren normalerweise ihre Daseinsberechtigung nach dem Fall der Lichtgeborenen.
Auch da war man in Nehrim eine grosse Ausnahme, bis auf den anderen, wobei nicht klar ist, wie der es seinerzeit geschaft hat.
Siehe Tod des Eliath/Seelenklinge, aber schon in Aktwend waren die Zeichen da, damals wurde der Spieler zum Ende von Unbekannten entfernt.
Oder war das sogar noch bei MyarAranath, Ich weiss, ist lange her und schon fast wieder ein Grund, sie erneut zu spielen^^
Aber wir wissen nicht, wie sich ein Wesen beim Leuchtfeuer verhält, das schon mal tot war und mit der Klinge verbunden ist.
Wie der Schattengott aus Nehrim, der eventuell auch noch ein bischen Macht vom Eliath in sich trägt.

Ich schätze eben, unser Verstand als "meist" normal Sterbliche ist nicht wirklich in der Lage, alle Eventualitäten zu erfassen.
Dazu müsten sich die Hohen (aus dem Forum hier^^) äussern, wenn sie es für richtig halten.
(Wir lernern meist nicht aus Fehlern, wir lernen sie gut zu verdrängen)
Paprikamann wrote:
Richtig, und für mich hieß das: "Der Kern (= alter Mann ist ein Prophet), nur ein paar einzelne Details fehlen ...
Aber da werden wir wohl noch einige Zeit spekulieren. Vor allem das mit den Holzpuppen. Kamen die noch an anderer Stelle vor? Vielleicht sogar in Nehrim?
Aber ich finde immer noch, dass es die Enden sinnlos bzw. hoffnungslos macht, wenn der alte Mann einfach nur ein Prophet ist. Denn der alte Mann hat den Zyklus überlebt, ist aber trotzdem daran gescheitert, die nächsten zu verhindern... Wieso sollte man es selbst dann schaffen, die nächste Zivilisation zu warnen, wenn es nichts bringt ihnen einfach zu sagen "Hey, entzündet das Leuchtfeuer nicht, das bringt euch alle um"? (Bzw. wenn man sich selbst opfert und Jespar es den Qyranern mitteilt). mit den Holzpuppen, keine Ahnung, ob sie in Nehrim schon vorkamen :roll: wäre natürlich irgendwie cool, aber da erinnere ich mich leider nicht dran. Vielleicht muss ich mir nochmal ein paar Let's plays von Nehrim anschauen :D
Paprikamann wrote:
Deshalb will ich das nicht als einfache Lüge durchgehen lassen. Was hätte das geändert, wenn sie gesagt hätten "man ist einer von Drei"? Dann wäre doch der Wunsch des Spielers nicht erloschen. Außerdem waren die anderen Antworten ehrlich, soweit ich das im Kopf habe.
Ich weiß auch nicht genau, warum sie gelogen haben sollen, aber meiner Meinung nach hätte der schwarze Wächter noch weniger Grund gehabt uns anzulügen. Aber es kann natürlich sein, dass es so ist wie Stefanie sagt, dass die anderen zwar auch fleischlose Boten sind, aber man selbst als Prophet die einzige "wichtige" Figur ist, die aufgrund der Gabe in die Vergangenheit blicken zu können, die Wahrheit hätte erkennen können... Dann hätte so gesehen keiner gelogen... Hmm.
Paprikamann wrote:
Tatsächlich hab ich Aixon gegoogelt, aber nicht Noxia ... ^^
Haha, ich auch :lol: :oops:

Stefanie wrote:
Die anderen sind nur deswegen am Ende fast tot, weil sie dem Feuer direkt ausgesetzt sind und das länger als du. Du warst die längste Zeit von allen beim Wächter, als das Leuchtfeuer schon an war, dank der verschleierten Frau.
Ja, das denke ich auch, aber was mich irritiert ist nicht, dass das Leuchtfeuer ihnen stärker zusetzt als mir, sondern dass das Leuchtfeuer ihnen genau so stark zuzusetzen scheint, wie den normalen Leuten um sie rum ^^
Stefanie wrote:
Oder war das sogar noch bei MyarAranath, Ich weiss, ist lange her und schon fast wieder ein Grund, sie erneut zu spielen^^
Leider habe ich außer Nehrim und Enderal keine der Total Conversions gespielt :( Müsste ich eigentlich auch mal nachholen.
Nachdem ich die letzten Tage ganz gespannt eure Theorien zum alten Mann verfolgt habe, dachte ich, ich schreibe meine Gedanken dazu auch einfach mal auf. Bestimmt kann mir der ein oder andere damit weiterhelfen :)

