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Topic title - Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig?

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Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by greenlight
Posted: 26.10.2011 17:31
Dass heißt aber immernoch nicht, dass "intelligente" Wesen eine beschränktere Weltsicht haben. Sie haben zwar eine fehleranfällige, oftmals verzerrte Weltsicht, jedoch können sie weiter und komplexer denken als "dumme" Wesen. Was nun besser ist, lässt sich schwer sagen. Will man auf Stammtischniveu bleiben und geistig begrenzt, jedoch glücklich sein, oder lieber ein komlexes, individuelles Weltbild besitzen, jedoch durch den eigenen Verstand dazu gezwungen werden, über dieses Weltbild immer und immer wieder zu Reflektieren, es anzupassen, ohne dass es jemals vollständig oder abgeschlossen ist? Was sind die prioritäten, nach denen man lebt und sein Handeln richtet? Versucht man, allein für das persönliche Glück zu sorgen, oder gilt es, möglichst viel im Leben zu erreichen?
All das sind Fragen, die sicherlich auch in P5 Einzug finden könnten.
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Nadelbaum
Posted: 26.10.2011 21:08
Auch wenn der Dumme sich seltener bewusst ist, inwiefern er das Weltbild anderer übernimmt oder selbst etwas daran verändert (denn egal wie intelligent ein Mensch ist, niemand entwickelt ein eigenständiges Weltbild), so hat er letzten Endes doch ein Weltbild.
Wir reden hier ja nicht vom Unterschied zwischen einem Schwamm und Stephen Hawkins, sondern viel eher zwischen einem Unterschied von 80 zu 120 IQ...wenn man also nicht bzw. kaum reflektiert, heißt das trotzdem nicht, dass man kein Weltbild besitzt und nicht aufgrund dieses Bildes handelt.

Wenn einem immer eingeredet werden, dass Ausländer alle kacke sind, dann wird der Dumme irgendwann entsprechend handeln und rechtsextreme Tendenzen zeigen, da er nicht reflektiert.
Trotzdem hat er dieses Mem übernommen, er besitzt also ein (geklautes) Weltbild.

Und wenn jeder Mensch entsprechend seiner Meinung handelt, dann ist Dummheit in so einem Fall gefährlich, das ist kein Vergleich zu einem Schwamm der keinen Krieg beginnen kann. Menschen sind, nahezu unabhängig vom IQ, in der Lage zu handeln.
Und ich möchte nicht wissen, wieviel Leid in der Welt durch ein Mangel an Reflexion entstanden ist, seien das Kriege zwischen Menschen, der Zerstörung unserer Umwelt oder Ähnliches.
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Metanoeite
Posted: 26.10.2011 22:01
All das sind Fragen, die sicherlich auch in P5 Einzug finden könnten.
Was sie auch tun werden. Es ist eine wichtige Frage. Das Problem könnte sein, dass sich die moderne Gesellschaft fast nur noch auf den Verstand reduziert. Auch Rassismus ist KEIN Zeichen von Dummheit, sondern ein Zeichen dafür, dass ein Mensch den Zugang zu seinen Gefühlen verloren hat, und Intellektualisierung geht oft (nicht immer) damit einher. Was meine ich damit? Leider benutzen viele Menschen den Verstand dazu, sich die Schönheit der Welt wegzuerklären, Empathie zu reduzieren, Egoismus zu rationalisieren. Er ist ein Abspaltungsinstrument. Wie ich schon sagte, auch Hitler und co. waren Verstandsmenschen, und wenn sie Emotionen zugelassen haben, waren es Emotionen mit negativer Besetzung, während die positiven "wegrationalisiert" wurden, in Hitlers Fall mit den Gesetzen der Evolution und der überlegenen Rasse. Sie waren aber in der Lage der Manipulation und finden so häufig charakterschwache Miteiferer (häufig Dumme genannt), die ihnen folgen. Die wahren Drahtzieher hinter den Ideologien sind aber alles andere als dumm. Oder war Arantheal in Nehrim dumm? Er war nichts als das Spiegelbild unserer heutigen Gesellschaft in einem Fantasyspiel. Ich finde, dass man einen Mittelweg zwischen Glück und Verstand finden sollte. Die meisen Menschen wählen heute wohl nur ihren Denker. Er lässt glauben, dass wir als Mensch definiert sind durch Haus, Auto und Job, lässt aber vergessen, was den Menschen wirklich belebt. Das sind Emotionen, Geist, Freude an Dingen, Entdeckerdrang, Kreativität. Die Zugänge dazu sind aber abgestumpft, werden nicht deutlich erlebt, weil der Verstand sie als nutzlos ansieht, er hat keinen Zugang dazu, alles ist eher eingeebnet. Die Erfüllung der Statussymbole hat priorität (An der Stelle plappert der so hoch gelobte Verstand häufig das nach, was andere ihm vorgeben). Der Tagesablauf ist mechanisch, es funktioniert, man strebt nach seinen Zielen (oder besser: Ziele der Gesellschaft), fühlt sich dabei aber höchst unlebendig, eben rationalisiert. Es fehlt durch die Rationalisierung an einem Umgangsmittel mit negativen Emotionen, die meist nur auf andere gelenkt werden, währned positive vom Verstand häufig als nicht "rational" und deshalb nicht real und somit nicht lebenswert bewertet werden. Wir haben zwar aktuell keinen Krieg, aber unser Krieg ist ein spiritueller. Was zählt, ist Rationalität und gesellschaftliches Ansehen. Als Individuen sind wir nichts. Wir sehen unsere Eigenschaften wie Intelligenz oder Talent nicht als naturgegeben, sondern als Fähigkeiten, die sich ständig neu verdient werden müssen. Ich will natürlich nicht sagen, dass der Verstand hinderlich ist. Ich will sagen, das wir alles als unwert aburteilen, dass für den Verstand nicht rational ist, ganz egal wie glücklich wir damit leben würden. Das ist das große Dilemma unserer Zeitgeschichte. Oder wie Tealor Arantheal sagt: "Die Menschheit hat den Zugang zu ihrer inneren Sonne verloren."


Meine Texte zum Weltbild der Dummen waren eher sarkastisch und übertrieben als wirklich ernst gemeint. Vielleicht kam das ein wenig schlecht rüber, ich hatte nicht die Absicht eine Diskussion über die kleinheit der Weltbilder zu entfachen. ;)
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by greenlight
Posted: 26.10.2011 22:23
Es ist wie die Frage nach dem "Sinn" von Videospielen oder anderen Freizeitaktivitäten. Bringt es den Menschen nicht weiter, gilt es als überflüssig. Die Begründung, dass es einfach Spaß macht, zählt nicht, da Spaß ja nicht zum (über)leben notwendig ist. Warum sollte ich ein Gedicht schreiben, ein Bild malen, Anstrengung in etwas stecken, dass im weiteren Verlauf des Lebens keinen (oder nur geringen) Vorteil bringt? Diese rationale Denkweise führt, wenn man etwas Abstand nimmt, dazu, dass doch das Leben als solches keinen weiteren Sinn mehr macht. Irgendwann wird es durch den Tod beendet, und alles ist, so glaube ich zumindest, vorüber. Und dann? Dann guckt der Rationalist dumm. All die Statussymbole, die sozialen Kontakte, das, wofür er sich angestrengt hat, ist wert- und nutzlos. Und vielleicht bereut er es dann auch, dass er den Spaß, den er gehabt haben könnte, versäumt hat.
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Myta
Posted: 27.10.2011 00:20
leider habe ich gerade keine zeit für ausführliche antworten, daher nur ein paar dinge die ich kommentieren möchte
Lord Dagon wrote:
Auch Rassismus ist KEIN Zeichen von Dummheit, sondern ein Zeichen dafür, dass ein Mensch den Zugang zu seinen Gefühlen verloren hat, und Intellektualisierung geht oft (nicht immer) damit einher.
Nein, Rassismus* ist im allgemeinen ein Zeichen von Dummheit und unter Intelligenten Menschen wirst du kaum Rassisten finden. Warum? Weil Rassismus einfach auf einer fehlerhaften Weltsicht beruht, und dieser Fehler ist mit etwas nachdenken erkennbar.

