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Das mit der "neuen" Fortpflanzung beim Sternlingsstadtende gibt mir Rätsel auf.
Soweit mir bekannt ist, ist Calia für beide Geschlechter zu haben. Dann wäre ein Neuanfang bei einem weiblichen MC eher nicht möglich. Das hat bisher noch niemand erwähnt. Evtl. liege ich ja auch falsch.
Ich denke nicht, dass die Entwicklung des Menschen komplett von vorne beginnt und die Affen für den nächsten Zyklus erst mal vom Baum runterklettern müssen.

Hab gerade mal gegoogelt:
"Vor etwa acht bis sechs Millionen Jahren spaltete sich in Afrika eine Entwicklungslinie der Menschenaffen auf, aus der einerseits die Schimpansen und andererseits die Menschen hervorgingen ... Auch der moderne Mensch entstand in Afrika, vor etwa 200.000 Jahren." (Quelle: http://www.oekosystem-erde.de)

Das wären unfassbar lange Zeiträume, durch die auch die letzten Spuren einer Zivilisation vollkommen verschwinden würden. Ich halte daher eine Zeitspanne von ein paar tausend Jahren zwischem den Untergang einer Zivilisation und dem Entstehen einer neuen Zivilisation für sinnvoll.

Möglicherweise fängt tatsächlich alles mit Adam und Eva an (sofern Fleischlose Kinder zeugen können), aber ich hätte auch noch eine andere Idee:

Erst der Tod eines Hohen leitet eine neue Ära der Menschen ein.

Damit wäre der Kreis geschlossen und alles hält die Balance. Ansonsten würde es ja darauf hinauslaufen, dass es immer mehr Hohe gibt. Und wenn durch das Aufsammeln menschlicher Seelen ein Hoher entsteht, kann es andersherum genauso gut sein, dass durch den Tod eines altersschwachen Hohen wieder Seelen in die Welt gespült werden. Der Rest....Magie!
Arpharis wrote:
Ich denke nicht, dass die Entwicklung des Menschen komplett von vorne beginnt und die Affen für den nächsten Zyklus erst mal vom Baum runterklettern müssen.

Hab gerade mal gegoogelt:
"Vor etwa acht bis sechs Millionen Jahren spaltete sich in Afrika eine Entwicklungslinie der Menschenaffen auf, aus der einerseits die Schimpansen und andererseits die Menschen hervorgingen ... Auch der moderne Mensch entstand in Afrika, vor etwa 200.000 Jahren." (Quelle: http://www.oekosystem-erde.de)

Das wären unfassbar lange Zeiträume, durch die auch die letzten Spuren einer Zivilisation vollkommen verschwinden würden. Ich halte daher eine Zeitspanne von ein paar tausend Jahren zwischem den Untergang einer Zivilisation und dem Entstehen einer neuen Zivilisation für sinnvoll.

Möglicherweise fängt tatsächlich alles mit Adam und Eva an (sofern Fleischlose Kinder zeugen können), aber ich hätte auch noch eine andere Idee:

Erst der Tod eines Hohen leitet eine neue Ära der Menschen ein.

Damit wäre der Kreis geschlossen und alles hält die Balance. Ansonsten würde es ja darauf hinauslaufen, dass es immer mehr Hohe gibt. Und wenn durch das Aufsammeln menschlicher Seelen ein Hoher entsteht, kann es andersherum genauso gut sein, dass durch den Tod eines altersschwachen Hohen wieder Seelen in die Welt gespült werden. Der Rest....Magie!
Das die Entwicklung einer neuen Menschheit vermutlich nur wenige Tausend Jahre dauert, da stimme ich zu.

Aber deine These, dass erst mit dem Tod eines Hohen eine neue Menschheit ensteht ist ganz sicher falsch.
Ein Hoher ensteht nicht durch das entziehen von Seelen, schließlich kann ein Hoher vermutlich nur mit Hilfe eines Leuchtfeuers enstehen und das Leuchtfeuer ist ganz sicher kein Mittel um eine flächendeckende Seelenfalle zu wirken.

Zweitens die Energie aus Seelen ist irgendwann verbraucht, verbrauchte Seelen können nicht wieder freigesetzt werden da sie nicht mehr existieren und somit könnten mit jedem Zyklus weniger Menschenseelen freigesetzt werden bis schließlich keine einzige Seele mehr übrig ist.
Selbst wenn die Seelen nicht verbraucht werden würden, wäre die Energie irgendwann komplett verbraucht. Dies führt zum selben Ergebnis nämlich das es irgendwann weder Menschen noch Hohe gibt.
Lotzi wrote:
Das mit der "neuen" Fortpflanzung beim Sternlingsstadtende gibt mir Rätsel auf.
Soweit mir bekannt ist, ist Calia für beide Geschlechter zu haben. Dann wäre ein Neuanfang bei einem weiblichen MC eher nicht möglich. Das hat bisher noch niemand erwähnt. Evtl. liege ich ja auch falsch.
Selbst mit einer Männlein/Weiblein-Kombination wird das nichts (Jespar kann auch mit einem in die Sternlingsstadt fliehen, aber das nur am Rande). So rum gesehen ist das ziemlich egal, wer mit wem, weil zwei Examplare einer Spezies einfach keinen ordentlichen Genpool bieten.
Mastian wrote:
Aber deine These, dass erst mit dem Tod eines Hohen eine neue Menschheit ensteht ist ganz sicher falsch.
Ein Hoher ensteht nicht durch das entziehen von Seelen, schließlich kann ein Hoher vermutlich nur mit Hilfe eines Leuchtfeuers enstehen und das Leuchtfeuer ist ganz sicher kein Mittel um eine flächendeckende Seelenfalle zu wirken.
Wieso eigentlich nicht, ich finde, die Idee hat was. Nach Aktivierung des Leuchtfeuer sieht ja man diese geisterhaften Abbilder der Personen über ihren Körpern schweben. Gut möglich, dass das ihre Seelen/ ihr Bewusstsein oder was auch immer in der Richtung darstellen soll, woraus sich dann mindestens ein neuer Hoher formt, besser gleich mehrere, sonst ich mir kriege nämlich nicht erklärt, warum es mehr als nur einen Hohen gibt :P .
Dieses kollektive Bewusstsein müsste dann im Verlauf eines Zyklus wieder in Menschenform kommen, wahrscheinlich bei der Erschaffung der nächsten Generation. Würde auch erklären, warum die Ereignisse von Zyklus zu Zyklus sich so stark ähneln, wenn die neue Menschheit noch von den Erinnerungen und Erfahrungen vergangener Zivilisationen beeinflusst wird.
Mastian wrote:
Zweitens die Energie aus Seelen ist irgendwann verbraucht, verbrauchte Seelen können nicht wieder freigesetzt werden da sie nicht mehr existieren und somit könnten mit jedem Zyklus weniger Menschenseelen freigesetzt werden bis schließlich keine einzige Seele mehr übrig ist.
Selbst wenn die Seelen nicht verbraucht werden würden, wäre die Energie irgendwann komplett verbraucht. Dies führt zum selben Ergebnis nämlich das es irgendwann weder Menschen noch Hohe gibt.
Energie verbraucht sich nicht, sie ist nur woanders (so ähnlich, wie mit Geld, aber das ist ein anderes Thema :wink: ). Selbst wenn man davon ausgeht, dass es beim Übergang Hoher -> Menscheit bzw. umgekehrt Transferverluste gibt, könnte eben das der Grund sein, warum die Hohen überhaupt Seelen "ernten" müssen. Wenn eine Zivilsation wächst, sich vermehrt, kommen mehr Individuen hinzu, genutzte Resourcen werden also sozusagen in mehr "Seelenenergie" umgesetzt. Irgendwann ist der Punkt erreicht, das mehr Energie zur Verfügung steht, als ursprünglich investiert wurde und die nächste Läuterung kann stattfinden, ohne das sich +/- am Endergebnis etwas ändern muss.
Ich glaube es gibt nicht mehrere Hohe, sondern nur die Hohen. Wie Wasser, es ist egal wie viel es bleibt dennoch eins.
Die Hohen sind schließlich keine richtigen Wesen sondern nur etliche Bewusstsein die zusammen ein Ganzes bilden, die Anzahl an Bewusstsein wird zwar nach einer erfolgreichen Läuterung erhöht aber es bleibt ein großes Ganzes.

So erklärt sich mir auch der Ursprung der Hohen:
Ein Volk hat sich weit genug entwickelt und es geschafft sich mit Hilfe einer Maschine (das Leuchtfeuer) in eine rein geistliche Form zu erheben dabei haben sie sich dann zu den Hohen als ein Ganzes gebildet.
Dann irgendwann entwickelten sich wieder Menschen und als diese einen gewissen Entwicklungstand erreichten wollten die Hohen sie in ihr kollektives Bewusstsein aufnehmen, nach dem Motte befreit sie von ihrem Leid.

