Heya~,
da ich Nehrim jetzt das Wochenende durch mein Hirn gezogen habe und wahrscheinlich etwas mehr meiner Freizeit hineinstopfen werde, habe ich mir gedacht, einige meiner wirren Gedanken ins Forum zu werfen und entweder zur Diskussion stellen oder auch einfach nur der allgemeinen Belustigung beizutragen.
Vorab als Information zu meinem Spielstil: Ich habe Oscuro's Oblivion Overhaul gequält bis die Tasten geglüht haben und dementsprechend kann mich kaum noch ein Schwierigkeitsgrad in Oblivion wirklich schockieren. Zumindest glaube ich das in meiner naiven Unschuld - ich werde ja sehen, was das Spiel noch zu bieten hat. Immerhin wurde ich bis jetzt von noch keiner tosenden Falle erschlagen, zerquetscht, aufgespießt oder verbrannt - das ist bereits ein Fortschritt in meinem Standard.
Derzeitiges Level: 14
Hauptquest-Fortschritt: Noch nicht einmal im Sanktum angekommen
Stärkster, besiegter Gegner: Todesfee
v. 1.1.1.1
Balancing:
Fangen wir mit dem Positiven an - die stärkeren Gegner, denen man am Ende eines Dungeons begegnet, haben soweit für mich mit der Ausnahme des spektralen Ogers eine Herausforderung geboten, die dem jeweiligen Dungeon gerecht wurde. Beim Metzgermeister war der leichte Dungeon wirklich stimmig (und nein, mit Stufe 14 schaffe ich den noch nicht ganz, war aber kurz davor). Es gibt allerdings einige normale Monster im Spiel, die ich in ihrer derzeitigen Stärke zumindest ansprechen will.
Wölfe
Während ich junge Wölfe und Waldwölfe in ihrer derzeitigen Form gut finde, habe ich ein Problem mit Wölfen und tollwütigen Wölfen. Zuerst zu den Wölfen selbst: Ihre Angriffsreichweite ist ganz klar eine Zweihandwaffe. Wenn sie in ihrer Angriffssequenz sind und ich bin in der Reichweite eines Feinstahlzweihänders +- einige Zentimeter, dann trifft der Angriff. Dies ist im Angesicht der Größe eines Wolfes und seiner Angriffssequenz ein wenig übertrieben - außer natürlich der Wolf trägt unter seinem Fell ein blaues Hemd mit einem großen S darauf. Die Angriffskraft des Wolfes ist absolut in Ordnung, auch wenn ich mich beim Blockschaden manchmal frage, warum zur Hölle dieses Vieh mehr Schaden macht als ein Schlachtenhammer.
Tollwütige Wölfe hingegen - so sehr ich auch verstehe, dass ein tollwütiges Tier mit mir kuscheln will und deswegen die Nähe sucht - greifen mich prinzipiell nicht an. Es scheint als wenn die KI da einen Aussetzer hat oder mein Spielstil die Fellknäule so sehr verwirrt, dass sie mich für ein Kuschelkissen halten.
Frostelementare
Während Feuerelementare mich am Anfang mit ihrem Feuerangriff zum Berühren zwar auch nicht sonderlich beeindrucken können, haben sie jedoch bereits eine Angriffsreichweite- und Sequenz, die sie zu Gegnern macht, für die ich mich tatsächlich ab und an mal heilen muss. Von einem Frostelementar allerdings wurde ich bis jetzt noch nicht ein einziges Mal getroffen, verletzt oder auch nur in eine Ecke getrieben. Ich konnte bereits auf level 6 ganze 3 Frostelementare gleichzeitig in Schach halten. Am Anfang dachte ich mir, dass ihre Schwerfälligkeit einfach so gewollt sei, aber während Wölfe mit ihren Schallwellenangriffen auf 5 Meter gegen den Wind treffen, dachte ich mir, dass die ollen Frostelementare mit ihren riesigen Armen auch ein weeeeenig weiter treffen könnten. In der Elementarschmiede Beldur hätten die Frostelementare durchaus einen Fernangriff haben können, damit ich zumindest mal ein wenig ausweichen hätte müssen. Dasselbe gilt für ihre spektralen Gegenstücke, die teilweise sogar zu groß für ihren eigenen Dungeon, den Höhlen von Urdiliar, waren und nicht durch Eingänge passten. Dankbares Erfahrungssammeln zwar, nimmt den Gegnern aber den Biss.