*mit Rassismus meine ich "echten" Rassismus, heutzutage wird der begriff viel zu inflationär gebraucht, zb wenn jemand eine statistik zitiert...

Lord Dagon wrote:
Wie ich schon sagte, auch Hitler und co. waren Verstandsmenschen
sicher nicht, sie waren viel zu sehr von emotionen geprägt (zb ein hass auf juden, oder ein vollkommen übersteigertes selbstvertrauen) und haben viel zuwenig nachgedacht. einem intelligentem und geistig gesunden menschen hätte klar sein müssen dass viele pläne hitlers vollkommener schwachsinn sind und nicht funktionieren können.
Lord Dagon wrote:
Ich will sagen, das wir alles als unwert aburteilen, dass für den Verstand nicht rational ist, ganz egal wie glücklich wir damit leben würden.
Auch nicht richtig. Warum arbeiten manche Leute extrem viel und vergessen dabei zu leben, nur um sich dann statussymbole leisten zu können? Ganz sicher nicht weil dies eine rationale entscheidung ist. Eine rationale Entscheidung wäre: Um mir xy leisten zu können muss ich z stunden arbeiten, wenn ich mir stattdessen nur yx kaufen will reichen mit k stunden. Da ich annehme dass mich xy wesentlich glücklicher macht als yx nehme ich die (z-k) zusätzlichen arbeitsstunden in kauf. das wäre rational.
es wird aber eher so ablaufen: will mehr geld, will besseres auto, will größeres haus, will mehr haben als mein nachbar. das ist irrational, eine emotionale entscheidung, geprägt von dem weltbild unserer gesellschaft das unreflektiert übernommen wurde.
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Nadelbaum
Posted: 27.10.2011 01:20
Ich muss hier Myta vollkommen recht geben, mir scheint als wären hier gerade zwei Definitionen von Rationalismus im Gespräch...

Rassismus halte ich ebenfalls für vollkommen irrational. Dieser beruht meiner Meinung nach auf der evolutionspsychologisch entstandenen Annahme, dass das Überleben der eigenen Gruppe (im größeren Stil der eigenen Nation) für einen selbst vorteilhaft ist. Das war sicherlich einmal zweckmäßig, ist es aber in Zeiten der Globalisierung schon lange nicht mehr.
Die Evolution hat uns solche Gedankengänge als Emotionen "eingepflanzt", und diese sind nunmal nicht rational.
Um das Beispiel aufzugreifen: Wer glaubt, dass Intellektualisierung zu Rassismus führt, soll mal bitte eine vergleichende Studie zu Rassismus in einem Ghetto und einer Universität machen. Da ich aus finanziellen Gründen im "Assiviertel" meiner Stadt wohne und hier auch studiere, denke ich kann ich das ganz gut einschätzen. Der Zusammenhang ist komplett umgekehrt.
Und warum sollte jemand ausgerechnet positive Emotionen wegrationalisieren, negative aber nicht? In so einem Fall kann ich nur davon ausgehen, dass der Betroffene nur negative Erfahrungen gemacht hat, die ihn nun bestimmen, er ist eben gerade kein Verstandsmensch (bzw. nur begrenzt). Deswegen muss er nicht dumm sein, aber trotzdem kann man so eine Einstellung nicht mit bloßem Rationalismus gleichsetzen.
Emotionen sind ein Überbleibsel aus unserer Vergangenheit, und wer diese ohne zu hinterfragen akzeptiert, läuft Gefahr, Dummheiten zu begehen.

Damit meine ich nicht, dass ein rational denkender Mensch grundsätzlich nichts tun sollte, was ihm Spaß macht, im Gegenteil: Ein Rationalist kann doch am ehesten einschätzen, was ihm gefällt und trotzdem so wenig wie möglich Negatives hervor bringt, also niemandem schadet, auch nicht sich selbst.
Ein Rationalist ist gerade auch jemand, der nicht auf Statussymbole wert legt. Derlei Dinge sind für uns nur aus emotionaler Sicht heraus wertvoll, ein logisch denkender Mensch erkennt die Banalität eines großen Autos oder einer Goldkette und verzichtet ohne Probleme darauf.
greenlight wrote:
Diese rationale Denkweise führt, wenn man etwas Abstand nimmt, dazu, dass doch das Leben als solches keinen weiteren Sinn mehr macht. Irgendwann wird es durch den Tod beendet, und alles ist, so glaube ich zumindest, vorüber. Und dann? Dann guckt der Rationalist dumm. All die Statussymbole, die sozialen Kontakte, das, wofür er sich angestrengt hat, ist wert- und nutzlos. Und vielleicht bereut er es dann auch, dass er den Spaß, den er gehabt haben könnte, versäumt hat.
Auch hier muss ich widersprechen. Wenn man (rational) weiß, dass das Leben endet, kann man sich doch gerade auf die schönen Dinge konzentrieren.
Wer sein Leben lang glaubt, er komme irgendwann in den Himmel, verschwendet Stunde um Stunde sinnlos mit beten o.Ä. Wer aber weiß, dass seine Zeit begrenzt ist, hat doch viel eher den Drang, diese zu nutzen, eben das Beste daraus zu machen.