Warum schufen sie dann den Zyklus?
Wie ihr wisst können die Hohen die Welt kaum beeinflussen, haben also wenig Beschäftigungsmöglichkeiten, ihnen war schlicht Langweilig.
Aber da war doch dieses spannende Ereignis als sie ein Volk in ihre Reihen aufnahmen und sie wollten es wiederholen. Irgendwann ging es ihnen vermutlich gar nicht mehr um die Menschheit und nur noch um die Unterhaltung die eine Läuterung mit sich brachte und sie fingen an die Entwicklung neuer Menschheiten zu beschleunigen egal welche Mittel dies erfordert, der Zyklus war geboren.

Daher kann ich deine These auch nicht akzeptieren, da sie meiner widerspricht.
Bin mir zwar sicher, dass keiner hier (ich auch nicht) Recht hat aber macht doch irgendwie Spaß sich sowas auszudenken :mrgreen:
Das würde auch die "leere" Sternenstadt erklären. Den Sternlingen ist ebenfalls die Erreichung einer Art Geistform gelungen. Während der Expidition mit dem Sternenschiff sagt der verrückt gewordene Sternling mit dem unaussprechlichen Namen: "Sie sind hier ihr könnt sie nur nicht sehen". Deswegen auch das komplexe Abwehrsystem, weil sie selbst (ähnlich wie die Hohen) nicht mehr direkt eingreifen können.
So erklärt sich mir auch der Ursprung der Hohen:
Ein Volk hat sich weit genug entwickelt und es geschafft sich mit Hilfe einer Maschine (das Leuchtfeuer) in eine rein geistliche Form zu erheben dabei haben sie sich dann zu den Hohen als ein Ganzes gebildet.
Interessanter Gedanke! Allerdings erachte ich die Maschine einzig und allein als das, was sie letztendlich ist. Ein Zerstörungsmechanismus. Der schwarze Wächter behauptet zwar, sie könne die Hohen ein für allemal bannen. Jedoch kann er das unter keinen Umständen wissen, da es ja noch nie passiert ist.

Das Vorhandensein der Maschine zeigt m.M.n., dass der Mensch nicht bereit für Veränderungen ist. Es bedarf überhaupt keiner Maschine oder irgendeines Konstrukts, um die Hohen zu "bannen". Auch hier sagt der schwarze Wächter: "Würdet ihr sie als das erkennen, was sie wirklich sind, wären sie machtlos."

--> das ist der Knackpunkt! Die Menschheit müsste im Kollektiv erkennen, worauf sie zusteuert, was ihr Handeln für Konsequenzen nach sich zieht und sich selbst reflektieren. Das ist ein Prozess, der sich im Inneren vollzieht, im Geiste. Wie sollte eine Maschine etwas daran ändern können? Das Auslöschen der Hohen durch das Leuchtfeuer würde bedeuten, dass in diesem Moment das universelle Denken der Menschen geändert wäre. Wie sollte das möglich sein? Viel eher ist es doch so, dass allein die Suche nach dieser Maschine den Entwicklungsstand der Menschheit aufzeigt und in diesem Moment schon klar ist, dass die Zerstörung / Auslöschung unvermeidlich ist.
(Stand: Hier geht es um das Ende von Enderal, wie es bei Release in 2016, also vor dem für 2017 angekündigten DLC präsentiert wurde.)

Ich frage mich, welches End-Szenario für die Menschheit die besten Chancen bietet. Beide vom Spiel angebotenen Enden finde ich auf ihre eigene Weise herzzerreißend, je nachdem, wie sehr man als Spieler Empathie aufbringt und sich von der Story gefangen nehmen lässt. Für mich ist am schlimmsten und zugleich am genialsten: In jedem Gedankenspiel gibt es unbefriedigende und offene Punkte. Was ich hier zusammengetragen habe, zeigt: ich weiß gar nichts und nutze die Möglichkeit, die Enden selbst auszulegen und mir die Zukunft auszumalen – und in den Vorstellungen anderer will ich mir nicht anmaßen, drin rumzupfuschen. Ich versuche nur mal, meine Gedanken zu sortieren und meiner Verwirrung Herr zu werden mit dem Hintergedanken, irgendwie eine Tendenz rauszufinden, mit welchem Ende die ingame-Menschheit die besseren Karten haben könnte.

Achtung: langer, stellenweise stark subjektiver Post, der sicherlich auch Logikfehler und Widersprüche enthält.


Leuchtfeuer-Ende
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Hier wird das bereits brennende Leuchtfeuer vom MC zerstört, bevor die „Hohen“ das Bewusstsein aller höheren Organismen schlucken können. Enderal ist aber ziemlich jenseits der Rettung und von den umliegenden Reichen wird stark angenommen, dass hier die Menschheit die nächste Läuterung auch wieder selbst herbeiführen wird. Unsere einzige Hoffnung: Unser Gefährte (Jespar / Calia) unterrichtet jene Gesellschaften von der wahren Gefahr hinter der Läuterung und bringt sie dazu, sie zu verhindern (diesmal wirklich).

Was kann der Überlebende also tun? Die Vernichtung der „Hohen“ nach ihren eigenen Regeln herbeiführen? Hierzu bräuchte man den leider abhandenen Numinos (also Wort der Toten + „Hohen“-Essenz) und die gleiche Art schwarze Steine, wie sie vom MC erst herangeschafft und dann zerdeppert werden, ohne dass er etwas Tieferes über die Natur dieser Steine erfährt. Diese Zutaten aufzutreiben ist, wenn überhaupt, eine ziemlich aussichtslose Sache, solange die „Hohen“ nicht auf ihre charmante Weise nachhelfen. Erschwerend kommt hinzu: Fürs Füllen eines neuen Numinos bräuchte man einen Propheten, der aber nur auftaucht, wenn die Läuterung kurz bevorsteht. Es wird also zwangsläufig mal wieder knapp.
Das Aktivieren des Leuchtfeuers ohne den Numinos führt zur Läuterung. Dies führt zur Frage, ob die „Hohen“ uns tatsächlich nicht angelogen haben und das Feuerwerk mit Numinos nun doch wirklich ihre Macht außerhalb der Menschenköpfe annulliert. Leider hat genau dieses Bemühen ja bisher immer die Läuterung eingeleitet und würde es – den Regeln der universellen Schweinerei folgend – wahrscheinlich wieder tun. Die „Hohen“ sind scheinbar wohlgenährt und mächtig genug, um diese Abfolge immer wieder herbeizuführen. Kein Wunder, dass sie Experten der Manipulation von genau der eigentlich bewussten, mit einem Schleier bedeckten Bewusstseinspampe sind, aus der sie selbst irgendwie bestehen. Dieser Macht steht nur entgegen, dass unser Begleiter aufgeklärt ist und als einziger einen Plan hat, was (nach seinem Wissensstand) Sache ist.
Ein „Hohe“izid scheint schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Eine andere Möglichkeit zum Bezweingen der „Hohen“ wäre, durch Aufklärung die Untätigkeit derer herbeizuführen, die sonst eine Läuterung auslösen würden. Aber kann Jespar / Calia es eigentlich schaffen, den Herrschern aller anderen Länder und aller nachfolgenden Gesellschaften den Kopf zurecht zu rücken, ohne selbst den Zyklus unwillentlich voranzuteiben?
Erstens (positiv): Motivation
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Sie sind beide sehr komplexe, mit sich selbst im Unreinen befindliche Charaktere, als wir sie kennenlernen. Durch die Verfolgung der Gefährten-Quests hilft der MC ihnen, mit sich selbst (zumindest etwas) ins Reine zu kommen. Gerade bei der Romance gibt die Verbundenheit zum MC ihnen nach meiner Auffassung etwas Vertrauen in die Menschheit wieder. Unser Selbstopfer könnte sie in der Sichtweise bestärken, dass die Menschheit ihr Gutes hat - schließlich wissen sie von ihrer Seite der Beziehung aus, was der MC aufzugeben bereit ist und vertrauen dessen Urteil. Das könnte ihnen genau die Art Stärke geben, die ein hoffnungsvolles Weiterleben und –kämpfen ihnen abverlangen wird (meine subjektive und kitschige Sichtweise dazu...).

Hierbei wird davon ausgegangen, dass das Opfer des MC etwas Heroisches ist; nicht dass es der leichtere Ausweg für unsere von Träumen geplagte fleischlose Hülle ist, die sich nach einem Flammentod und lange vergangenen Familien-Barbecues verzehrt.
Ein verwandter Gedanke: Wir hatten keine andere Wahl als Aixom (ein Teil unseres Unterbewusstseins, unser altes Ich oder etwas anderes?) umzubringen, um uns aus dem im Kreis verlaufenden Kerker zu befreien. Dies kann man natürlich auch in alle möglichen Richtungen interpretieren, doch es könnte vielleicht als Anspielung darauf verstanden werden, dass wir uns oder einen Teil unserer selbst töten müssen, um weiterzukommen.