Da ich Enderal erst vor 3 Tagen nach wirklich sehr exzessivem, stundenlangen Spielen beendet habe (ich glaube ich habe in meinem Leben noch kein anderes Spiel so dermaßen gesuchtet. Ich bin eigentlich nur so eine Gelegenheitsspielerin :D) und ein zweiter Durchgang noch ansteht, fällt es mir zur Zeit noch schwer die Gedanken zu ordnen und vor allem all das, an das ich mich so erinnere, mit konkreten Stellen zu belegen. Ich hoffe ich schreibe jetzt nicht allzu viel Blödsinn.

Einer meiner ersten Gedanken war, ob der alte Mann nicht im Grunde eine andere Version des Spielers selbst sein könnte. Also statt der Prophet einer anderen Zeit, eben der Prophet einer anderen (nahezu identischen) Dimension/ einer alternativen Realität, die sich von der eigenen nur in einigen Details unterscheidet.
Was mich vor allem daran denken ließ, waren die Holzfiguren, die mit den Geschehnissen um Jespar und Calia verknüpf sind. Die Ereignisse erscheinen mir für den Zyklus einfach nicht relevant genug, sodass ich das Gefühl hatte, dass hier eher ein persönliches Anliegen in den Darstellungen zu suchen ist.

Eine offene Frage herbei bleibt, warum der alte Mann nicht versucht dem Spieler die Wahrheit über seine Rolle im Zyklus zu erklären. Da wäre meine einzige Idee, dass der alte Mann als quasi alternative Version des Spielers genau weiß, dass er nichts bewirken wird, weil er selbst sich davon auch nicht hätte beeinflussen lassen. Hier ließe sich dann das Thema mit dem Stolz wieder aufgreifen. Ich denke schon, dass das unter anderen auch ein Thema ist, welches gut auf den Propheten anwendbar ist.
In den Träumen wird ja durch Vati immer wieder gesagt, dass man eigentlich gar nichts Besonderes ist. Es scheint für mich also, als wäre vor allem der Wunsch genau das zu widerlegen eine der Hauptmotivationen, durch die das Handeln der Spielfigur bestimmt wird (und zumindest was mich angeht auch des Spielers selbst :D).

Desweiteren würde diese Hypothese meiner Meinung nach ebenfalls einen Ansatz dazu geben, wie der alte Mann sein Haus und sich einfach komplett verschwinden lassen würde. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es da mal ein Gespräch (mit der Magistra?) in dem es darum geht, dass man verschiedene Eventualitäten sehen und wahr werden lassen kann. Also vielleicht hat der alte Mann eben genau das getan, als er in die Dimension des Spielers gereist ist.

Wenn man den alten Mann nach seiner Identität fragt, sagt er ja folgendes:
"Früher hätte ich euch eine eindrucksvolle Antwort darauf geben können, aber derzeit kann ich nichts sagen, was Euch helfen würde. Sagen wir einfach ich bin ein fleischloser Beobachter. In dieser Zeit kennt ihr mich vermutlich als den "alten Mann"."
Das passt meiner Meinung nach auch genau auf die Rolle des Propheten, der erkennen musste, dass er eigentlich nichts Besonderes war, sondern lediglich Spielfigur der Hohen.
Natürlich könnte das auch auf einen Propheten einer früheren Zeit zutreffen, aber als man mit dem Schwarzen Wächter spricht, sagt dieser ja, dass der Prophet noch nie erkannt hätte, dass er lediglich eine Projektion ist. Da der Schwarze Wächter aber eben nur über die eigene Dimension Bescheid weiß, ist es durchaus möglich, dass es das in einer anderen Dimension eben bereits gegeben hat.

Mir ist bewusst, dass die Theorie wahrscheinlich nicht haltbar ist, da es zu viele Ungereimtheiten und offene Fragen gibt, wie z.B.:

- Warum "hilft" der alte Mann dem Spieler überhaupt bzw. überlässt ihm das Wort der Toten?
- Wer ist die Frau im Wasser?
- Inwiefern wussten die Lichtgeborenen über ihn Bescheid?
etc.