Übrigens bereitet mir als selbst ernanntem Rationalist diese Diskussion große Freude, so als Bestätigung meiner Ausführung. :)
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Metanoeite
Posted: 27.10.2011 17:04
Was den Verstand angeht: Vielleicht sprechen wir hier von verschiedenen Dingen. Per se gibt es so etwas wie den einen analytischen Verstand nur in den Theorien der Philosophie, nicht im Menschen. Der Verstand ist nicht autonom. Verstand und Emotion sind eine Einheit, zwei Seiten einer Münze, untrennbar. Psychologie ist mehr als die Summe der verschiedenen Instanzen, unsere Existenz ist der Konsens dieser Instanzen. Wir müssen uns von der Vorstellung des immer neutralen Verstandes verabschieden. Es gibt keine Entscheidung des Verstandes, die nicht von Emotionen beeinflusst wird, das hat überhaupt nichts mit Intelligenz zu tun. Intelligenz schützt mich vor der Beeinflussung anderer Menschen, hilft mir dabei Muster zu erkennen, aber nicht vor den Einflüssen meiner Gefühle. Das lässt sich biologisch erklären: Das limbische System, das Gefühle steuert, steht über dem Großhirn. Es feuert pausenlos Befehle in Form von Gefühlen, die sich die Großhirnrinde nicht entziehen kann, ganz egal wie bewusst ich dagegen vorgehe. Das Muster kann nicht durchbrochen werden. Das limbische System besitzt die Fähigkeit emotionaler Erinnerung, sie formen meine Gefühlswelt, mein "Ich", aber es hat kein Zeitgedächnis, es kann, im Gegensatz zum Verstand, früher erlebtes nicht von dem heutigen vergleichen. Es formt alle je erlebten emotionalen Erinnerungen (die der Verstand schön längst vergessen hat) zu einem "Grundgefühl", dass immer im Hintergrund feuert, nicht steuerbar. Die Summe meiner Emotionen, die ich je erlebt habe, definieren mein Selbst und mein Selbstbild. Nicht der Verstand. Meine emotionale Erinnerung steht über der Rationalität. Mein Verstand ist Sklave dieser Erinnerung. Das limbische System nutzt den Verstand aus, um die eigenen Gefühle zu rechtfertigen. Es befiehlt ihm, in welche Richtung er zu denken hat, und ich habe keine bewusste Entscheidung darauf. Der Freie Wille ist eine Illusion. Wie bereits gesagt, drückt die Inteligenz nur aus, wie gut der Verstand Muster erkennen kann, indem er sie mit dem bisher erlebten vergleicht und sich so seine Interpretation (nicht Realität) zusammenschustert. Mein limbisches System System zwingt meinen Verstand zum Handeln, zu rationalisieren, was es für richtig hält. Je schneller der Verstand Muster erkennen kann, also umso intelligenter er ist, desto besser gelingt ihm die Rationalisierung der Befehle des limbischen Systems. Deshalb sage ich, dass intelligente Menschen sich besser selbst täuschen können. Weil ihr Verstand die Selbsttäuschung besser konstruiert, aber genau so anfällig für emotionale Befehle ist. Ob ich auf Gefühle reagiere ist nur bedingt eine bewusste Entscheidung. Das liegt daran, dass die meisten Gefühle sowieso unbewusst sind, aber trotzdem auf das bewusste Denken zugreifen. Deshalb können Menschen wie Hitler für sich völlig logische Entschlüsse treffen, die Menschen mit anderer emotionaler Grundstimmung nicht verständlich sind. Für ihn war sein Krieg logisch. Deshalb können Menschen nach Statussymbolen streben und es völlig rational bewerten. Wenn ich als Kind zum Status getrimmt wurde, in dem ich immer dann Zuspruch erhalten habe (Durch Eltern, Lehrer oder andere Bezugspersonen) wenn ich den Ansprüchen anderer gercht werden konnte(und sonst nie), löst das in mir als Kind ein ozeanisches Glücksgefühl aus, denn Kinder denken so (Ich muss meinen Eltern gefallen) und das ist durch die Evolution bedingt auch beabsichtigt (die Eltern müssen einen ja am Leben erhalten). Diese emotionale Erinnerung wird im limbisches System gespeichert und gleichzeitig vom Verstand damit verknüpft, dass man anderen gefallen muss, um glücklich zu sein. Und hier beginnt das Dilemma. Wenn diese Verknüpfung besteht, wird der Verstand im Erwachsenenalter immer für logisch halten, dass es glücklich macht, anderen zu gefallen. Dass es eigentlich für das eigene Glück ganz egal ist, was andere denken, hat man ja nie gelernt. Weil der Verstand nicht weiß, was Glück ist, er kann es nie finden, nicht definieren. Er fühlt nicht. Er kann den Fehler darin auch nicht entdecken, wenn er mit starken Gefühlen verbunden ist. Intelligenz hat nichts damit zu tun Emotionen ausblenden zu können. Ich weiß, das sieht nun aus wie ein Wiederspruch zu dem, was ich im letzten Post gesagt habe. Aber gefühlslosigkeit und unbewusstes Leben sind so genommen Mittel des Verstandes, die negativen Gefühle des limbischen Systems zu bestätigen, sie real zu machen. Wenn mein Grundgefühl ein negatives ist, werde ich eine Weltsicht und einen Lebensstil entwickeln, der mich auch real unglücklich macht. Weil ich keinen Zugang zu positiven Gefühlen habe. Und der Verstand hilft durch seine Selbsttäuschung mit allen Mitteln dem limbischen System, um das Gefühl der eintönigen und schlechten Welt real zu machen. Die psychischen Instanzen erstreben immer einen Konsens. Habe ich viele negative Gefühle, arbeitet mein Verstand danach, Gründe dafür zu finden. Die wahren Gründe (emotionale Erinnerungen) kann er nicht finden, dazu hat er keinen Zugang. Er sucht Assoziationen. Er sucht Gründe, die negative Gefühle bestätigen. Er wird sich erklären, dass die Welt ein egoistischer, unfriedlicher und kalter Ort ohne Liebe ist, und so einen Konsens bilden, der nicht real ist.
Nein, Rassismus* ist im allgemeinen ein Zeichen von Dummheit und unter Intelligenten Menschen wirst du kaum Rassisten finden. Warum? Weil Rassismus einfach auf einer fehlerhaften Weltsicht beruht, und dieser Fehler ist mit etwas nachdenken erkennbar.
Ob Rassismus Folge von Dummheit oder falsch gesteuerter Intelligenz ist, lasse ich ab jetzt unbewertet, hier hat jeder sein eigenes Weltbild. :D Es ist wie die Frage, ob zuerst das Huhn oder das Ei da war... Da frieren wir uns ein.
sicher nicht, sie waren viel zu sehr von emotionen geprägt (zb ein hass auf juden, oder ein vollkommen übersteigertes selbstvertrauen)
Das übersteigerte Selbstvertrauen halte ich für einen Mythos. Er hatte garkeins. Die Allmachtsphantasie, die oft als Selbstbewusstsein bezeichnet wird (ist aber was ganz anderes), war sein Schutz. Hitler ist vielleicht das Parodebeispiel des Narzissmus. Und Narzissten neigen dazu extrem verbittert und kalt zu werden, wenn die Phantasie durch die Realität eingeholt wird, wenn nicht sogar "gebrochen". Das war bei ihm auch so. Nach dem er merkte, dass sich das Glück gegen ihn gewendet hatte, war seine Reaktion genau so, er wurde rasend vor Verbitterung. Da war nichts von echtem Selbstbewusstsein. Wurde im Film "Der Untergang" auch sehr schön inszeniert finde ich.

Auch hier muss ich widersprechen. Wenn man (rational) weiß, dass das Leben endet, kann man sich doch gerade auf die schönen Dinge konzentrieren.
Wer sein Leben lang glaubt, er komme irgendwann in den Himmel, verschwendet Stunde um Stunde sinnlos mit beten o.Ä. Wer aber weiß, dass seine Zeit begrenzt ist, hat doch viel eher den Drang, diese zu nutzen, eben das Beste daraus zu machen.
Weißt du, ich beneide Menschen mit einem Glauben an ein Leben nach dem Tod. Schöne Dinge sind relativ. Es mag sicher "klug" sein, die kostbare Zeit sinnvoll zu nutzen. Aber was bringt mir das, wenn ich ständig daran denken muss, dass mir die Zeit doch davon rennt, ganz egal was ich tue? Ich mag viele "kluge" Dinge machen können, die ein Mensch mit einem solchen Glauben vielleicht nicht tut. Aber es ist egal, was ich tue. Was ich dabei fühle, darauf kommt es an. Deshalb sage ich: Lieber den erleichternden Glauben an ein Leben nach dem Tod als ein Leben voller getaner Dinge und Angst vor dem Nichts.