Schwere Rüstung und leichte Rüstung am Anfang
Ich finde es kaaaaataaastrophal, dass ich mit dem Betreten der Elementarschmiede Templer-Ausrüstungsgegenstände gefunden habe, die auf Stufe 29 leichte Rüstung gegen Stufe 51 (+7) schwere Rüstung alles von mir Besessene nicht nur übertroffen, sondern tatsächlich verzweikommafünffacht (ährm) hat. Ganz meinem deutschen Blut entsprechend, muss ich hiermit formell Beschwerde einlegen, dass so gute leichte Rüstungsteile bereits so früh und vor allem einfach zu finden sind, während man sich für schwere mit einer Todesfee prügeln muss, die so gemeine Zauber nutzt. Auch wenn ich mir damit selbst ins Knie schieße, sollte man das vielleicht nicht allzu ernst nehmen. Wobei ich diese Tendenz wirklich am Anfang festgestellt habe. Selbst Kettenhemden usw. sind besser als Stahl, was irgendwie komisch wirkt. Wenn ich nicht so diszipliniert meine Kondition und Intelligenz leveln würde, würde ich diese unglaublichen Nachteile der schweren Rüstung sofort gegen die viel bessere leichte Variante eintauschen. Ich kann natürlich nur bis Stufe 14 sprechen.
Setboni Schild
Ich weiß nicht, ob es gewollt ist oder eigentlich ein Fehler, den man ausnutzen kann - deswegen schreibe ich es erst einmal hier: Wenn man eine Zweihandwaffe nutzt, sollte dem Spieler der Setteilbonus des Schildes geraubt werden. Während der Rüstungswert tatsächlich so wie zu erwarten schrumpft, wertet mein Set das Schild weiterhin. Ich weiß nicht, inwiefern man das in der Engine überhaupt realisieren kann, aber das sollte nicht so sein.
KI:
Bei der KI sei zu sagen, dass ich ja die Macken von Oblivion nun schon gut genug kenne - Oscuro hat es ja auf die brutale Art gelöst, allen Speed-Pillen eingeworfen und sie auf die Welt losgelassen - deswegen sehe ich das recht gelassen.
Anschleichen
Problematisch finde ich jedoch, dass ich mit einer schweren Rüstung - polternd und Feuer speiend - durch die Pampa stiefeln kann, sprichwörtlich mit Metallschuhen und ungeölten Metallplatten auf den Schultern und die örtlichen Banditen, Magier, Hexer und gemeingefährlichen Hasen bemerken mich nicht. Ich stehe hinter ihnen und kann ihnen eine über die Rübe hauen. 'Oh, da war ja jemand.' - ich könnte mir natürlich noch eine Leuchtreklame auf die Schultern schrauben, um mich anzukündigen. Ich persönlich empfinde es als störend, da für solch eine Art von Angriffen eigentlich das Schleichen gut sein sollte. In Nehrim scheint jedoch die Schwerhörigkeit unter der Bevölkerung weit verbreitet zu sein. Vielleicht stimmt mir da niemand zu, weil es so deutlich einfacher ist, aber ich würde mir da ein wenig mehr Aufmerksamkeit unter meinen KI-Gegnern wünschen - auch auf die Gefahr hin, dass sie mich dann wieder meilenweit durch die Dungeon-Wände hören.
Friendly Fire
Während sich die menschlichen Bogenschützen im Vergleich zu ihren grünen, hässlichen, kleinen Gegenstücken tatsächlich beherrschen können, ihren Kameraden an der Front nicht Pfeil nach Pfeil in den ungeschützten Rücken zu schießen, scheinen die menschlichen Magier dies mit umso mehr verstörter Begeisterung zu tun. Nur dass es dabei ziemlich knallt, zischt und Leichen links und rechts an mir vorbei fliegen. Ja, Abenteuerer sein ist wie Krieg, besonders mit besagten Magiern im Gang - da dürfte schon manch ein Held postraumatische Belastungsstörungen erlitten haben. Ich persönlich kann nun verstehen, warum Magie im Mittelreich verboten ist - wenn alle Magier so sind, sollte man sie wirklich lieber alle töten oder sie in einen Raum sperren, damit sie das selbst erledigen.
Etwas mehr Feuerdispziplin wäre durchaus schön anzusehen, falls möglich. Im gleichen Atemzug möchte ich jedoch loben, dass besagtes 'Friendly Fire' in einer wunderschönen Szene von gegenseitigem Abschlachten endete - die beschossen sich tatsächlich gegenseitig, während ich mich zurücklehnen konnte und einige Pfeile hier und da in die Massenschlägerei schoss, um Erfahrungspunkte abzugreifen.
Wasser
Wasser scheint z.B. bei garstigen Kobalden, Rehen, Skeletten usw. einen völligen Aussetzer zu verursachen. Sobald sie schwimmen, machen sie gar nichts mehr - 'schwimmen' nicht weg, wehren sich nicht mehr. Es gab mehr als eine Situation, in der ich das zu meinem Vorteil ausgenutzt habe. Auf der anderen Seite scheinen diese Flusskrabben (die großen, gemeinen) unter Wasser einen schweren Angriff ausführen zu können. Das ist ja an sich in Ordnung, aber dass sie mich dabei anspringen, wirkt irgendwie etwas komisch. Aber hey, ich ordne das einfach zu den Schallwellenangriffen der Wölfe. Jaha, ährm.
Storydichte:
Ich finde, Nehrim hat sich von dieser Kinderkranheit anstecken lassen, die auch Oblivion an den Tag gelegt hat: Dungeons, die nur des Dungeons Willen existieren. An sich ist das so als würde man in einen instanzierten, von der eigentlichen Welt abgeschotteten Parralelraum gelangen, der nichts mehr mit dem zu tun hat, um das es eigentlich geht.