(-> Worüber ich keinen Plan habe: Wenn man bei keinem der beiden Begleiter wirklich Sympathie sammelt und die Gefährten-Quests versemmelt, nehmen sie dann überhaupt die Rolle des Übermittlers der „wahren“ Bedrohung ein oder bringt das Leuchtfeuer-Ende die absoluten Katastrophe ohne die kleinste Hoffnung für die noch lebenden Lebewesen?)
Zweitens (neutral): Eine große Philosophin sagte einst, dass jeder Wandel mit einem Moment der Klarsicht beginnt.
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Die „Hohen“ selbst sind sehr abstrakte Entitäten und ihr zukünftiges Handeln können wir nur erahnen. Sie müssen durch die teilweise Durchkreuzung ihrer Pläne sicherlich die Konsequenz ziehen, in Zukunft irgendetwas anders zu machen. Oder sind sie selber nicht dazu in der Lage, sich aus ihrem persönlichen Zyklus zu befreien? Wenn man davon ausgeht, dass das Abbrechen der kompletten Läuterung Enderals wirklich den Plänen der „Hohen“ zuwiderläuft und nicht AUCH NOCH Teil ihrer Pläne ist (aber irgendwo müssen die Bastarde doch auch mal aufhören, Schachzüge vorherzusehen… oder nicht?… ahhhgottdiesespiel).
Die Läuterung wurde abgebrochen - zukünftige vielleicht ebenfalls, wenn die Menschheit dank unseres Begleiters mal nicht versagt - und niemand weiß, wie sich das auf die „Hohen“ auswirkt. Was zu gut wäre, um wahr zu sein: Vielleicht „verhungern“ sie jetzt ganz von alleine. Wer weiß, wie der Metabolismus von so einem Ding funktioniert. Vielleicht verrecken die ja von ganz alleine, wenn sie eine Mahlzeit auslassen? Vielleicht erreichen sie aber auch einen Status, in dem sie wirklich, wirklich dringend ein Snicker‘s benötigen und platzen in Gestalt von Grauen Männern und RTL-Sendungen einfach mal in die nahesten Dimensionen, um der Menschheit dort das Bewusstsein wegzumampfen… *schluck*

Drittens (negativ): Ressourcen und Grenzen von Jespar / Calia
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Unsere Gefährten sind zwar als Überlebende der Läuterung glaubwürdig, aber bisher trotzdem nur kleine Figuren ohne besonderen politischen Einfluss. Es ist also fraglich, ob sie bei allen guten Absichten die Möglichkeit haben, sich bei Gegenwind durchzusetzen. Dabei sind sie beide besonders: Calia hat ihren Engel, der ist jedoch als Hilfsmittel fraglich und ebenso sehr Last wie Macht. Jespar ist möglicherweise auch kein Bauer auf dem Spielbrett mehr (er wurde ja wie der MC von der Schleierdame wiederbelebt). Wer weiß schon, ob ihn das nicht in unsere Schuhe steckt: Er könnte (ebenso wie Calia natürlich) in die gleichen Muster aus Fremdbestimmung fallen, die sich die „Hohen“ bei allen Menschen zu Nutze machen.
Was noch schwerer wiegt: Möglicherweise ist das Beste, was der überlebende Gefährte erreichen könnte, ist ein immer weiteres Aufschieben der Läuterung. Sogar wenn Jespar / Calia alterslos sind (oder wären, wem das lieber ist), müssten sie in dem Fall, dass sich die „Hohen“ nicht per Leuchtfeuer vernichten lassen, erstens überleben und zweitens dafür sorgen, dass über Generationen hinweg immer wieder einflussreiche Menschen die Wahrheit kennen und die Läuterung abermals aufschieben. Sie müssen ihr Leben in den Dienst einer sehr großen und frustrierenden Aufgabe stellen, indem sie eigentlich einen neuen Zyklus des Aufschiebens und Nichtstuns einleiten … eher fraglich, ob das ohne Hochmut und falschen Götterstatus zu schaffen ist. Gerade Quest-liebende Gamer sollten das Paradox von Untätigkeit ohne dabei allen Einfluss aufzugeben nachvollziehen können. Es besteht vielleicht Hoffnung, dass dem jeweiligen Gefährten dabei Entitäten wie die Schleierlady und vielleicht der alte Mann (wenn der denn nun noch lebt und nicht nur seine Frau im Goldfischtank im Sinn hat) unter die Arme greifen, denn die scheinen ja irgendwie die Vernichtung der „Hohen“ zu befürworten.

Sternenstadt-Ende
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Der MC kommt in die wie ausgestorben wirkende Sternenstadt und hat (laut dem vertrauenswürdigen Goliath) dort oben die Möglichkeit, die Läuterung zu überleben und sich als neue „Gottheit“ aufzuschwingen. Als solche soll er/sie/es den Menschen der kommenden Zivilisation(en) den Glauben an die „Hohen“ nehmen und zukünftige Läuterungen so zu verhindern.
Das Spiel macht uns glauben, dass es in weiter Zukunft, aber dennoch zu Lebzeiten des (unsterblichen) MCs eine neue Zivilisation geben wird. Nachdem die Menschheit und andere höhere Organismen ausgelöscht wurden, wo sollen denn die neuen, geläuterten und unbefleckten Generationen herkommen? Irgendeine Instanz, die etwas davon hat, muss wohl dafür sorgen, dass neues Leben entsteht: die „Hohen“ hätten mit Sicherheit eine einleuchtende Motivation, ihr Schlachtvieh neu anzusiedeln. Vielleicht handeln hier aber auch diejenigen, die noch über ihnen in der Chefetage sitzen - Stichwort verschleierte Frau. Oder aber das Ganze ist Humbug, den uns der rostverpestete Goliath auftischt, und nach der Läuterung der jetzigen Menschheit tritt ganz normale, ehrliche Evolution ein und wir sitzen oben auf unserem Sternenstein und schauen den Pflanzen, dem Gewürm und allem, was ein für die Essgewohnheiten der „Hohen“ wertloses Bewusstsein hat, beim Wachsen zu. Weil das aber so langweilig ist, gehe ich mal unreflektiert von der Sache mit der seltsamen, fantastischen neuen Zivilisation mittels der von Goliath beschriebenen (und somit eh schon eher fragwürdigen) Menschheits-Evolution aus. An dieser neuen Zivilisation darf der MC nun herumdoktern und ihnen den Glauben an die Hohen austreiben.

Erstens (negativ): Ideen bluten nicht, sie fühlen keinen Schmerz
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Die neue Menschheit gegen die „Hohen“ zu immunisieren, setzt voraus, dass nicht nur ein Glaube, eine Idee, sondern auch das, was in jedem Menschen als „verschleierte Seite“ ihrer Persönlichkeit impliziert wird, ausgemerzt wird… aber wären Menschen dann noch Menschen und nicht nur noch Fleischlose oder seelenlose Hüllen ohne eigene Meinung wie in der von Ryneus geschaffenen Scheingemeinschaft in Silberhain? Ein von außen aufgedrücktes Ausmerzen der „schlechten“ Dinge in den Geistern der Menschen könnte man doch eigentlich…. na ja, als „Läuterung“ bezeichnen, oder…?
Zweitens (negativ): Hybris
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Erinnern wir uns an die Aussage des alten Mannes Gajus: „Mein Stolz war mein Fall“. Man könnte dies als Hinweis verstehen, dass die Idee, sich selbst als Gott zu deklarieren, insgesamt eher ‚meh‘ ist (siehe Vorgeschichte, Sturz der falschen Götter...). Den offensichtlich platzierten Brief in seinem Arbeitszimmer richtet er in brüderlichem Ton an eine unbekannte Instanz (uns, den MC? Oder gar aufgeklärten MC im wiederholten Run? [btw: Die einzige andere Person, die den MC deutlich als „Bruder“ bezeichnet, ist, schätze ich Ryneus… hab irgendwo die Theorie gelesen, das alle drei dieselbe Person sind]). Zu hoffen ist, dass der alte Mann den MC mal tatsächlich nicht (nur) manipulieren will, sondern es wirklich gut mit uns meint. Vielleicht. Wäre doch schön. Ein bisschen idealistisch sollte er sein, denn seine Frau im Wassertank meint immerhin, sie glaube noch immer an „den Traum“ … wobei Träume ja so eine Sache sind … hoffentlich meint sie nicht den Alptraum vom fleischfressenden Vati (sehr interessant hierzu ist der Thread „Reneyus und Gajus“).
Langer Rede kurzer Sinn: Wir wollen nicht so enden wie einer, der aus Hochmut und Stolz vielleicht wortwörtlich aus der Stadt in den Wolken auf die Erde gefallen ist (dass ein Zusammenhang zwischen Gajus und der leeren Sternenstadt besteht, ist reine Spekulation). Dass die Gefahr dazu besteht, impliziert etwa das Verhalten der anderen Boten.
Drittens (neutral): Wir müssen nur entscheiden, was wir mit der Zeit anfangen wollen, die uns gegeben ist
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Der MC und sein Begleiter haben viel Zeit. Zumindest der fleischlose Prophet hat (zumindest lt. Goliath, also einer nicht vertrauenswürdigen Quelle) den Zyklus bereits geändert, denn er lebt. Und nun hat er eine in die Ewigkeit verschobene Deadline, was ihn aber vielleicht in den Wahnsinn treibt (Tealor erzählt uns, dass die Einsamkeit ihn im Gefängnis am meisten quälte… auch wenn man da selbst drauf kommen kann, dass das eher ungeil ist). Ob unsere Begleitung nun alterslose maybellin-jade-Schönheit wie wir bleibt, wissen wir nicht genau: Calia kann Spuren von schwarzen Steinen enthalten; Jespar könnte als wiederbelebte Leiche ähnlich aus dem normalen Altern gerissen sein … was beides nicht unbedingt etwas Gutes sein muss. Blöd nur: Rein spekulativ muss man da oben doch irgendwann eine Klatsche kriegen. Zudem wissen wir nicht, was die Sternenstadt am Laufen hält und ob morgen nicht schon der Akku leer ist (wirft interessante Ansätze über den Zusammenhang Energie-Seelen-„Hohe“=Sternlinege auf...).