Ich wolte meine Gedanken aber trotzdem einfach mal festhalten und hoffe, dass ich das in einer halbwegs verständlichen Form getan habe. Wie gesagt, im Moment fällt es mir noch schwer alle meine Gedanken dazu in geordnete Bahnen zu bringen :roll: :D
Paprikamann wrote:
Da möchte ich noch anmerken, dass in der Szene auf der Mondscheininsel die Hohen zu einem gesprochen haben. Dort haben sie u.a. gesagt, dass man selbst die einzige wichtige Person sei und sowohl Thealor, als auch Coarek keine Boten sind. Somit könnte das die Anfälligkeit für das Leuchtfeuer erklären. Dann hätte der schwarze Wächter aber gelogen in Bezug auf "Thealor ist eigentlich tot" und auch die weiteren Erklärungen von wegen Thealors Wunsch war so stark, dass die Hohen ihn wiederbelebt haben etc. wären obsolet. Fände ich aus Sicht des Storytellings nicht unbedingt gut, nichtsdestotrotz hätten die Hohen auf der Insel aber gelogen. Oder übersehe ich da was?
Mal ein kurzer Gedanke dazu: Dass Tealor und Coarek keine Boten sind, heißt doch nicht unbedingt, dass sie nicht fleischlos sein können, oder? Wenn ich mich nun richtig erinnere, verwenden die Hohen in diesem Gespräch den Begriff "Bote" für eine Person, der sie erschienen sind und die (zumindest theoretisch) Einfluss auf das Schicksal der Menschheit nehmen kann. Also für eine Schachfigur, die eine Wahl hat. Und wenn man darüber nachdenkt, ist die Hauptfigur im Spiel tatsächlich der einzige Charakter, der eine Wahl hat. Immerhin ist das die einzige Figur, die von uns gesteuert wird, während alle anderen Charaktere einem vorbestimmten Drehbuch folgen...
Dann werde ich mich mal an den Philosophien zu diesem grandiosen RPG beteiligen. Ich hatte lange auf Enderal gewartet, es direkt nach Release durchgespielt und es hat mich schwer beeindruckt und tief berührt. Also auch von mir meinen allerherzlichsten Dank für diese tolle Erfahrung mit Enderal! Man spürt an jeder Ecke wie viel Leidenschaft in der Entwicklung steckt. Danke für den Mut diesen „Pfad“ zu gehen und der Welt so ein tolles Spiel ohne kommerziellen Hintergedanken zu schenken. Soviel Hingabe gebührt Respekt. Hut ab!
Okay, sorry für das off-topic, aber das musste jetzt einfach raus :D

Meine Theorie zum alten Mann deckt sich so ziemlich mit der von Leorah und ich bin froh, dass noch jemand diesen Gedanken hatte. Ich verfolge die Diskussion hier auch schon eine Weile und dachte bislang meine Theorie wäre zu gewagt und abwegig. Aber mal sehen was ihr dazu sagt: Für mich ist der alte Mann tatsächlich ein Prophet, aber nicht irgendeiner. Ich sehe ihn als Bewusstsein unseres Charakters, welches lösgelöst ist von Zeit und Raum, da wir verstanden haben, dass wir nur noch eine fleischlose Projektion sind.
Das Weltbild von Enderal basiert doch auf dem Meer der Eventualitäten - verschiedenen Zeitlinien/Parallelwelten, die jedes mögliche Ereignis umfassen. Mit jeder Entscheidung, die wir treffen, entscheiden wir uns für eine andere Abzweigung auf einem vorgegebenen Netz aus unendlichen Möglichkeiten und beschreiten somit unseren individuellen Pfad. (Stichwort „Freier Wille“: Dieser ist der Gesellschaft ein Dorn im Auge, da er unvorhersehbar/unkontrollierbar für andere sein kann, deshalb wahrscheinlich die ganze Sache mit der Pfadestreue). Der Punkt ist, dass alle möglichen Pfade bereits existieren und wir entscheiden uns lediglich, welchen wir in unserer Realität erfahren möchten, während alle anderen in parallelen Welten stattfinden. Somit ist Zeit irrelevant und nur eine Illusion. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft existieren bereits in jeder möglichen Form gleichzeitig. Die Magiebegabten können das nutzen.
In meiner Interpretation sind wir zu Beginn gestorben und unser (fleischloses) Bewusstsein wurde durch die verschleierte Frau in eine andere Eventualität/Parallelwelt befördert, um zu lernen die Schuldgefühle und Selbstzweifel aus der Kindheit zu verarbeiten. Die Charaktere, die wir in dieser Eventualität (oder Traum?) treffen, spiegeln meiner Meinung nach Ängste wider, die es zu überwinden gilt: Schuldgefühle und Angst Verantwortung zu übernehmen (Jespar), Selbsthass und Angst vor den inneren Dämonen (Calia) und den schönen Schein wahren aus Angst vor der Realität (Ryneus). Die schwarzen Steine repräsentieren für mich diese 3 Ängste. Ein Stein alleine bringt schon Unglück, alle Ängste vereint, wie im Leuchtfeuer, bedeuten (Selbst-)vernichtung.
Wir denken also erstmal, dass wir unsere Schuldgefühle und unseren Selbsthass tilgen können, indem wir uns als heldenhaften Weltenretter visualisieren. Wir sind auch überaus >stolz< diese Aufgabe zu haben und wollen „Vati“ bzw. uns beweisen, dass wir nützlich sind und etwas Gutes bewirken können. Wir sind so vernarrt in diese Idee, dass wir von diesem Pfad nicht mehr abweichen wollen, obwohl viele Anzeichen Böses prophezeien - wir wollen das alles nicht wahrhaben. Unseren freien Willen haben wir vergessen und sind nur noch ein Spielball, der sich treiben lässt in der Hoffnung unsere Ängste mit Heldentaten zu überwinden.