Übrigens bereitet mir als selbst ernanntem Rationalist diese Diskussion große Freude, so als Bestätigung meiner Ausführung. :)
Freude? Rationalist? Dieses blöde limbische System. :mrgreen:
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Myta
Posted: 28.10.2011 19:00
du stellst ziemlich viele behauptungen auf, die mir ziemlich gewagt erscheinen. bitte nimm mir das nicht übel, aber dein text klingt nach einem laien der mal ein paar dinge über das gehirn gelesen hat und jetzt glaubt die wahrheit zu kennen, zb ist die aussage "Der Freie Wille ist eine Illusion" nicht bewiesen, in diesem punkt herrscht auch in der fachwelt keine einigkeit. es gibt zwar experimente die für diese aussage sprechen, und auch einige verfechter dieser theorie, aber sowas jetzt als tatsache hinzustellen macht in so einer diskussion keinen sinn. kannst solche und ähnliche aussagen bitte mit quellen belegen, ich kenne mich in der biologie/neurologie nicht gut genug aus um alles selbst zu überprüfen.

Ansonsten sehe ich nicht ganz wie dein beitrag deine vorherigen aussagen stützt. zb ist auch nach deinem post hitlers problem nicht dass er ein "verstandsmensch" war (was ich immernoch für falsch halte, er hat nie besonders viel verstand bewiesen oder rationales handeln gezeigt), sondern sein narzissmus. ob jetzt narzissmus oder größenwahn, beides widerspricht deiner vorherigen aussage und gibt meiner recht...

kannst du bitte nochmal klarstellen was genau du gerade aussagen wolltest, und biologische/neurologische aussagen mit quellen belegen?
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Nadelbaum
Posted: 28.10.2011 19:06
Hab leider kaum Zeit zum Antworten, daher hier nur ganz kurz das Wichtigste.
Erstmal gebe ich dir zu großen Teilen recht, und bin ehrlich gesagt auch erstaunt über dein biopsychlogisches Wissen. Hatte das Fach ein Semester lang und war auch mit größtem Interesse dabei, da einfach unheimlich spannend...
Lord Dagon wrote:
Weißt du, ich beneide Menschen mit einem Glauben an ein Leben nach dem Tod. Schöne Dinge sind relativ. Es mag sicher "klug" sein, die kostbare Zeit sinnvoll zu nutzen. Aber was bringt mir das, wenn ich ständig daran denken muss, dass mir die Zeit doch davon rennt, ganz egal was ich tue? Ich mag viele "kluge" Dinge machen können, die ein Mensch mit einem solchen Glauben vielleicht nicht tut. Aber es ist egal, was ich tue. Was ich dabei fühle, darauf kommt es an. Deshalb sage ich: Lieber den erleichternden Glauben an ein Leben nach dem Tod als ein Leben voller getaner Dinge und Angst vor dem Nichts.
Das sehe ich bedingt anders. Sicher kann ein ehrlicher Gläubiger glücklich mit seinem Glauben sein, aber das ist ein egoistischer Standpunkt. Wer nur selbst glücklich ist, und dabei vielleicht noch Unwissen verbreitet, was die Kirche ja bspw. mit großem Erfolg betrieben hat und betreibt, der schadet der Welt wahrscheinlich. Die Wissenschaft in Europa wurde alein durch die Kirche wohl um Jahrhunderte zurück geworfen.
Zumal es sicherlich deutlich weniger ehrliche Gläubige gibt als man gemeinhin annimmt, oder warum weinen sie alle bei Beerdigungen?^^

Außerdem kann man Glück auch aus moralischen eigenen Überlegungen ziehen. Denn das limbische System lenkt zwar den Verstand, aber nichts in unserem Gehirn funktioniert ohne Rückwirkungen. Wenn man sich bspw. zwingt, öfter über Positives nachzudenken, kann man sein limbisches System, seine emotionale Erinnerung, beeinträchtigen. So etwas kann man nur, wenn man die Zusammenhänge kennt, Wissen ist hier Macht.
Ich bspw. bin aus Überzeugung Vegetarier, und obwohl ich dadurch auf so manches Luxusgut verzichte, fühle ich mich dabei gut. Ich kann Glück aus Einhaltung meiner eigenen moralischen Richtlinien ziehen. Glück ist hier einfach relativ, man kann es auf vielem Wege erreichen. Wenn ich christlich erzogen wäre, und dank frühkindlicher Indoktrination nie darüber nachdenken würde, würde ich mich sicherlich schlecht fühlen, weil ich meine eigenen Prinzipien hier ignorieren würde.

Und zur Freiheit des Geistes: Siehe meine Signatur. :mrgreen:


Edit: @Myta: Über den Mangel an Freiheit des Geistes herrscht in der Fachwelt großer Konsens. Ich studiere Sensorik und kognitive Psychologie und habe bis jetzt noch keinen Professor gehört, der diese Aussage in Frage gestellt hat, ebenso keine derartige Publikation gelesen. Im Gegenteil, das Funktionieren des menschlichen Gehirns als Computer ist quasi eine Grundannahme in der heutigen Psychologie.
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Metanoeite
Posted: 28.10.2011 19:23
Myta wrote:
du stellst ziemlich viele behauptungen auf, die mir ziemlich gewagt erscheinen. bitte nimm mir das nicht übel, aber dein text klingt nach einem laien der mal ein paar dinge über das gehirn gelesen hat und jetzt glaubt die wahrheit zu kennen, zb ist die aussage "Der Freie Wille ist eine Illusion" nicht bewiesen, in diesem punkt herrscht auch in der fachwelt keine einigkeit. es gibt zwar experimente die für diese aussage sprechen, und auch einige verfechter dieser theorie, aber sowas jetzt als tatsache hinzustellen macht in so einer diskussion keinen sinn. kannst solche und ähnliche aussagen bitte mit quellen belegen, ich kenne mich in der biologie/neurologie nicht gut genug aus um alles selbst zu überprüfen.
Das Problem ist, dass Quellenbelegung im Internet so eine Sache ist. Ich kann dir nur halbgare Wikipediaartikel verlinken oder die Autoren von Büchern nennen, die du wahrscheinlich nie kaufen wirst, würde ich nämlich auch nicht auf Aufforderung anderer. Ich weiß auch, was du meinst, wenn du von gewagten Behauptungen sprichst. Als ich zum ersten Mal die Beschreibungen der Psyche von Sigmund Freud gelesen habe, habe ich über den Unsinn gelacht. Je länger man darüber nachdenkt, desto plausibeler wird es. Mein Wissen über das Gehirn ist nur ein Tropfen, ich habe nie behauptet, die Wahrheit zu kennen. Aber ich interessiere mich sehr für das Thema emotionale Erinnerung. Zum Thema "Kein freier Wille" gibt es übrigens, wie Nadelbaum sagt, einen breiten Konsens in der Wissenschaft. Das kann man schon sehr genau aus den halbgaren Wikipediaartikeln herleiten, die es über den Freien Willen gibt. Desweiteren würde ich die Werke von Peter Fonagy oder Heinz Kohut empfehlen, weil daraus ziemlich genau hervorgeht, wie emotionsgesteuert jeder Gedanke und jeder Standpunkt ist. In "Revolver" gibts eine Szene, in der Peter Fonagy und Psychoanalytiker gleicher Denkrichtung einige Worte dazu sagen:
http://www.youtube.com/watch?v=SBTSE6EGD0U