Und was passiert unten auf der "irdischen" Welt?
Wenn die beschriebene magische Zeitraffer-Evolution abläuft, wie Goliath es darstellt (erst die einfacheren und dann die höheren Lebewesen) folgt eine Evolution, die - ganz zufällig - wieder Humanoide hervorbringt. Hier nimmt als eine schon sehr… zielgerichtete Naturgewalt ihren Lauf... oder etwas anderes, z.B. die „Hohen“, die ihren Zyklus vorantreiben. Oder nochmal andere Übergötter; vielleicht die, die den Bockmist mit den „Hohen“ erst angerichtet haben. Oder etwas, was viel näher an der realen Welt angesiedelt ist. Für Darwin wahrscheinlich ein Alptraum, für mich die Grenze meiner Spekulationen darüber, wer oder was die neuen Zivilisationen vorantreibt.
Das Gute an dem Aspekt, dass der MC (und sein Begleiter) Zeit haben: Noch bevor sich die neue Zivilisation entwickelt, könnten wir, wenn wir schon die geringst-möglice Eventualität sind, doch gleich auf der frisch geläuterten Erde alle Leuchtfeuer auftreiben und vernichten. Gefährlich wären Expeditionen nach unten vor allem für den Begleiter … wer weiß, wie lange Leuchtfeuer-Fallout durch die Atmosphäre wabert?
Denkbar wäre auch, dass der MC es schafft, die „Hohen“ jetzt mittels eines neuen Leuchtfeuers + Numinos von außerhalb des Zyklus und in der angeblich sicheren Stadt, wirklich zu grillen. Wenn man davon ausgeht, dass ein Leuchtfeuer dazu in der Lage ist, was ja insgesamt schon sehr fraglich ist. Außerdem ist es eine große Welt und wir sind doch irgendwo nur kleine Fische… wo sollen wir denn die benötigten „Leuchtfeuer-Zutaten“ herkriegen, falls die in Enderal aufgebraucht sein sollten?
Es könnte sein, dass der alte Mann (falls er unser Vorgänger als Prophet sein sollte) noch immer auf einer vergleichbaren Quest befindet („Zerstöre alle Leuchtfeuer*****" oder „Grill die Hohen 6795643.0: Diesmal wirklich*****"), während die „Hohen“ ihn möglicherweise auslachen und ihn heimlich, still und leise weitermanipulieren. Für den MC besteht die Gefahr, ebenso weiterzuvegetieren wie der alte Mann mit seiner Liebsten in der Frischhalte-Verpackung. So appetitlich, dass nicht einmal die „Hohen“ ihr Bewusstsein anrühren.

Viertens (positiv): Wenn ich etwas gelernt habe, dann, dass der Mensch selbst zu seinen Erkenntnissen gelangen muss
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Achtung, jetzt wird es richtig wirr (tut mir sehr leid).
Das Sternenstadt-Ende enthält in seiner Offenheit das Potential zu einem „kombinierten Ende“ aus den beiden Mainquest-Enden. Wenn der MC mit oder ohne Calia / Jespar die Äonen überdauert, könnte er in seinem eigenen Seelenfrieden einen Mittelweg finden:
Wir retten unseren Partner (was sich positiv auf unser von Schuld-Träumen zerrüttetes Gemüt auswirken sollte), der MC lernt die neue Menschheit von der Wiege an kennen und falls er der Versuchung widersteht, sich zum Gott zu machen, beginnt die Läuterung irgendwann wieder im gewohnten Muster, denn Menschen sind nun mal Menschen. ABER mit einem Unterschied: Hier haben wir den Übermittler der Wahrheit, der selbst ein Prophet ist, vor Ort. Der MC sollte in der besten Position sein, die zukünftigen paar relevanten Menschen zum Nichtstun zu bewegen, ohne die gesamte Menschheit zu unterjochen. Am Ende des Spiels verlässt er zwar mit Hilfe, aber auch aus eigener Kraft den schuldbeladenen Vergangenheitstraum und kann sein eigenes „Verdorbenes“ somit nach meiner Interpretation akzeptieren. Wenn man es so verstehen will, hat er hier aufgehört, an die „Hohen“ zu glauben und brauchte dafür „nur“ eine Auseinandersetzung mit sich selbst, seinen verstorbenen und lebenden Liebsten sowie seinen eigenen dunklen Bewusstseinsebenen. Was der MC nicht brauchte, ist eine falsche Gottheit, die ihm diese Erkenntnis aufzwang. Auch wurde er so oft vor Hochmut und Religionsmissbrauch gewarnt, dass er Zwang als Mittel, der neuen Menschheit zu begegnen, von vornherein ausschließen sollte.
Wie könnte er mit all seiner Überlegenheit der Menschheit stattdessen helfen, die „Hohen“ ebenfalls statt Entitäten einfach als reine Abstrakta und Teil von sich zu akzeptieren? Wahrscheinlich gar nicht, denn diese Erkenntnis muss aus jeder einzelnen Person selbst kommen. Vermutlich fällt dem MC hier die Verantwortung zu, sich in Zurückhaltung zu üben, auch wenn es schwer fällt.
Vielleicht ist dies etwas, was den MC so besonders macht, dass die verschleierte Frau ihn und Jespar wiederbelebt: Seine Reise führt den MC an den Mittelweg zwischen Selbst-Vergöttlichung und Selbst-Opferung. Zwar wurde er manipuliert, aber seine Entscheidungen hat er selbst getroffen und seine Entwicklung selbst vollzogen. Seine Erkenntnisse erhöhen die Chancen dafür, dass er (in jedem neuen Zyklus oder reicht einmal?) die relevanten neuen „Boten“ (also gewissermaßen seinesgleichen) erkennt und auf dem Weg zur Läuterung abfängt.
Das wäre jedenfalls ideal. Für mich wäre es auch ok, wenn er jedes neue Leuchtfeuer vermint und im richtigen Moment hochgehen lässt oder den jeweiligen Beteiligten ordentlich eins auf die Mütze gibt oder oder oder...

Dem MC werden die Mittel (z.B. auch die freischaltbaren Erinnerungen, die nicht nur ein Menü, sondern ein Storyelement sind) gegeben, nach freier Wahlmöglichkeit zu diesem Ende, dem unwahrscheinlichsten aller eventuellen Enden, zu kommen und in Zukunft über die Läuterung(en) zu wachen, ohne sich über andere aufzuschwingen. Irgendeine höhere Macht (verschleierte Frau? Gajus, falls dieser nicht „nur“ ein gescheiterter Prophet ist?) ebnet uns zumindest in gewisser Hinsicht den Weg hierfür bzw. gibt uns alle nötigen Werkzeuge an die Hand und lässt uns dann entscheiden, was wir damit machen. Da der MC nicht mal genau weiß, was die Folgen einer verhinderten Läuterung oder gar der erfolgreichen Vernichtung der Hohen sind – oder ob selbst dies noch Teil des Zyklus ist – kann er nur seinem Gewissen gemäß handeln.
Mehr noch als die anderen Punkte ist dies natürlich ein haltloses Gedankenspiel, denn es wird ja schon eher impliziert, dass der MC eine neue Gottheit wird. Die Theorie idealisiert den MC stark und entsammt sicherlich meinem Bedürfnis nach einem befriedigenden Ende...
… aber warum zur Hölle nicht.