Der alte Mann entspricht meiner Meinung nach unserem möglichen Zukunfts-Ich in einer anderen Eventualität, in der wir geflohen sind, da wir so töricht waren zu denken, dass sich die nächste Menschheit von uns missionieren lassen würde („Stolz war mein Fall“). Da wir als einziger erkannt haben eine fleischlose Projektion zu sein, sind wir nur noch Bewusstsein; also frei von Materie, Zeit und Raum. Als alter Mann können wir an jeden Ort im Meer der Eventualitäten reisen (wie unser Geist/Bewusstsein eben). Deshalb verschwindet sein Haus, sobald er Zeit und Raum wechselt. Deshalb sieht man auch Figuren, die mit den Geschichten der schwarzen Steine zusammenhängen und auch die Figur ohne Beine, die wir am Anfang beim Ertrinken gesehen haben. Menschen, die in das Haus des alten Mannes gehen, werden entweder Teil unseres Bewusstseins oder in eine andere Raum-Zeit/Eventualität geschickt. Sie können sicher nicht in unserem Kern-Bewusstsein (dem Haus) existieren, aber wir können unser eigenes Bewusstsein besuchen und kommen deshalb auch wieder heraus.
Jetzt kann man natürlich fragen: Warum sind wir männlich und heißen Gajus? Reines Bewusstsein hat jedoch kein Geschlecht und in diesem Fall sehen wir uns eben als alten, verbitterten, enttäuschten Mann, der sein Selbstbewusstsein durch stolze Heldentaten aufbessern wollte und kläglich gescheitert ist. Der Name Gajus leitet sich (laut Google) entweder vom Griechischen gaios (irdisch) oder Lateinischen gaudere (freuen) ab. Vielleicht müssen wirsolange allem irdischen Schrecken zusehen, bis wir lernen loszulassen (Vati erinnert uns daran) und uns und die Menschen mit all ihren Fehlern akzeptieren lernen. Man kann Absolution weder durch andere erhalten noch kann man andere vor schlimmen Erfahrungen oder deren Wiederholung (Zyklus) bewahren. Jeder schreitet auf seinem eigenen Pfad, um aus seinen eigenen Erfahrungen zu lernen. Man kann und soll Menschen nicht daran hindern, selbst wenn man es selbst inzwischen besser wüsste. Sie würden sowieso nicht zuhören. Alle, die das erkannt haben, sind daher nur noch Beobachter. Der alte Man ist einer davon und hilft uns, da er weiß, dass wir alle schlimmen Erfahrungen machen müssen, um zu erkennen, dass: 1) Stolz keine gute Motivation ist, 2) unsere Ängste und negativen Gedanken zerstörerisch sind und 3) dass wir uns nur selbst davon befreien können. Wir müssen also diesen Pfad bis zum bitteren Ende gehen, um das zu erkennen. Das war für mich zumindest die Lektion dieses Spiels. Die Frau im Wasser ist wohl wirklich die "konservierte" Gefährtin, die noch immer auf eine bessere Welt wartet - der Funke Hoffnung sozusagen. Vielleicht liege ich auch komplett daneben und mein verrücktes Gehirn reimt sich da was zusammen, aber genau aufgrund dieser philosophischen Tiefe und den vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten hat mich Enderal so beeindruckt. :)
In den den letzten beiden Kommentaren steht auch ein Großteil meiner Sichtweise, wobei ich mir nicht mal sicher bin, ob die Hohen überhaupt selbst einen Fleichlosen erschaffen können oder nur die verschleierte Frau. Zumindest Aratheal hatte sie erwähnt, das er sie auch im Traum gesehen hätte. Den direkten Kontakt mit Hohen hatte wohl nur der Spieler einmal auf Nehrim, der Rest waren Träume. (wenn mein Arkanistenfieber nicht schon wieder zu hoch ist^^).
Da wäre also die Frage, ob sie im Auftrag oder aus eigener Entscheidung die Persönlichkeiten dafür auswählt.