b ist auch nach deinem post hitlers problem nicht dass er ein "verstandsmensch" war (was ich immernoch für falsch halte, er hat nie besonders viel verstand bewiesen oder rationales handeln gezeigt), sondern sein narzissmus. ob jetzt narzissmus oder größenwahn, beides widerspricht deiner vorherigen aussage und gibt meiner recht...
Nunja, Hitler war ein eiskalter Mensch mit einem Talent für sehr strategisches Denken. Er war nicht dumm. Ein Mensch, den wir als Dumm bezeichnen, kann nie die Erfolge erzielen, die er in kurzer Zeit durch manipulative Täuschung und gerissenes taktisches Vorgehen erreicht hat. Über sein Talent, vorgehensweisen seiner Gegner zu durchschauen, kann man nur staunen. Dazu benötige ich Intelligenz, anders geht es nicht. Ich wollte mit meinem Thread belegen: Selbst der intelligenteste Mensch (ich halte Hitler für intelligent, aber emotional tief gestört) kann durch Emotionen und psychische Schwächen (wie den Narzissmus) getäuscht werden. Es hat nichts mit Intelligenz zu tun. Emotion ist stärker. Intelligenz kann sie nicht durchschauen, zumindest so lange der Verstand die Mechanismen nicht erkannt hat, das hat Nadelbaum ja auch erwähnt.
Das sehe ich bedingt anders. Sicher kann ein ehrlicher Gläubiger glücklich mit seinem Glauben sein, aber das ist ein egoistischer Standpunkt. Wer nur selbst glücklich ist, und dabei vielleicht noch Unwissen verbreitet, was die Kirche ja bspw. mit großem Erfolg betrieben hat und betreibt, der schadet der Welt wahrscheinlich. Die Wissenschaft in Europa wurde alein durch die Kirche wohl um Jahrhunderte zurück geworfen.
Zumal es sicherlich deutlich weniger ehrliche Gläubige gibt als man gemeinhin annimmt, oder warum weinen sie alle bei Beerdigungen?^^
Halt, ich sprach nicht von Religion oder Kirche. ;) Meine (unsere) Meinung sollte nach Nehrim bekannt sein. Ich sprach nur davon, dass ein Glauben an das Leben nach dem Tod erleichternd ist, ohne Bezug zu Religion. Ein Glauben an das Leben nach dem Tod hat nichts mit der Kirche zu tun. Viele Menschen denken an ein Leben als ein anderes Wesen, anderer Mensch oder was auch immer, ohne zwangsweise an einen Gott zu glauben. Natürlich wirft das die Frage auf: Wo fängt Religion an? Reicht der einfach Glaube an das Leben nach dem Tod, um es Religion zu nennen? Schwer zu beantworten.
Wenn man sich bspw. zwingt, öfter über Positives nachzudenken, kann man sein limbisches System, seine emotionale Erinnerung, beeinträchtigen. So etwas kann man nur, wenn man die Zusammenhänge kennt, Wissen ist hier Macht.
Das unterstreiche ich an dieser Stelle mal. Um über den eigenen Schatten zu springen, muss man erst das Monster erkannt haben, dass ihn wirft. In der Hinsicht sind wir die Schöpfer unserer eigenen Wahrnehmung. Wir können sie beeinflussen. Das ist aber einer der schwersten und langfristigsten Dinge, die ein Mensch tun kann.

Ich glaube ich spalte diesen Thead bald auf... In "Allgemeine Weltphilosophie" oder so... :D


Edit: Habt ihr den Film Inception gesehen? Natürlich ist das reine Science Fiction aber die Grundidee einer Einpflanzung eines Gedankens durch Manipulation des Umbewussten ist gar nicht mal so verkehrt.
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Myta
Posted: 28.10.2011 23:42
hab immernoch nicht so viel zeit daher, erstmal nur zwei punkte, rest folgt später.
Lord Dagon wrote:
Das Problem ist, dass Quellenbelegung im Internet so eine Sache ist. Ich kann dir nur halbgare Wikipediaartikel verlinken oder die Autoren von Büchern nennen
das würde mir schon reichen. (edit: bei büchern bitte neben dem author auch den titel)
Lord Dagon wrote:
Zum Thema "Kein freier Wille" gibt es übrigens, wie Nadelbaum sagt, einen breiten Konsens in der Wissenschaft. Das kann man schon sehr genau aus den halbgaren Wikipediaartikeln herleiten, die es über den Freien Willen gibt.
also das kann ich sofort widerlegen, wikipedia sagt:

"Deutung des erreichten Erkenntnisstandes [Bearbeiten]

Innerhalb der Neurowissenschaften wird die Frage des freien Willens kontrovers diskutiert. Einerseits vertreten z. B. Gerhard Roth, Henrik Walter, Wolf Singer, Wolfgang Prinz und Hans Markowitsch die Ansicht, der freie Wille sei eine Illusion. Nach ihrer Auffassung geht der Willensakt neuronalen Prozessen nicht voraus. Stattdessen ergibt sich nachträglich die bloße Illusion, sich frei entschieden zu haben. Das Empfinden, etwas zu wollen – der „Willensakt“ also – resultiere als illusionäres Epiphänomen aus den kortikalen und subkortikalen Prozessen, die bei der Vorbereitung einer Willkürhandlung ablaufen.

Andererseits halten z. B. Niels Birbaumer, Reinhard Werth oder Benjamin Libet selbst die Interpretation des Libet-Experiments im Sinne einer Widerlegung des freien Willens für unzulässig.[6][7] Auch sind etwa Lüder Deecke sowie Hans Helmut Kornhuber Verfechter der Willensfreiheit."
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Metanoeite
Posted: 29.10.2011 21:27
Myta wrote:
das würde mir schon reichen. (edit: bei büchern bitte neben dem author auch den titel)
"
Weißt du, wenn du wirklich aus Interesse an der Sache die Absicht hast, dich darüber zu informieren, besorge ich dir gern Informationen, auch Titel und genaue Zitate. Aber ich habe das Gefühl, als ging es nur darum, wer "recht" hat, und dafür ist mir meine Zeit doch zu schade. Akzeptiere meine Meinung, sie ist eine andere als deine, aber dafür muss ich keine Rechenschaft ablegen. ;)
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Josephus
Posted: 30.10.2011 00:38
Weil mein Eintrag elend lang ist, packte ich ihn vorsorglich in einen Spoiler:
[+]
Meine Herren; ich muss sagen, ich bin von der Qualität der sich hier bietenden geistigen Ergüssen mehr als angetan.
Und da befürchtete Lord Dagon noch, die tiefergreifende sozialphilosophische Ausrichtung P5s könnte auf wenig Resonanz treffen...