Kein Ende des Spiels: NewGame+ not found ;(
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Man erreicht es, indem man einfach aufhört, die Main Quest zu verfolgen und sich mit dem schönen Zustand des Abwartens, Nebenquestens und schließlich des Nichtstuns ergibt. Auf diese Weise entwickelt sich weder der MC noch die Welt um ihn herum über einen bestimmten Punkt hinaus, aber auch der Zyklus der Läuterung ist ingame effektiv abgebrochen – wenn man annimmt, dass der Abbruch die ingame-Figuren einfriert oder ihnen andere Wege als die des Spiels gibt, etwa ein friedliches Leben fernab von Ark. Ohne die vom Spiel vorgegeben Taten des MC kommt das Leuchtfeuer ja nicht zustande. Es kehrt also Stillstand für Enderals Leuchtfeuer-Geschehnisse ein, aber auch für den realen Spieler, der sich irgendwann, wenn auch die letzte Eispranke gesammelt und der letze Fisch… äh, Dungeon ausgeschlachtet wurde, wieder anderen Dingen zuwenden wird.

(Jetzt werde ich sehr bewertend und gebe meinen eigenen Senf dazu.)
Dieses „Nicht-Ende“ basiert auf dem Prinzip „Ich glaube daran, also ist es (für mich) so“. In meinen Augen der perfekteste, subtilste und tiefsinnigste Bruch der vierten Wand, der einem Spieler (nicht) von einem Spiel präsentiert wird. Und dabei ist dieses Ende irgendwo genauso schwer verdaulich wie die beiden tatsächlichen Spielenden; vor allem, da man diese Option doch eigentlich nur bewusst wählen kann, wenn man das Spiel, den Zyklus, die Verluste durch die Läuterung usw. bereits einmal durchlebt hat. Boom. Da sitzt man nun also vorm PC und ist sich dessen bewusst, dass der MC fleischlos ist und was passieren wird, wenn man voranschreitet usw.

Vielleicht macht gerade das den MC für den Player jetzt in einem anderen Sinne fleischlos. Wenn ich, der Spieler, jetzt im RL aufgeklärt bin, sehe ich mit anderen Augen, wie die „Hohen“ aus eigennützigen Motiven wiederholt auf die Läuterung zugehen. Ich werde gerade durch meine Erlebnisse und Erkenntnisse fast selbst zu einer verschleierten Eminenz des Spiels. Nur durch Untätigkeit oder ein Aufgeben, das dem Ego gar nicht gut schmeckt, also das Nichtverfolgen der Mainquest kann ich die Katastrophe verhindern. Damit würde ich zwar mein eigenes Spielvergnügen opfern, mir und den Spielfiguren aber auch Schmerz ersparen.

Noch stärker als bei den tatsächlichen Enden steckt hier in meinen Augen die Bodenlosigkeit des Meisterwerkes Enderal, da der Spieler, wenn er sich denn darauf einlässt, eine RL-Entscheidung für sein eigenes echtes Handeln treffen muss, die irgendwie auch Story-Relevanz hat. Finde den Gedanken haarsträubend.

(Würde mich mal interessieren, ob die Devs das Muster „Zyklus durchbrechen durch Nichtstun“ bewusst auf diese Auslegung abgezielt haben oder ob die wahnsinnig runde Story diesen Auswuchs von selbst gebildet hat.)

Falls sich wirklich jemand das alles durchliest, danke!

Bin sehr neu im Forum und habe noch nicht alles gewälzt, was für diesen Post vielleicht relevant wäre. Neue Theorien driften hier ja auf jeder Seite durch die Gegend, etwa zur Beziehung Sternlinge-„Hohe“, was es mit den geheimnisvollen Figuren wie Aixom auf sich hat, ob man als Mensch den Zyklus überhaupt je ändern kann....

Natürlich würde ich mich sehr über eure Meinungen, Feedback und weitere Anregungen freuen, und, oh richtig, tut mir leid, dass ich es so ausgewälzt habe. Hab den Text als Übersicht für mich selbst verfasst und ihn dann erst in teilbare Form gebracht. Das merkt man aber, denke ich, schon daran, dass meine Theorien sowie die Bewertung „positiv“, „neutral“, „negativ“ deutlich durch meine eigenen Wunschvorstellungen geprägt sind, die natürlich nicht mit denen aller hier übereinstimmen können. Das tut mir leid, aber das Aufstellen der Bewertungen ist meine Art, auf ein einigermaßen unbefriedigendes und dabei doch so rundes, schmerzliches, perfektes Spiel(ende) klarzukommen: Zum Teil sehr konstruierte Optionen aufstellen und die für sich wählen, die am besten gefällt.
Favorisiere gerade Sternenstadt-Ende mit unsterblichem Begleiter, mit dem der Main Character zusammen (fleischloser) Mensch bleibt, kein Gott wird und als solcher versucht, die Läuterung(en) der Zukunft aufzuhalten (das ist genau die Art offenes Ende, die ich gerade noch verkraften kann XD)

(Freue mich riesig auf das angekündigte dritte Ende, auch wenn ich Sorgen habe, dass ich dann einen ganzen Roman schreiben muss, um weitere lose Enden aufzudröseln und meinen Kopf wieder frei zu kriegen. :P )
Hallo QuitscheenteOfDoom (witziger Name, wenn ich da noch an Doom denke)
Also ich für meinen Teil finde es irgendwie genial, wie ausführlich du die einzelnen bisher angesprochenen Thesen erläuterst.
Was noch fehlt, ist deine Sichtweise zu den Träumen (bzw. Vergangenheit des Spielers)?
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Es gab unter anderen noch andere Theorien, das Spiel ist der Traum eines Ertrinkenden oder eines Wahnsinnigen
Dazu noch das bereits existierende 3. Ende :D , das ich spätestens seit der ersten Erwähnung hier im Forum nutze.
Ob das ein absichtliches Ende ist, möglich, aber wohl eher unbewusst.
Mir fällt doch tatsächlich nichts großes ein, Dich irgendwie zu wiederlegen und meine Sichtweise hab ich schon zu oft geschrieben.

Es scheint tatsächlich niemand geschaft zu haben, ohne Partner durchzuspielen, jedenfalls kam bisher dazu kein Kommentar.
Wenn doch, wäre das noch ein anderes Ende?

(nicht zu ernst nehmen)
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Daher wir uns zumindest bisher alle nicht komplett in die Gedanken der Entwickler reinversetzen können, bleibt es Theorie.
Da spiegelt sich Wahnsinn, Genialität, Sadismus und doch viel Verständniss, auch über grundlegende Gedanken wieder.
Oder erhoffen sich die Entwickler selber auf irgendwas eine Antwort zu finden (Ernte der Hohen)?
Ich könnte grad z.B. Nicolas mit irgendeinem Zauber zwingen, uns die Wahrheit darüber zu sagen.
Aber dann wäre die Läuterung bereits passiert. :wink:


Bin doch sehr gespannt, was im AddOn noch alles kommt.
Und mitlerweile habe ich glaube mehr Zeit damit verbracht, die waren Hintergründe zu finden, wie ich ingame war.
Um eins festzustellen, das ich trotz diverser Anspielungen seinerseits wohl zu Blöd dazu bin^^

Sollte es uns tatsächlich gelingen, eine neue zufriedene Zivilisation aufzubauen?
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Wenn wir den Frieden in uns selber finden, brauchen wir keine Götter, Kriege oder ähnliches mehr, aber entwickeln wir uns dann noch weiter? Oder ist es dann noch nötig.
Auch im richtigen Leben sind eigentlich alle "großen" Leute an ihren eigenen Unzulänglichkeiten gescheitert.
Außer bei Budda, da bin ich mir noch nicht sicher.
(Nein ich bin nicht Wahnsinnig, die Jacke ist doch sehr bequem)
:D Vielen Dank fürs schnelle Feendback und Lob :)
Stimmt, die Sache mit den Träumen wäre ein weiterführender Punkt, der natürlich auch fürs Ende wichtig ist. Und von diesen weiterführenden Fäden gibt es sicher noch einen ganzen Haufen... [spoiler]Für mich klingt es sinnvoll, die Träume als Auswuchs der Schuldgefühle auszulegen, die der MC als Lebender hatte; diese wurden dann von den "Hohen" manipuliert. Die komplette Story im Kopf eines Sterbenden zu sehen, fänd ich zu einfach... aber: wenn der Sterbende es quasi als Zukunftsvision sieht, die dann tatsächlich eintritt, wäre er hiermit gewissermaßen gerüstet, die ingame-reale Menschheit durch das endlos-Ende zu retten.[/spoiler]

Schätze, die wirklichen Hintergründe können wir genauso wenig aufdecken wie die ingame-Figuren, da ihre Infos auch aus kaum vertrauenswürdigen Quellen haben. (Beste Ausrede also, falls wir uns blöd fühlen : D) Der Interpretationsspielraum muss uns ja irgendwie absichtlich gegeben worden sein, egal wie gut oder schlecht wir damit dann umgehen. Und zumindest regt er viele heftig zum Nachdenken an ^^' Geht nicht nur dir so, dass das Spiel und seine möglichen Auslegungen dich noch lange nach dem Zocken in ihrem Bann halten...