Ausserdem sind doch die Anzeichen des roten Wahnsinns auch bei mindestens 3 der Hauptfiguren sichtbar, wenn auch nicht unbedingt im Endstadium. Spätestens bei Yuslan beim Ergreifen des Numinos, Arantheal direkt danach, bis zum Zünden des Leuchtfeuers, Coarek beim Angriff auf Ark, als er alle in der Stadt auslöschen will, ohne Unterschied. Die Anzeichen sind nicht alle so unvorhersehbar, wie in den offiziellen Fällen und nicht immer so exlosiv vom Zeitrahmen her, aber vom Ergebniss her schon.
Die Frage ist wohl, ob fast jeder darunter leidet, nur jeder geht damit verschieden gut um.
Aber selbst die unmittelbare Nähe zu den schwarzen Steinen löst scheinbar ähnliche Symtome aus, siehe z.B. Jespars Schwester.
Auf den Spieler scheint das alles nicht zu wirken, oder ist es genau das, warum wir gegen so ein Ende nichts tun können?
Vieleicht ist also alles, was uns an Übernormalen passiert, die Warnehmung und Folge unseres eigenen Wahnsinns?
Denn was zeichnet Wahnsinn eigentlich aus?
Ich bin plötzlich ein "Supperheld", höre andere Stimmen, finde für alles eine "logische" Erklärung, was in meine Sicht nicht passt?
Und die, die den Wahnsinn an mir sehen, die sind es, die mich verfolgen, die mir Wahnsinnig erscheinen.
OK, das ist sehr weit aus der Luft gegriffen.

@ Leorah
Deine Erklärung vom Alten Mann klingt schon sehr plausiebel. Gründe für sein "nicht Einmischen" könnten eventuell auch sein,
das er es nicht darf, ohne sich und die Frau im Wasser zu gefährden für einen doch extrem unsicheren Ausgang der Geschichte?
Vieleicht war er sogar der 1. Prophet überhaupt und ist deswegen mittlerweile abgestumpft.
Wobei eine mögliche Verbindung zu Arkt schließe ich immer noch nicht aus.

Das Leuchtfeuer wirkt denke auf Fleischlose ähnlich wie auf normale, da ja auch anderes nicht nur Menschen tötet.
Wie kann z.B. sonst eine Falle, egal ob magisch oder rein mechanisch dich töten, oder sogar eine Schlammkrabbe^^?


@Ephine
PS:Sorry zu spät gesehen
Geniale Gedankengänge übrigends^^
Last edited by Stefanie on 09.01.2017 22:19, edited 1 time in total.
Ephine wrote:

Meine Theorie zum alten Mann deckt sich so ziemlich mit der von Leorah und ich bin froh, dass noch jemand diesen Gedanken hatte. Ich verfolge die Diskussion hier auch schon eine Weile und dachte bislang meine Theorie wäre zu gewagt und abwegig.
Das habe ich auch gedacht. Daher freut es mich, dass du in eine ähnliche Richtung denkst und vor allem, dass du es schaffst das alles so plausibel darzulegen :)
Ephine wrote:
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft existieren bereits in jeder möglichen Form gleichzeitig. Die Magiebegabten können das nutzen.