Seht es bitte nicht als Nörgeln, sondern ernst gemeinte Kritik:
Es ist einfach, die Ruinen, Minen, Lager, die Höhlen und Unterwassergrotten in die Spielewelt zu integrieren. Es geht alles nur um die Atmosphäre. Als erstes ein positives Beispiel: Die Höhlen von Urdiliar. Dort liegt ein Tagebuch auf einem Tisch, das in Einträgen erklärt, was dort getan wurde, wer dort war und was passiert ist. Als Abenteurer suche ich doch eigentlich genau nach so etwas. Ich weiß ja nicht, wie schwer es ist, Notizen in das Spiel zu integrieren, aber die Texte dazu zu schreiben, ist sehr einfach und schnell gemacht. Es muss weder einen Zusammenhang herstellen, noch einen Bezug auf etwas anderes nehmen als den Ort selbst.
z.B.
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- Fetheran Höhle
Dort wurde eine Frau auf einem großen Stalagmit aufgespießt. Mir als Spieler stellt sich nun die Frage: Was hat sie da gemacht? War sie eine Abenteurerin so wie ich? Eine Verbrecherin auf der Flucht? Ein Mädchen, das von zuhause weggelaufen ist? Jemand, der sich verirrt hat? Eine Nekromantin, deren Zauber sich gegen sie gestellt hat?
Eine gekritzelte Notiz in ihrem Inventar würde vollkommen reichen.
"Darien hat mir tatsächlich einen Antrag gemacht! Vater würde dem nie zustimmen, also haben wir uns entschieden nach Steinfeld zu gehen. Weg von Giliad, weg von dem alten Griesgram, der selbst nach all diesen Jahren von Mutter so spricht als würde sie noch leben. Darien und ich werden uns heute Nacht in der Fetheran Höhle treffen, er will mir unbedingt etwas zeigen. Ich habe Gerüchte gehört, dass es dort spuken soll, aber mit meinem Liebsten an meiner Seite habe ich keine Angst..."
Natürlich wäre es dann gut, wenn sie Kleidung einer Bäuerin oder Bürgerin entsprechend tragen würde und nichts Außergewöhnliches dabei hat.
Wenn man es dann weiter treiben will, kann man ja die Leiche von einem Mann tiefer in der Höhle positionieren und ihm ein passendes Gegenstück von Notiz geben.
oder z.B.
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- Die Magierleiche im hinteren Abschnitt der Gargoth-Höhle nördlich von Steinfeld, die von einem spektralen (geisterhaften?) Oger bewacht wird.
Aus einem Buch herausgerissene Seite
"So war das nicht gedacht. Der Zauber hat geklappt, aber der Seelenstein ist zerbrochen als ich diesen Ogergeist in ihm versiegeln wollte. Monate des Studiums völlig umsonst und zu allem Übel scheint das Spektralwesen etwas dagegen zu haben, dass ich mich von diesem Ort wegbewege. Als ich versucht habe, von diesem abgeschotteten Teil der Höhle zurück durch das Wasser zu tauchen, zog es mich kopfüber als dem Wasser und schleuderte mich auf den Altar, auf dem vorher die Ogerleiche gelegen hatte. Ich muss mir etwas einfallen lassen bevor es noch auf die Idee kommt, etwas anderes zu tun als mir nur ausdruckslos anzustarren..."
Ein weiteres positives Beispiel wäre die Duran-Mine mit dem Brief im vorderen Bereich.
Leider ist es für mich vom Gefühl so weit so, dass - obwohl mir das Design der Dungeons im Großen und Ganzen wirklich zusagt und ich das abwechslungsreiche Erscheinungsbild loben will - die einfach in die Landschaft geklatschten Dungeons die mit atmosphärischer Geschichte überwiegen. Mag sein, dass ich da sehr anspruchsvoll bin und ihr sicherlich mit vielen anderen Dingen genug zu tun habt, aber es als Eindruck widerzugeben schadet ja niemandem, außer meinen Fingerspitzen und den Augen meiner Leser.
Sonstiges:
Die Qual für einen Sammler wie mich ist die Flora und Fauna von Nehrim. Ich war kurz davor, mir ein Bienenkostüm anzuziehen, um den Tieren zu zeigen, dass ich gerade mit dem Sammeln von Nektar und dem Bestäuben der Pflanzen beschäftigt war. Wenn das so weiter geht, erreiche ich Athletik Stufe 50 noch bevor ich level 20 erreiche, was für mich ein persönlicher Rekord in Oblivion wäre. Seht dies als Kritik eines gepeinigten Blümchenpflückers, der sogar Gothic 3 aus genau diesem Grund systematisch gespielt hat. Ich kann nichts liegen lassen... NOIIIIIIIIIIIIIIIN~~
Barathin,
ständig überladener Schatzjäger und Tränkebrauer
Nächstes Ziel: Metzgermeister zermetzgermeistern und gewisse Banditen aus gewissen Minen vertreiben