Stimme dir auch bei der Angelegenheit "völliger Frieden entspricht völligem Stillstand" und dass das nicht menschlich wäre, zu (dazu fallen mir auch die Absichten von den Templern bei Assassin's Creed ein).

Falls es uns möglich wäre, alle losen Fäden der Story aufzunehmen und zusammenzubringen, wären wir mit den Erkenntnissen wahrscheinlich auch nicht glücklicher ;)
Last edited by QuitscheenteOfDoom on 08.04.2017 18:44, edited 1 time in total.
Nach den ganzen schönen, ausführlichen und schön ausführlichen Beiträgen weiß ich gar nicht recht, was man noch dazu sagen kann.
Mich freut, dass ich im Forum schon viele ziemlich coole Gedankenanstöße gelesen habe. Bei vielen Punkten sind mir Sachen bewusst geworden, die ich so gar nicht wahrgenommen hatte.

Vielleicht habe ich sie einfach nicht ganz durchschaut, aber als ich das Spiel durch hatte, hab ich gehofft "die Vati-Träume" würden noch etwas mehr...aufgeklärt werden.
Als ich das Spiel angefangen habe, hatte mich der Alptraum-Start schon etwas.. milde gesagt, überrascht. Hatte es aber dann so stehen lassen weil ich mir dachte da kommt noch eine Erklärung. Kam sie vermutlich auch..

Der vermeintliche Vater des MC ist scheinbar ein frommer Mensch. Er versucht für seine Familie zu sorgen und ihnen auch viele Annehmlichkeiten (gebratenes Fleisch, warmes zuhause) zu ermöglichen. Jedenfalls solange alles so läuft wie er es sich vorstellt.
Fehlverhalten wird von ihm aber sehr hart bestraft wie es scheint.
Mich interessiert allerdings, ob der MC wirklich für den Tod der Familie (Mutter, Schwester und auch Vati?) verantwortlich ist, oder ob er sich nur selbst verantwortlich macht, weil er nichts dagegen tun konnte? So wie er auch nichts gegen Vati tun konnte wie er die Mutter misshandelt?
Und das sind nur die ersten Gedanken die mir dazu in den Sinn kommen. Wenn man alle Träume anschaut, bleiben viele Fragen offen ehrlich gesagt.


Bei mir hatte sich natürlich auch die im Forum viel zitierte "Leere" nach der Hauptquest eingestellt :D

Weils mein erster Beitrag hier ist, möchte ich natürlich an dieser Stelle auch noch meine große Anerkennung and Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Hab noch nie ein RPG mit so einem Tiefgang gespielt. Super Job SureAI! Bitte MEHR! :D
Ja, die Familiengeschichte hat mir auch einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Die Alpträume verfolgen den Hauptcharakter offensichtlich schon eine ganze Weile, bevor die verschleierte Frau ins Spiel kommt, da ist also offenbar großes Schuldbewusstsein vorhanden. Ob das nun daran liegt, dass man den Tod der Familie einfach nicht verhindern konnte, oder aber daran, dass man selbst auf irgendeine Art die Hände im Spiel hatte, ist eine Frage, die ich mir nie endgültig beantworten konnte, aber ich tendiere eher zur ersten Möglichkeit, weil es besser in das ich-will-die-Kraft-haben-etwas-ausrichten-zu-können-Motiv passt, das einen als Fleischloser antreibt.
Ich muss gestehen, dass ich nach dem Durchspielen eine große Leere empfinde. Nicht bloß diese "oh nein, was spiel ich nun"-Leere, sondern eine existenzielle Leere.
Dass der eigene Hauptcharakter in Wahrheit gar nicht mehr am Leben ist, wird ja schon recht früh angedeutet und war mir spätestens seit Rynéus' Aussage, es fühle sich so an, als sei man gar nicht wirklich da, ziemlich klar. Überhaupt, Rynéus. Die Art, wie ein tragisches Schicksal in eine bonbonbunte heile Welt verwandelt wird, die von Anfang an leise erkennen lässt, dass irgendwas nicht stimmen kann, und dann ganz langsam ins Albtraumhafte abdriftet - absolut meisterhaft gemacht, aber es ging mir an die Nieren.
Das war so ein Abschnitt, der dem im Hintergrund leise vorhandenen Weltschmerz (den wahrscheinlich jeder kennt, der sich für Fantasy und Rollenspiele begeistert, denn die Neigung zum Eskapismus fällt ja nicht einfach vom Himmel) einen kräftigen Stich verpasst hat.

Aber ich schweife ab.
Nach einer langen Geschichte, die auf den letzten Metern einen grausamen Schwenk von einer verzweifelten Hoffnung zur Vergeblichkeit menschlichen Strebens vollzieht, war ich angesichts der Wahl zwischen der Aufgabe meines Un-Lebens für ein Fünkchen Hoffnung und meiner Flucht in ein Wolkenkuckucksheim, um letztlich zu einer Gottheit zu werden, ziemlich überfordert.
Ich habe mich dann für das Selbstopfer entschieden, weil es einfach Sinn ergab. Ich selbst nur eine Projektion, ein grausamer Scherz der Kräfte, die die Menschheit verschlingen wollen, Calia als Botin einer Millionen Jahre alten Weisheit, die die Menschheit in ihrer dunkelsten Stunde noch retten könnte ...

... aber es hat sich so leer angefühlt, so furchtbar leer und grausam. Calia war mir ans Herz gewachsen, und auch wenn ihr Abschied sehr tapfer und kurz ausfiel, sank mir doch das Herz bei dem Gedanken, sie ganz zu Beginn unserer gemeinsamen Geschichte wieder zu verlassen und auf eine Mission zu schicken, die noch viel verzweifelter und unwahrscheinlicher schien als die, die soeben gescheitert war. Ich zog es durch, doch das Ende gab mir keinen Trost. Ich fühlte mich nicht wie ein Geist, der seine Aufgabe erfüllt hat und endlich seinen Frieden findet, sondern einfach nur bitter und leer.

Also habe ich meinem Schicksal ein Schnippchen geschlagen und neu geladen. Ich habe mich gegen die Menschheit gestellt und für ein Leben mit Calia und eine Ewigkeit als Gottheit in einer Stadt über den Wolken entschieden. Das war ein tröstlicheres Ende. Wie gesagt, Calia ist mir im Spiel ans Herz gewachsen, und der Gedanke, dass mein Avatar sie zur Königin seiner Welt, zur Liebe seines Lebens erhebt, gefiel mir sehr.

Aber es schlichen sich Zweifel ein. Calia ist ein Mensch, sterblich, ihre Lebensspanne geradezu ein unbedeutendes Flackern verglichen mit der Ewigkeit, die ich warten muss, um meine egoistische Entscheidung einem höheren Gut zu widmen. Ich würde sie aufblühen, verwelken und schließlich sterben sehen, und irgendwann wäre sie nur noch eine blasse, idealisierte Erinnerung an den schönen Traum vom Menschsein. Und was wäre mit meinen Erfolgsaussichten? Wie gesagt, ich bin nur eine Illusion, eine Marionette der Hohen, die fest an den eigenen freien Willen glaubt. Wer kann mir garantieren, dass ich nach dem Tod des letzten Menschen, der an mich geglaubt hat, nicht einfach aufhöre zu existieren? Wer sagt, dass diese Hoffnung mehr ist als ein Hirngespinst eines Narren, der sich in den Jahrmillionen selbstverschuldeter Isolationshaft in seiner Höhle seinen Tagträumen und Allmachtsfantasien hingegeben hat, während er in Wahrheit nicht einmal eine Fliege hätte verscheuchen können? Wer sagt, dass mein Bewusstsein die Unsterblichkeit erlangen kann und nach den Äonen des Wartens auch in der Lage sein wird, den Menschen der Zukunft das Menschsein auszutreiben? Wäre das überhaupt eine erstrebenswerte Menschheit, die nur deshalb nicht von den Hohen verschlungen wird, weil ihre diktatorische Gottheit sie solange gängelt, bis sie alle ihre Schwächen verliert?