In meiner Interpretation sind wir zu Beginn gestorben und unser (fleischloses) Bewusstsein wurde durch die verschleierte Frau in eine andere Eventualität/Parallelwelt befördert, um zu lernen die Schuldgefühle und Selbstzweifel aus der Kindheit zu verarbeiten. Die Charaktere, die wir in dieser Eventualität (oder Traum?) treffen, spiegeln meiner Meinung nach Ängste wider, die es zu überwinden gilt: Schuldgefühle und Angst Verantwortung zu übernehmen (Jespar), Selbsthass und Angst vor den inneren Dämonen (Calia) und den schönen Schein wahren aus Angst vor der Realität (Ryneus). Die schwarzen Steine repräsentieren für mich diese 3 Ängste.

Der alte Mann entspricht meiner Meinung nach unserem möglichen Zukunfts-Ich in einer anderen Eventualität, in der wir geflohen sind, da wir so töricht waren zu denken, dass sich die nächste Menschheit von uns missionieren lassen würde („Stolz war mein Fall“).

Menschen, die in das Haus des alten Mannes gehen, werden entweder Teil unseres Bewusstseins oder in eine andere Raum-Zeit/Eventualität geschickt. Sie können sicher nicht in unserem Kern-Bewusstsein (dem Haus) existieren, aber wir können unser eigenes Bewusstsein besuchen und kommen deshalb auch wieder heraus.
Ich habe das hier jetzt mal auf ein paar Aussagen gekürzt, zu denen ich noch ein paar Fragen hätte. Also einfach um sicherzugehen, dass ich das richtig verstanden habe:
Du gehst im Grunde auch von einer Art Traum-vor-dem- Ertrinken-Theorie aus, oder? Also bei der dann Jesper und Calia auch eine Manifestation der eigenen Persönlichkeit sind. Daher ist es Jesper auch möglich das Haus des alten Mannes zu betreten und wieder zu verlassen. Stimmt das so in etwa?
Ephine wrote:

Vielleicht müssen wirsolange allem irdischen Schrecken zusehen, bis wir lernen loszulassen (Vati erinnert uns daran) und uns und die Menschen mit all ihren Fehlern akzeptieren lernen. Man kann Absolution weder durch andere erhalten noch kann man andere vor schlimmen Erfahrungen oder deren Wiederholung (Zyklus) bewahren. :)
Klingt nach einer einleuchtenden Interpretation finde ich :)
Ich finde deine Sichtweise sehr gut dargelegt Ephine :) Wie auch die anderen. Ich habe nur die Frage dazu, wenn der alte Mann das Bewusstsein unseres Charakters ist, an wen ist dann der Brief gerichtet, den man in seinem Arbeitszimmer findet? Hast du dazu eine Idee?
Leorah wrote:
Das habe ich auch gedacht. Daher freut es mich, dass du in eine ähnliche Richtung denkst und vor allem, dass du es schaffst das alles so plausibel darzulegen :)
Puh, danke. Es freut mich, dass meine wirren Gedanken halbwegs plausibel rüberkommen :D
Leorah wrote:
Du gehst im Grunde auch von einer Art Traum-vor-dem- Ertrinken-Theorie aus, oder? Also bei der dann Jesper und Calia auch eine Manifestation der eigenen Persönlichkeit sind. Daher ist es Jesper auch möglich das Haus des alten Mannes zu betreten und wieder zu verlassen. Stimmt das so in etwa?
Ja genau, ich dachte an so etwas in der Art. Und falls Jespar einen Aspekt unserer Persönlichkeit verkörpert, kann er das Haus wohl ebenfalls betreten. Allerdings ist das nur eine von 100 möglichen Erklärungen. Eigentlich findet man diese Ängste/Schwächen doch bei fast jeder Person mehr oder weniger ausgeprägt. Deshalb reißen uns diese Schicksale auch so mit - man kann da einfach mitfühlen. Mir kam dieser Gedanke auch erst so richtig, nachdem
[+]
Jespar unseren Körper gefunden hatte.
Da dachte ich mir so: okay, hier stimmt etwas nicht. Ich konnte mir irgendwie nicht vorstellen, dass das nur ein schlechter Scherz der Hohen war. Vielleicht bringt ja die ausstehende Quest um die verschleierte Frau etwas Licht ins Dunkel und erklärt, ob wir nun tot sind oder nicht.