Leider kann ich mich nicht adäquat in diese interessante Diskussion einbringen, da ich durch die unablässige Reflexion (katsching!) über mein geschrieben Wort Stunden zur vollen Ausformulierung meiner Gedankenschar benötigte. Doch ich werde diesen Thread weiterhin im Auge behalten.

In der Frage des freien Willens stärke ich Nadelbaum und Lord Dagon den Rücken: Letzten Endes lässt sich alles auf ein "Ursache-Wirkung"-Prinzip reduzieren; in den allermeisten Fällen ist dieser Zusammenhang aufgrund des Wirkens ausgesprochen vieler Komponenten nicht ohne weiteres Weiteres erkennbar. Um dies auf den freien Willen umzulegen, ziehe ich gerne einen nicht sofort einleuchtenden Vergleich zu einem Schachcomputer; wobei der Computer selbst den Menschen, der implementierte Algorithmus den Geist, und die möglichen Bewegungen und Regeln auf dem Brett alles mögliche Handeln verkörpert. Gibt es nun eine Veränderung in der Spieleumgebung (actio), in diesem Fall durch den Zug einer gegnerischen Figur, wird der Algorithmus des Computers eine entsprechende Gegenbewegung veranlassen (reactio), in diesem Fall die Bewegung einer eigenen Figur.
Wäre jemanden die momentane Brettsituation und der Algorithmus vollständig bekannt, könnte man mit Sicherheit den nächsten Zug des Computer vorhersehen. Woran die Vorhersage in der Wirklichkeit, am Menschen, scheitert, ist die stark erhöhte Komplexität des Bretts und des Algorithmus. Die Frage ist: Ist man frei, wenn einem hohe, aber endlich große, und determinierte Anzahl an Entscheidungen zur Verfügung stehen; von denen dann auch noch in einer gegebenen Situation nur eine "gewählt" werden kann?
Wie man schon sagte:
Lord Dagon wrote:
Der Freie Wille ist eine Illusion.
Oder ein anderer faszinierender Mann:
Arthur Schopenhauer wrote:
Sind einem gegebenen Menschen, unter gegebenen Umständen, zwei Handlungen möglich, oder nur Eine? - Antwort aller Tiefdenkenden: Nur Eine.
Ich habe zwar aufgrund meines Physikstudiums einen anderen Zugang zu diesen Dingen wie bspw. Nadelbaum mit seiner kognitiven Psychologie (der es dann ja am Besten wissen sollte) oder Lord Dagon mit seiner....was studiert er eigentlich...?... aber in der Physik ist der Determinismus letzendlich nicht unwesentlich, denn ich muss ja aus gleichen Anfangsbedingungen gleiche Ergebnisse erzielen*. Wenn dies für tote Materie gilt, warum dann nicht auch für lebendige? Und was ist überhaupt der Unterschied?

Mir pocht da ein Nehrimzitat im Kopf; das sinngemäß etwa lautete: "Ein einzelner Mensch ist unberechenbar, aber die Masse tut immer das, was man von ihr verlangt." Das hat einerseits witzigerweise etwas mit Quantenphysik gemein, andererseits erinnert es mich daran, dass mit unserer Gesellschaft einiges nicht in Ordnung ist. Einen einzelnen Menschen lenken? Schwierig. Ein ganzes Volk lenken? Einfacher.
Ich habe einige dystopische Romane gelesen (Niemand will Namen). Wenn ich mir unsere heutige Welt ansehe, beunruhigt es mich, auf welchem Weg wir uns befinden, und wie wenig wir uns zunehmend von den Gesellschaften der Bücher unterscheiden. Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer, Die Ungebildeten werden mehr, die Gebildeten weniger; und das Volk wird besänftigt durch eine "Spaßgesellschaft", in der steter Konsum die Lösung aller Probleme stellt; und es der herrschenden Schicht leichter macht, ihren Griff fester zu spannen. Die Medien sind mächtiger als je zu vor, aber was sie mitteilen ist fragwürdig.
Die Welt fühlt sich kalt an, vieles ist so oberflächlich und falsch geworden.
Und man ekelt sich vor sich selbst, wenn man merkt, dass man ein Teil davon wird.
Lord Dagon wrote:
Myta wrote:
b ist auch nach deinem post hitlers problem nicht dass er ein "verstandsmensch" war (was ich immernoch für falsch halte, er hat nie besonders viel verstand bewiesen oder rationales handeln gezeigt), sondern sein narzissmus. ob jetzt narzissmus oder größenwahn, beides widerspricht deiner vorherigen aussage und gibt meiner recht...
Nunja, Hitler war ein eiskalter Mensch mit einem Talent für sehr strategisches Denken. Er war nicht dumm. Ein Mensch, den wir als Dumm bezeichnen, kann nie die Erfolge erzielen, die er in kurzer Zeit durch manipulative Täuschung und gerissenes taktisches Vorgehen erreicht hat. Über sein Talent, vorgehensweisen seiner Gegner zu durchschauen, kann man nur staunen. Dazu benötige ich Intelligenz, anders geht es nicht. Ich wollte mit meinem Thread belegen: Selbst der intelligenteste Mensch (ich halte Hitler für intelligent, aber emotional tief gestört) kann durch Emotionen und psychische Schwächen (wie den Narzissmus) getäuscht werden. Es hat nichts mit Intelligenz zu tun. Emotion ist stärker. Intelligenz kann sie nicht durchschauen, zumindest so lange der Verstand die Mechanismen nicht erkannt hat, das hat Nadelbaum ja auch erwähnt.
Ich hatte hier schon einige Sätze stehen gehabt, da entschied ich mich für diese Vorgangsweise: Ich stimme Lord Dagon zu, er hat seine Argumente ausreichend fundiert.
Aber ich meine, man sollte den obigen Mann für weitere Diskussionen außen vor lassen, da er die Sache nur unnötig kompliziert macht.

Ich glaube, die Sache kam dadurch auf, dass jemand meinte, Rasissmus wäre ein Zeichen von Dummheit (ö.ä.). Da macht man es sich zu einfach.
Aber ich mache hier jetzt mal Schluss.

P.S.: Verzeihung, ich habe einen Hang zum Pathos.


*Was leider nicht immer der Fall ist, aber das ist eine andere Geschichte.
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by greenlight
Posted: 30.10.2011 11:07
Eine sehr interessante Diskussion, wie ich finde. Um auf die Frage nach dem freien Willen nochmal einzugehen:
Wir stellen uns eine Situation vor, in der sich ein Mensch unterschiedlich entscheiden kann (z.B. beim Bäcker). Doch er kann sich schließlich nur für eine Sache entscheiden. Dreht man die Zeit nun zurück, auf den Zustand, wo der Mensch sich noch nicht entschieden hat, würde er gleich entscheiden? Die Ausgangsbedingungen sind gleich, nichts hat sich verändert. Demnach muss er sich gleich entscheiden. Oder setzt hier das an, was wir als freien Willen bezeichnen? Kann es unterschiedliche Entscheidungen überhaupt geben? Nach welchen Kriterien würde ein Mensch entscheiden?