Ist die Flucht mit Calia am Ende nicht genau das, was Rynéus mithilfe seines schwarzen Steins getan hat? Die Flucht vor der Realität in eine Traumwelt, die zuerst Trost spendet, aber bei genauerem Hinsehen hohl und durchsichtig wird?

...

Ich musste diese Gedanken einfach aufschreiben, um sie zu verarbeiten. Noch nie hat mich ein Spiel so nachhaltig zum Grübeln gebracht. Ein wahres Meisterwerk, ich ziehe den Hut!
@Archol: Ich kann deinen Schmerz nachfühlen, wortwörtlich.
Das Ende ist ein echt harter Schnitt, und der tut weh. Es gibt so einige Spiele, wo einem am Ende nach Heulen ist und wenn man es tut, geht es einem besser - und dann gibt es Enderal ;')

Was einem Aufschwung geben könnte:
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Du kannst dir immernoch ein hoffnungsvolleres Ende zurechtlegen, z.B. eins, bei dem dein Charakter sich einfach nach Qyra absetzt, bevor er seinen Teil zum Bau des Leuchtfeuers beiträgt oder so ... siehe vorherige Posts ; )
Und dann ist da noch die Aussicht auf ein drittes Ende im DLC (andererseits, wer weiß, ob uns das nicht nur anders, aber ebenso hart treffen wird).
Wer kann mir garantieren, dass ich nach dem Tod des letzten Menschen, der an mich geglaubt hat, nicht einfach aufhöre zu existieren?
....Oha. Hoffen wir, dass in dem Fall irgendeine andere Instanz - es gibt ja nicht nur Menschen - noch an uns glaubt... (Ich glaube zumindest fest an meinen Main Charakter ;'D)
So .. mein Post wird wohl etwas aus dem Allgemeinen Themen Verlauf herausgeraten, aber empfinde Ihn für mich Wichtig. Nicht nur um meine Gedanken offen zu legen, sondern auch dem Team für viele Stunden der Freude und Trauer meinen Dank auszusprechen.

Ich habe Enderal angefangen zu Spielen, da war es gerade fertig und draußen. Ich habe bei der hälfte der Story im Grunde eine längere Pause gemacht, da ich Privat nicht viel Zeit hatte. Jedoch vor drei Tagen wieder angefangen und weiter gemacht.
Mein Gedanke war der, dass ich die Hauptquest durchspiele und dann alle Nebenquests erledige. So wollte ich mich auf die, wie ich hoffte und bestätigt wurde, wunderbare Hauptquest voll Einlassen und die Atmosphäre von Gespräch zu Gespräch mitnehmen.

Das am Ende alles anders kam, dies wusste ich nicht...

meine "Romanze" verlief mit Calia. Ich hatte in den Gesprächen mich ganz in meinem Charakter eingelassen. Man wollte ein Freund sein und Ihr bei den Problemen helfen. Ich hatte einen halben Herzkasper als wir in dieser Festung waren und Calia und Ich voneinander getrennt waren.
Man hört die Schreie, den Schmerz und denkt sich: "Verdammt nochmal! Ich muss mich beeilen bevor es zu spät ist!"
Der Gedanke, das es ein Spiel ist und man sich hätte Zeit lassen können, trotz der Schreie, war vergessen. Kurz vor dem Sterben habe ich einem eher Schlachten der Feinde, als taktischem Kämpfen mein Ziel erreicht und die Sequenz begann.

Man hatte die Möglichkeit die Wahrheit zu sagen, oder zu Lügen. Doch was wäre besser? Theoretisch, wenn der Besuch nicht so unangekündigt aufgetaucht wäre, wäre sie ja schon mit in diesem Raum gewesen.
Doch hätte es sie besser verkraftet, es nicht zu Wissen? Ein Speichern und beide Wege versuchen kam bei mir nicht in Betracht, nicht das ich es wollte - Nein. Schlicht habe ich diese Möglichkeit nicht vor Augen gehabt und so saß ich Minuten der Stille vor meinem Bildschirm und überlegte. Was würdest du wollen? Was wäre besser?

Man hoffte darauf, einen Draht mehr als Freundschaft zu finden. Durch verschiedenste Aussagen beider Seiten war einem klar, dort Herrscht mehr als nur Freundschaft. Doch aufgrund der Situation die Herrscht, gibt es keine Möglichkeit seine Emotionen hinaus zu lassen.
Man versuchte "Flirt"-versuche zu vermeiden, aus dem Gedanken heraus das es zu einer unangenehmen Situation zwischen den Personen führte.

Der Moment als Calia, nach angaben der anderen von dem Geröll erschlagen wurde, da wusste ich nicht ob ich überhaupt das eigentliche Ziel noch vor Augen hatte. Direkt klickte ich an, das man sie suchen muss.

Der Moment, das Ende als einem klar wird: "Nebenquests .. das wird hier wohl nichts mehr." da wird einem noch etwas klar.
Man hat auch als Spieler eine Emotionale Basis zu den Chars aufgebaut, wie auch zu den Situationen. Das liegt nicht daran das man sich irgendwie hineingesteigert hat, viel mehr der unglaublich Menschlichen Basis der Sprechern und Storyschreibern.
Wäre es ein Buch, wäre es ein Bestseller. Wäre es ein Film, wäre es ein Kinohit.

Ich habe viele Jahre Erfahrung im Rollenspiel durch RP innerhalb Onlinespiele oder PnP.
Und noch nie habe ich für ein Computerspiel, welches mir eine Geschichte aufgetischt hat, eine Träne vergossen.
Ich war und bin Traurig das ich beim Ende bin. Manche Entscheidung überdachte ich, doch wusste das es Richtig war.

Einmal am Ende, gibt es kein zurück ...

... dies war die richtige Entscheidung des Teams. Es hat einiges in mir ausgelöst. Es ist vorbei, kein lustiges oder tief Freundschaftliches Gespräch mit Jespar mehr.
Keine eher unbeholfene und von der Welt beeinträchtigte Romanze und tiefe Freundschaft mit Calia mehr.

Ich werde jede Minute vermissen, in der ich mich ohne Vorwissen in diese Geschichte eingelassen habe und hoffe tief in mir dass das Team diese, für mich extrem Wichtigen Charakter auch in folgenden Addons bzw DLC welche zu Enderal gehören, einbringt.

Ich bedanke mich für dieses Erlebnis. Ein 60€ vollpreis Spiel im Handel, das wäre dem Inhalt gerecht geworden. Einen Unterstützer für kommende Projekte dieser Art wurde gewonnen.

Ich ziehe meinen Hut ....
Ich habe Eneral vor ca. 2Std. beendet und nun diesen Thread durchgelesen. Es tut (so dumm es klingt!) wirklich gut, dass ich mit meinen Gedanken zur Story und der oft erwähnten "Leere" nach dem Durchspielen nicht alleine bin.
Danke an alle, die hier ihre "post-durchspiel" Gedanken mitgeteilt haben und damit geholfen haben die "Leere" etwas zu füllen.

Ich hätte grade soviele Gedanken und Fragen zu Enderal (Kann man den Eisenvogel in der Sternenstadt besiegen statt zu fliehen? Was hat es mit dem verlassenen Weisenhaus in der Unterstadt auf sich? Findet man mehr Informationen zur Rhalata? Oder dem Goldenforst? etc. etc.), aber ich versuche mich kurz zu halten und die wichtigsten zwei Punkte loszuwerden:

Die Entscheidung, dass man Enderal nach dem Hauptquest nicht mehr weiter erkunden kann ist brutal - selbst wenn man es vorher erahnt, dass es wahrscheinlich so kommt.
Und obwohl ein "fröhliches Nebenquest-Beenden" nach der Hauptgeschichte schön gewesen wäre (wie in Nehrim) und nicht diese "Leere" hinterlassen hätte hat SureAI wohl die richtige Entscheidung getroffen. Mit der Möglichkeit des Weiterspielens hätte das Ende nicht die Wirkung entfaltet, die es jetzt hat. Egal wie man es dreht und wendet: man kann nicht immer alles haben - leider.
Respekt für diese Entscheidung

Drei Momente haben bei mir zusammen bewirkt, dass dieses "unheilvolle Gefühl, dass der MC in Wirklichkeit bereits gestorben ist" schon lange vor dem Ende ein ständiger Begleiter war:
1) Als Axiom (?) während der Ordensprüfung eine derartige Möglichkeit erstmals erwähnt. Er sagte etwas in der Art: "In Wirklichkeit bist du gerade sterbend auf dem Meeresgrund und all das hier ist nur eine Wunschvorstellung deines sterbenden Geistes". Dass er damit nicht genau richtig lag ist egal - alleine eine solche Möglichkeit zu erwähnen hat genügt.
2) Als man seine eigene und Sirius Leiche überraschend findet.
3) Die Opfer des roten Wahnsinns die einen verwirrt anfallen mit den Worten "Du hast kein Fleisch!". Den Satz habe ich das erste Mal auserhalb der Mainquest gehört (Pulverklippe), was die Wirkung nochmal massiv verstärkt hat.