Der alte Mann war mir die ganze Zeit als warnendes Beispiel im Kopf, als es um die Entscheidung zwischen den beiden Enden ging. Ab da war ich mir (für mich persönlich) recht sicher, dass er eine mögliche Eventualität von uns selbst verkörpert. Das soll allerdings nicht heißen, dass ich eines der beiden Enden besser finde. Beide sind gleich aussichtslos irgendwie. Man kann die Menschen wohl nicht davon abhalten die gleichen Fehler immer wieder zu wiederholen (Zyklus). Das ist das Traurige daran.
Yelanah wrote:
... wenn der alte Mann das Bewusstsein unseres Charakters ist, an wen ist dann der Brief gerichtet, den man in seinem Arbeitszimmer findet? Hast du dazu eine Idee?
Hm ich habe den Brief ziemlich oft gelesen und dachte damals, dass er eventuell an Tealor Arantheal gerichtet sein könnte. Obwohl mich da die freundschaftliche Schreibweise stutzig machte (oder der alte Mann wurde bei Erinnerungen an seine Jugend sentimental?). Aber Tealor war der einzige, der mir an dieser Stelle des Spiels etwas zu stolz und rigoros vorkam. Nach Ende dachte ich eher, dass er an uns selbst gerichtet war; eben an unser jüngeres Ich als Warnung. Immerhin wollte der alte Mann doch förmlich, dass wir in seinem Haus herumstöbern. Also kann er den Brief dort absichtlich platziert haben. Allerdings stört mich dann auch wieder die Bemerkung "ein Mann großer Charakterstärke" (zu unserem Charakter mit seinen ganzen Selbstzweifeln passt das irgendwie nicht) und außerdem war der Brief ja eine Antwort auf einen Brief, den der alte Mann erhalten hatte. Aber wer würde dem alten Mann schreiben und erhält der überhaupt Post?
Vielleicht schreibt der alte Mann diese Briefe auch an sich selbst als Art Selbsttherapie. Genauso wie er anscheinend Holzpuppen schnitzt, um schlimme Erlebnisse zu verarbeiten?? Ich habe noch keine gute Erklärung dafür gefunden. Aber ich bin mir sicher, dass der Brief nicht einfach zufällig herumlag. An wen auch immer er gerichtet war, der alte Mann wollte mit Sicherheit, dass wir ihn finden. Was denkt ihr so über den Brief?
Ephine wrote:
Mir kam dieser Gedanke auch erst so richtig, nachdem
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Jespar unseren Körper gefunden hatte.
Da dachte ich mir so: okay, hier stimmt etwas nicht.
Hier habe ich mich auch schon gefragt, wie
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unsere Leiche eigentlich in den Tempel gekommen ist
Vielleicht habe ich da auch einfach etwas nicht mitbekommen, aber da habe ich auch noch keine logische Erklärung für finden können.
Ephine wrote:
Nach Ende dachte ich eher, dass er an uns selbst gerichtet war; eben an unser jüngeres Ich als Warnung. Immerhin wollte der alte Mann doch förmlich, dass wir in seinem Haus herumstöbern. Also kann er den Brief dort absichtlich plaziert haben. Allerdings stört mich dann auch wieder die Bemerkung "ein Mann großer Charakterstärke" (zu unserem Charakter mit seinen ganzen Selbstzweifeln passt das irgendwie nicht) und außerdem war der Brief ja eine Antwort auf einen Brief, den der alte Mann erhalten hatte.
Ich denke auch, dass es auf jeden Fall von ihm so vorgesehen waren, dass wir den Brief finden. Ohne ihn wären wir ja gar nicht erst bis zu dem Raum mit dem Wort der Toten gelangt und immerhin hat der alte Mann ja selbst zugegeben, dass es seine Absicht war, dass wir unser Ziel erreichen.
Aber ob er wirklich an uns, al ein möglicherweise jüngeres oder alternatives Ich gerichtet war, finde ich schwer einzuschätzen.
Genau diese Bemerkung finde ich nämlich auch schwierig. Zum einen, wie du schon gesagt hast, da die Beschreibung nicht so richtig zu passen scheint. Und zum anderen - ganz banal - weil es somit für weibliche Charaktere nicht wirklich elegant gelöst wäre.