Wie schon von Lord Dagon beschrieben täuscht uns unser Gehirn den freien Willen warscheinlich nur vor. Selbst wenn wir uns bewusst für 'a' anstatt 'b' entscheiden, war es nicht "vorherbestimmt", dass wir uns für a entscheiden? Hätten wir überhaupt die Möglichkeit gehabt, uns anders zu entscheiden?


... das ganze hier mach so viel mehr Spaß als der Philosophieunterricht in der Schule. Wie ein Mitschüler mal treffend gesagt hatte: "Wir philosophieren nicht, wir reden nur über Philosophie"
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Myta
Posted: 30.10.2011 15:16
Lord Dagon wrote:
Weißt du, wenn du wirklich aus Interesse an der Sache die Absicht hast, dich darüber zu informieren, besorge ich dir gern Informationen, auch Titel und genaue Zitate. Aber ich habe das Gefühl, als ging es nur darum, wer "recht" hat, und dafür ist mir meine Zeit doch zu schade. Akzeptiere meine Meinung, sie ist eine andere als deine, aber dafür muss ich keine Rechenschaft ablegen. ;)
ich nehme auch links auf wikipedia... verstehe aber auch wenn dir der aufwand für eine internetdiskussion zu groß ist. mir geht es tatsächlich nicht darum mich komplett in das gebiet einzuarbeiten, ich möchte nur die aussagen überprüfen die mir unglaubwürdig scheinen.

zum thema freier wille, die folgenden aussagen sagen im wesentlichen das gleiche
Josephus wrote:
Woran die Vorhersage in der Wirklichkeit, am Menschen, scheitert, ist die stark erhöhte Komplexität des Bretts und des Algorithmus.
greenlight wrote:
Wir stellen uns eine Situation vor, in der sich ein Mensch unterschiedlich entscheiden kann (z.B. beim Bäcker). Doch er kann sich schließlich nur für eine Sache entscheiden. Dreht man die Zeit nun zurück, auf den Zustand, wo der Mensch sich noch nicht entschieden hat, würde er gleich entscheiden? Die Ausgangsbedingungen sind gleich, nichts hat sich verändert. Demnach muss er sich gleich entscheiden.
beide nehmen ein deterministisches weltbild an, dies könnte zwar stimmen, es gibt aber keinen beweis dafür, und in diesem punkt herrscht auch keine einigkeit. zb geht die kopenhagener interpretation von einem nicht deterministischen universum aus. (da ich auch zu faul bin vernünftige quellen zu suchen linke ich einfach mal wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Interpreta ... erminismus). einfach determinismus vorauszusetzen und daraus zu folgern dass es keinen freien willen gibt sieht zwar auf den ersten blick sinnvoll aus, ist aber nicht richtig.

hier noch ein ganz interessanter artikel http://www.objectivity-archive.com/volu ... r5.html#69. unabhängig davon ob man der sicht des authors zustimmt oder nicht, lohnt sich meiner meinung nach das lesen.

ich sage übrigens nicht dass es einen freien willen gibt, ich weiß es einfach nicht. niemand weiß das. und ich finde es immer etwas merkwürdig wenn in foren leute der meinung sind solche ungeklärten und fundamentalen fragen in zwei sätzen eindeutig beantworten zu können. das zeigt meiner meinung nach nur dass sich nicht genug mit dem thema beschäftigt wurde.
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Nadelbaum
Posted: 30.10.2011 18:17
Myta wrote:
ich sage übrigens nicht dass es einen freien willen gibt, ich weiß es einfach nicht. niemand weiß das. und ich finde es immer etwas merkwürdig wenn in foren leute der meinung sind solche ungeklärten und fundamentalen fragen in zwei sätzen eindeutig beantworten zu können. das zeigt meiner meinung nach nur dass sich nicht genug mit dem thema beschäftigt wurde.
Das die Frage nicht zu 100% beantwortet werden kann, heißt aber noch längst nicht, dass keine probalistische Antwort formuliert werden kann.
Meiner Meinung nach ist es extrem unwahrscheinlich, dass es einen freien Willen gibt, da viele Argumente dagegen sprechen, bspw. eine große Zahl psychologischer Experimente.

Um hier mal dein Zitat aufzugreifen:
Andererseits halten z. B. Niels Birbaumer, Reinhard Werth oder Benjamin Libet selbst die Interpretation des Libet-Experiments im Sinne einer Widerlegung des freien Willens für unzulässig.
Hier wird auch nur gesagt, dass die Argumentation gegen den freien Willen für nicht ausreichend gehalten wird. Hierbei wird nichtmal ein Gegenargument genannt, man sagt einfach nur, dass die Interpretation keine 100%ige Deutung zulässt. Argumentativ sagt das nahezu nichts aus.

Denn wohlbemerkt kann man niemals zu 100% eine Begründung angeben, egal um welche Fragestellung es sich handelt. Wenn nun religiöse Menschen bspw. sagen, die These "Gott" kann nicht widerlegt werden, müsste man direkt hinzufügen, dass keine These wirklich bewiesen werden kann.
Das der Apfel gen Boden fällt, schieben wir auf die gravitative Wechselwirkung, aber sicher können wir uns niemals sein. Wie Einstein ja auch mit der Relativitätstheorie zeigte, dass Newtons Interpretation, obwohl jahrhundertelang anerkannt, nicht ausreichend war.

Deshalb halte ich es für falsch, ein Thema als unlösbar hinzustellen um dadurch das Diskuttieren zu unterbinden.

Zum Determinismus: einige Aspekte des Mikrokosmos sind definitiv (insofern ich das Wort jetzt überhaupt noch verwenden sollte :roll: ) nicht deterministisch, sondern probalistisch, bspw. Orbitalaufenthaltswahrscheinlichkeiten von Elektronen.
Trotzdem sollte man, so finde ich, fehlenden Determinismus nicht mit freiem Willen gleich setzen. Synapsen in unserem Gehirn feuern nicht nach einem festgelegten Schema, sondern sie haben viel eher eine recht feste Feuerrate, also Frequenz. Es kann also durchaus sein, dass wenn man die selbe Situation 2 mal erlebt, man anders handeln würde, weil Synapsen zufällig anders gefeuert haben...es mag unwahrscheinlich sein, da die Effekte unglaublich gering ausfallen, aber jedenfalls ist es möglich. Doch ist das etwa freier Wille? Hat man frei entschieden, oder war man hier trotzdem nur "Opfer" des probalistischen Verhaltens (anstelle eines deterministischen)?
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Josephus
Posted: 30.10.2011 19:01
A:
Myta wrote:
Nein, Rassismus* ist im allgemeinen ein Zeichen von Dummheit und unter Intelligenten Menschen wirst du kaum Rassisten finden. Warum? Weil Rassismus einfach auf einer fehlerhaften Weltsicht beruht, und dieser Fehler ist mit etwas nachdenken erkennbar.
B:
Myta wrote:
und ich finde es immer etwas merkwürdig wenn in foren leute der meinung sind solche ungeklärten und fundamentalen fragen in zwei sätzen eindeutig beantworten zu können. das zeigt meiner meinung nach nur dass sich nicht genug mit dem thema beschäftigt wurde.
A:
Myta wrote:
beide nehmen ein deterministisches weltbild an, dies könnte zwar stimmen, es gibt aber keinen beweis dafür, und in diesem punkt herrscht auch keine einigkeit. zb geht die kopenhagener interpretation von einem nicht deterministischen universum aus. (da ich auch zu faul bin vernünftige quellen zu suchen linke ich einfach mal wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Interpreta ... erminismus). einfach determinismus vorauszusetzen und daraus zu folgern dass es keinen freien willen gibt sieht zwar auf den ersten blick sinnvoll aus, ist aber nicht richtig.
B:
Myta wrote:
du stellst ziemlich viele behauptungen auf, die mir ziemlich gewagt erscheinen. bitte nimm mir das nicht übel, aber dein text klingt nach einem laien der mal ein paar dinge [...] gelesen hat und jetzt glaubt die wahrheit zu kennen
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Myta
Posted: 31.10.2011 11:50
Nadelbaum wrote:
Das die Frage nicht zu 100% beantwortet werden kann, heißt aber noch längst nicht, dass keine probalistische Antwort formuliert werden kann.
Meiner Meinung nach ist es extrem unwahrscheinlich, dass es einen freien Willen gibt, da viele Argumente dagegen sprechen, bspw. eine große Zahl psychologischer Experimente.