So nun muss ich erst mal weiter meine Gedanken ordnen. :)


Oh und last but not least: Ein GANZ dickes Danke an SureAI für Enderal. Es ist einfach ein geniales Projekt das ihr da geschaffen habt und es gab wenige Spiele zu denen ich mir so viele Gedanken gemacht habe.
Danke
Du solltest das Spiel auf alle Fälle ein weiteres Mal durchspielen. Mir fällt jetzt beim zweiten Versuch auch so viel mehr auf. Schade ist nur, dass man nicht alles vergessen kann, um noch mal diese Spannung zu erleben. Dieses Gefühl das man unbedingt sehen will wie es weiter geht...
Na ja, dafür viel es mir leichter die ganzen Nebenquests mal anzugehen, die ich beim ersten Versuch so sehr vernachlässigt habe, bis es kein Zurück mehr gab :D
Ich gestehe, ich war erleichtert und befreit, als ich mein Elternhaus unter mir zurückließ und ins weiße Licht entschwebte. :o

Ich hatte meine Mission erfüllt und alles getan, was mir möglich war. Meine Entscheidung stand schon nach dem Besuch der Sternenstadt fest. Eine Ewigkeit in Einsamkeit, umgeben nur von Maschinen und Apparaturen, war keine Option für mich.
Meine persönliche Befreiung fand schon in dem Moment statt, als ich "Vati" in der letzten Traumsequenz erwiderte, dass ich keine Schuld habe und er daraufhin endlich gehen musste/konnte.

Ansonsten konnte ich ja nicht wirklich in das Geschehen um das Leuchtfeuer eingreifen. Gerade in den letzten Kapiteln der HQ fühlte ich mich oft wie ein folgsamer Hund, der nur Befehle ausführt und keinen Spielraum für Entscheidungen hat. Eine Schachfigur im Spiel der Mächtigen, das wohl immer wieder gleich abläuft, ein ewiges DejaVus. Gleich im Anfangstempel gibt es ja auch ein zerstörtes Leuchtfeuer und eine Höhle mit Skeletten und einer Sternlingskapsel(?). Und Ark wurde über den pyräischen Trümmern erbaut. Also geschieht die Läuterung ja immer und immer wieder.

Und ich gebe zu, ich habe mich in Enderal nie wirklich heimisch gefühlt. Zu viele Ruinen und zerstörte, verlassene Häuser. Jeder Mensch "draußen" griff sofort an. Ich hätte gern mit vielen geplaudert oder gehandelt, z.B. mit den geheimnisvollen Skarrag im wunderschönen Lichthain. Ein freundliches Dorf in der Wildnis ab und zu hätte gut getan. Und es gab viele wundervolle Burgen, Schlösser, Tempel, die ihre Geschichte aber leider nicht preisgaben oder schlicht keine hatten, schade.

So kam mir manche Gegend vor, wie ein Rohdiamant. Vielleicht wird mit dem DLC ja noch der ein oder andere Brillant daraus !?
Und ich hoffe sehr, dass sich noch einige lose Enden dann zusammenfügen. Denn natürlich werde ich dann nochmal beginnen und auch nach dem versteckten dritten Ende suchen, obwohl ich mit meiner "Erlösung" auch ganz gut leben kann.
Bis dahin, schreitet wohl und meine tiefste Verbeugung vor dem Enderal-Team um Meyser Nicolas für dieses so tiefgründige Werk ! :thumbsup:
So, dann bin ich wohl richtig in diesem Thread. Gerade habe ich nach über einem halben Jahr Spielzeit meine Reise nach Enderal beendet, und möchte auch meine Hochachtung für dieses Spiel kundtun. Ich kann jetzt, 20 Minuten nachdem ich mit Calia in die Sternenstadt geflohen bin, dann neugeladen und mich doch lieber für die Rettung der Menschheit entschieden habe, für mich feststellen, dass Enderal eines der besten RPGs ist, die ich je gespielt habe (und ich habe damals mit der DSA Nordlandtrilogie angefangen...). Das selbe habe ich gedacht, als ich Nehrim durch hatte, aber Enderal hängt die Latte m.E. noch mal höher (mit einer Einschränkung: die Suche nach der Sternlingsstadt in Nehrim ist und bleibt das abgefahrenste Dungeon, das ich je gesehen habe). Genial. Richtig gut gemacht, SureAi, vielen Dank. Ich mache das nicht oft, aber heute bin ich gleich nach Ende auf die Seite hier gegangen und habe ein paar Dollar gespendet, das ist es einfach wert!
Lustig, dass so vielen auch aufgefallen ist, dass die Story doch sehr mit Mass Effect vergleichbar ist. Der Gedanke kam mir im Laufe der Story ein paar Mal, aber interessanterweise fand ich die Story bei Mass Effect komplett belanglos und gaga, während ich bei Enderal wie ein Irrer mitgefiebert habe. Das muss einfach am Tiefgang der Erzählung liegen, Enderal scheut sich eben nicht, auch schwierige Fragen nach Glauben und Lebenssinn zu stellen und das gibt dem Spiel nahezu literarische Qualität. Anders als bei vielen Spielen, die ich durchspiele und danach komplett vergesse und mir die Frage stelle, warum ich eigentlich immer noch so viel Zeit mit diesem Quatsch vergeude, hinterlässt Enderal das wohlige Gefühl, an der Vision einiger engagierter Programmierer teilgehabt zu haben. Das Spiel ist vorbei, mein Charakter endgültig tot und Vyn um einen Kontinent kleiner, aber Enderal wird ebenso wie Nehrim für lange Zeit in meinem Gedächtnis bleiben. Ich freu mich schon auf Arazeal ;)
Übrigens, meine absolute Lieblingsstelle im Spiel ist der Moment, als den Anwärtern auf die Mitgliedschaft im Orden nebenbei ganz salopp erklärt wird, dass Gott übrigens tot ist, aber man jetzt bitte doch schnell den potentiell tödlichen Trank der Glaubensprüfung trinken solle. Ganz großes Kino :lol: Ich hab mich echt schlappgelacht!
13.03.2017 16:45Dekkart wrote:
Übrigens, meine absolute Lieblingsstelle im Spiel ist der Moment, als den Anwärtern auf die Mitgliedschaft im Orden nebenbei ganz salopp erklärt wird, dass Gott übrigens tot ist, aber man jetzt bitte doch schnell den potentiell tödlichen Trank der Glaubensprüfung trinken solle. Ganz großes Kino :lol: Ich hab mich echt schlappgelacht!
Jo, das war klasse :D Fand das auch, als der Großmeister dem MC ins Gesicht sagt, dass der die megaschwierige / gefährliche Glaubensprüfung einfach mal ohne Vorbereitung für sein Ansehen mitmachen soll... und der MC ist so "k".
22.01.2017 03:45Stefanie wrote:
Es scheint tatsächlich niemand geschaft zu haben, ohne Partner durchzuspielen, jedenfalls kam bisher dazu kein Kommentar.
Wenn doch, wäre das noch ein anderes Ende?
Habe es mal darauf ankommen lassen und beide Gefährtenquests vermasselt :cry: Wurde dann irgendwie in einer Friendzone mit Calia gelockt, bei der sie meinen MC weiter begleitet...
[+] Unterschiede - HEFTIGE SPOILER über beide Gefährten-Quests und die Enden
... Jespar hab ich in der Silbernen Wolke vergrault und im Sternenschiff ist mein MC einsam schlafen gegangen; danach kam auch die Infobox über die geschieterte Calia-Quest. Im weiteren Verlauf des Spiels ging mein MC dann natürlich weder mit Calia Party machen noch plante er mit Jespar auszusiedeln. Die restlichen Unterschiede sind Kleinigkeiten (kann natürlich etwas übersehen haben):
Der Dialog mit Calia darüber, ob wir uns Coarek ergeben werden, läuft ganz leicht verändert ab und Arantheal bittet uns, "Hüterin Sakaresh" zu holen (statt "Eure Geliebte").
Später bekommt der MC beim Fleischlos-Ende keinen Abschiedskuss, sondern ein herzliches Schulterzucken :lol: Und in der Rede ganz am Ende erwähnt Calia den MC lediglich als Propheten.
Beim Schöne-Neue-Welt-Ende stopft man Calia wie bisher in die Kapsel und sitzt später beim Sonnenuntergang neben ihr. (Schätze, wenn man beide Quests vor die Wand fährt und dabei mit Jespar statt Calia höhere Sympathiewerte hat, läuft das dann mit ihm ähnlich.)
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