Die Idee mit der Traumabewältigung finde ich interessant, aber am Ende steht ja glaube ich noch so etwas wie "in brüderlicher Liebe". Das wirkt für mich schon eher als gäbe es einen "externen" Adressaten. Aber muss natürlich nicht so sein.
Leorah wrote:
Hier habe ich mich auch schon gefragt, wie
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unsere Leiche eigentlich in den Tempel gekommen ist
Vielleicht habe ich da auch einfach etwas nicht mitbekommen, aber da habe ich auch noch keine logische Erklärung für finden können.
Das ist wahr.
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Ich bin mir auch nicht sicher, ob es unsere echte Leiche war, aber es hat mir den Gedankenanstoß gegeben, dass wir eventuell tot sein könnten. Es wäre naheliegend, dass die Körper vom Fluss, der durch den Tempel fließt, angespült wurden - soweit ich das mit dem Fluss noch richtig in Erinnerung habe. Dazu dürfte der Fundort der Leichen (unser Körper und der Kumpane vom Schiff) jedoch nicht zu weit vom Ort des Ertrinkens entfernt sein. Wir wissen jedoch nicht wo wir ertrunken sind, oder? Wir wissen nur, dass es irgendwo vor Enderal war glaube ich?? Also wäre es eventuell möglich, dass uns die Strömung mitgenommen hat?
Leorah wrote:
Aber ob er wirklich an uns, al ein möglicherweise jüngeres oder alternatives Ich gerichtet war, finde ich schwer einzuschätzen.
Genau diese Bemerkung finde ich nämlich auch schwierig. Zum einen, wie du schon gesagt hast, da die Beschreibung nicht so richtig zu passen scheint. Und zum anderen - ganz banal - weil es somit für weibliche Charaktere nicht wirklich elegant gelöst wäre.
Stimmt. Man hätte es in diesem Fall eleganter lösen können, indem man von einem "charakterstarken Menschen" oder "einer charakterstarken Persönlichkeit" spricht. Falls der alte Mann den Brief jedoch an sein jüngeres Ich addressiert hat, so war sein jüngeres Ich in seiner Eventualität und Zeitlinie eben männlich. Für all seine anderen Ichs, die ihn aus anderen Eventualitäten besuchen kommen, muss das nicht zutreffen. Allerdings ist er ein Beobachter, der uns bereits kommen sah und wahrscheinlich alle Eventualitäten überblicken kann. Somit ergibt das alles wenig Sinn. Die "brüderliche Liebe" würde insofern passen, da er sein jüngeres Ich eben als seinen kleinen, unerfahrenen "Bruder" sieht. Man entwickelt sich ja stetig weiter und ändert durchaus auch mal seine eigenen Sichtweisen im Laufe des Lebens. Er kann sich wahrscheinlich mit seiner Persönlichkeit von vor x-Jahren nicht mehr wirklich identifizieren. Sein damaliges Ich war von Stolz getrieben und er hat längst erkannt, dass das sein Fall war. Er meinte doch auch, dass er früher eine tolle Antwort darauf gehabt hätte, wer er wäre, doch nun kann er nichts mehr dazu sagen.

Wenn ich versuche mit meiner Theorie "der alte Mann ist das Bewusstsein des fleischlosen Propheten" zu argumentieren, könnte ich nur sagen, dass unser Charakter sein Bewusstsein eben als alten Mann visualisiert, genauso wie er seine Ängste/Schwächen als Jespar/Calia/Ryneus trifft. In diesem Fall ist das Szenario nur stimmig, wenn der alte Mann (=das Bewusstsein) auch im Brief konsequent am gewählten Geschlecht festhält. Denn unser Protagonist hat in diesem Fall die gesamte Welt kreiert, um nach seinem armseligen Leben am Bauernhof mit Vati doch noch als Held glänzen zu können. Er lebt also in einer Parallelwelt/Scheinwelt und läuft vor der Realität weg, ähnlich wie Ryneus. Die verschleierte Frau hat eventuell zu dieser fiktiven Welt beigetragen, indem sie Elemente einfließen lässt, die uns beim Erkenntnisgewinn helfen, damit wir unsere Ängste/Schwächen ablegen können. Aber auch Fiktion braucht konsequente Handlungsstränge. Sobald also die Entscheidung gefallen ist: "Das Bewusstsein wird als alter Mann visualisiert", so muss dieser in unserer Traum-Eventualität auch im Brief an sein jüngeres Ich/Bewusstsein konsequent bleiben. Könnt ihr nachvollziehen was ich meine? Es ist sozusagen alles ein Schauspiel/Rollenspiel (im wahrsten Sinne des Wortes haha) und jede Rolle muss besetzt und konsequent durchgezogen werden.
Überzeugt bin ich von keiner dieser Spekulationen. Bevor ich meine Gehirnwindungen jetzt noch mehr verknote, lasse ich es lieber :mrgreen: Ich habe wirklich keine stimmige Erklärung dafür, wer der Empfänger des Briefes sein könnte.
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