Um hier mal dein Zitat aufzugreifen:
Andererseits halten z. B. Niels Birbaumer, Reinhard Werth oder Benjamin Libet selbst die Interpretation des Libet-Experiments im Sinne einer Widerlegung des freien Willens für unzulässig.
Hier wird auch nur gesagt, dass die Argumentation gegen den freien Willen für nicht ausreichend gehalten wird. Hierbei wird nichtmal ein Gegenargument genannt, man sagt einfach nur, dass die Interpretation keine 100%ige Deutung zulässt. Argumentativ sagt das nahezu nichts aus.

Denn wohlbemerkt kann man niemals zu 100% eine Begründung angeben, egal um welche Fragestellung es sich handelt. Wenn nun religiöse Menschen bspw. sagen, die These "Gott" kann nicht widerlegt werden, müsste man direkt hinzufügen, dass keine These wirklich bewiesen werden kann.
Das der Apfel gen Boden fällt, schieben wir auf die gravitative Wechselwirkung, aber sicher können wir uns niemals sein. Wie Einstein ja auch mit der Relativitätstheorie zeigte, dass Newtons Interpretation, obwohl jahrhundertelang anerkannt, nicht ausreichend war.
prinzipiell stimme ich dir zu, allerdings sind die hinweise gegen einen freien willen bei weitem nicht so eindeutig wie zb die für die existenz von gravitation. oder gegen die existenz von gott. Um nochmal wikipedia zu zitieren "Innerhalb der Neurowissenschaften wird die Frage des freien Willens kontrovers diskutiert."
Nadelbaum wrote:
Deshalb halte ich es für falsch, ein Thema als unlösbar hinzustellen um dadurch das Diskuttieren zu unterbinden.
ebenfalls richtig, ich habe auch nichts gegen eine diskussion über freien willen, im gegenteil, ich finde sie sehr interessant. aber es wurde ja gar nicht diskutiert. die nicht existenz wurde einfach ohne begründung angenommen (und dabei nicht mal als annahme sondern als tatsache beschrieben) und als basis für weitere argumente verwendet (bzw danach unzureichend begründet). und das macht meiner meinung nach in einer diskussion keinen sinn.
Nadelbaum wrote:
Zum Determinismus: einige Aspekte des Mikrokosmos sind definitiv (insofern ich das Wort jetzt überhaupt noch verwenden sollte :roll: ) nicht deterministisch, sondern probalistisch, bspw. Orbitalaufenthaltswahrscheinlichkeiten von Elektronen.
das ist nicht richtig, es gibt auch interpretationen die diesen scheinbaren zufall einfach durch uns unbekannte variable erklären und von determinismus ausgehen. zb diese hier http://de.wikipedia.org/wiki/De-Broglie-Bohm-Theorie
Nadelbaum wrote:
Trotzdem sollte man, so finde ich, fehlenden Determinismus nicht mit freiem Willen gleich setzen. Synapsen in unserem Gehirn feuern nicht nach einem festgelegten Schema, sondern sie haben viel eher eine recht feste Feuerrate, also Frequenz. Es kann also durchaus sein, dass wenn man die selbe Situation 2 mal erlebt, man anders handeln würde, weil Synapsen zufällig anders gefeuert haben...es mag unwahrscheinlich sein, da die Effekte unglaublich gering ausfallen, aber jedenfalls ist es möglich. Doch ist das etwa freier Wille? Hat man frei entschieden, oder war man hier trotzdem nur "Opfer" des probalistischen Verhaltens (anstelle eines deterministischen)?
das ist eine sehr interessante frage, ich würde sagen das ist einfach bisschen definitionssache was man als freien willen bezeichnet. der von mir verlinkte artikel geht auf diese frage ein. (edit: meine meinung wäre: allein die prinzipielle möglichkeit aufgrund statistischer prozesse zwei unterschiedliche ergebnisse zu erhalten ist nicht hinreichend für freien willen. ein photon am doppelspalt hat keinen freien willen auch wenn man der kopenhagener interpretation folgt.)
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by greenlight
Posted: 31.10.2011 17:08
Vielleicht kann man es auch schon als freien Willen bezeichen, wenn sich das Wesen darüber bewusst ist, dass es mehrere Optionen offen hat und sich eben bewusst für die eine oder andere entscheidet. Viele Tiere z.B. handeln nur aus Instinkten, und nicht aus bewussten (rationalen?) Überlegungen. Diesen Tieren würde ich den freien Willen absprechen, da ihnen nicht bewusst ist, dass es andere Optionen gibt.
Denn, um Myta's durchaus berechtigter Kritik an der bisherigen Diskussion nachzukommen, sollten zuerst die Grundbegriffe näher definiert werden. Eine mögliche Definition von freiem Willen ist daher das erste, was geklärt werden sollte.
Anschließend können wir ja über die Begründungen, ob es einen "freien Willen" nun gibt oder nicht, weiter diskutieren :)
Re: Was wäre für euch an Story und Inszenierung wichtig? - by Metanoeite
Posted: 31.10.2011 17:19
Denn, um Myta's durchaus berechtigter Kritik an der bisherigen Diskussion nachzukommen, sollten zuerst die Grundbegriffe näher definiert werden. Eine mögliche Definition von freiem Willen ist daher das erste, was geklärt werden sollte.
Ja. Leider geht die Diskussion um der Begriff des freien Willens inzwischen in eine ganz andere Richtung als von mir beabsichtigt. Ich habe ihn ganz anders genutzt. Ich bezog mich in meinem Post ausschließlich auf das Thema emotionale Erinnerung und Beeinflussung des Verstandes durch diese. Ich wollte mit dieser Aussage untersteichen, dass wir von unseren Emotionen gelenkt werden, ob wir das möchten oder nicht - Ob der Mensch in seinem gesamten Wesen einen freien Willen hat oder nicht habe ich gar nicht zur Diskussion gestellt, es wurde aber anschließend völlig aus dem Zusammenhang gerissen und absolutiert, dabei war eine Absolution meiner Aussage über den freien Willen gar nicht beabsichtigt. So viel zum Thema Missverständnisse. Daher weiß ich auch nicht, wohin die aktuelel Diskussion führen soll...
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