https://sureai.net/forum/viewtopic.php?t=7214
Aber was ist eine richtige Idee und was ist eine Falsche? Am Ende wird das produziert was am meisten nachgefragt wird und die Marketingabteilung gibt sehr viel Geld aus um die nächsten Trends auszuloten. Dadurch kommt es auch zu einer Innovation, aber bei AAA Titeln eben nur in Ameisenschritten, weil radikale Änderungen zu gefährlich sind.
dilldappel wrote:Und wenn jemand wie ich schon fast vierzig Jahre zockt, dann
dilldappel wrote: die Liste der Pleite gegangenen Firmen ist sicher für viele Spieleentwickler ein Warnruf. Ich denke aber schon, das es durch aus auch mutige Spielideen gab, wie Portal zum Beispiel.
dilldappel wrote:Und wenn man sich so anschaut was sich so Spiele auf Steam tummeln. Viele junge Entwickler sind echt sympatische Leute für die man auch mal ein Groschen springen lässt, aber ein professionell gemachtes Spiel ist noch mal ein ganz andere Liga.
Diese jungen Entwickler, damit sind wohl symbolisch die Indie-Studios gemeint, leben aber oftmals auch am "Existenzminimum". Wie viele Indie-Spiele sind es denn, die sich wirklich durchsetzen, so viele sind das nicht, und für viele hat das auch schon das Ende bedeutet.
Für mich ist das aber keine Frage von richtig oder falsch. Sondern viel mehr, das Entscheidungen nach voll ziehbar sind, das es keine Alibi Entscheidungen sind, wie wir bekommen das Game nicht fertig, bauen wir noch ein paar Random Quest ein um das Spiel mit Content zu füllen.
dilldappel wrote:Und dann gibt es echte Überraschungen, wie gerade "the darkest dungeons", wo man keine großen Erwartungen hat und dann wie ein irrer suchtet.
Rothinsky wrote: Ich wusste gar nicht, dass du alle Entwickler gleichzeitig bist, dass du das so pauschalisieren kannst?![]()
Jetzt im Ernst, ich finde mit deiner "dumm"-Bemerkung gehst du zu weit (auch da ich mich sehr angesprochen fühle, da ich, siehe Seite 2, etwas ähnliches geschrieben hatte). Es kommt dann größtenteils auf die Definition des Wortes "Idee" an. Es liegt eher daran, dass manchmal nicht gewusst wird, was eine gute Idee ist und deshalb komplett stagnieren, da man nichts riskieren möchte. Diese ständige Fixierung auf Sicherheit ist es die mich stört, neben der Käuferschaft, die meistens eben auch nur das gleiche will.
Letztlich finde ich, dass du die falschen mit diesem Kommentar ansprichst. Es sind nicht (immer) die Kritisierenden, sondern der "Mainstream"
Abermals hoffe ich trotz meiner mangelhaften rhetorischen Befähigung meine Aussage verständlich formuliert zu haben...
PS: Ich finde das Zitat einfach nicht mehr, das suche ich schon lange... Da war mal ein Kommentar von einem der Spec Ops - The Line-Macher der etwas ausgesagt hat wie: Spieler wollen intelligente Spiele, käufer wollen Call of Duty.
Rothinsky wrote:
PS: Ich finde das Zitat einfach nicht mehr, das suche ich schon lange... Da war mal ein Kommentar von einem der Spec Ops - The Line-Macher der etwas ausgesagt hat wie: Spieler wollen intelligente Spiele, käufer wollen Call of Duty.
dilldappel wrote:Und dann gibt es echte Überraschungen, wie gerade "the darkest dungeons", wo man keine großen Erwartungen hat und dann wie ein irrer suchtet.
Lord Dagon wrote:Ich meinte damit, dass es zu trivial ist, wenn behauptet wird dass Entwickler, beispielsweise von Call of Duty, ihren Job unter Absicht "jetzt bin ich mal so faul wie möglich und mache nur generischen Einheitsbrei" antreten. Sie absolvieren ihren Job so gut wie möglich, unter den gegebenen Unständen - Und die können sein: Es ist gewünscht ein Spiel für den Massenmarkt zu machen oder es mangelt einfach an Zeit, bestimmte Elemente tief genug auszuarbeiten, was den Kunden nicht interessiert wenn er 50€ ausgibt, was man als Entwickler sich aber auch nicht aussuchen kann. Man entwickelt das Spiel ja für den Geldgeber und nicht für den Endkunden und macht das was der Geldgeber entscheidet. Das kann man kritisieren, aber ich finde es eben unangemessen, wenn man den Mitarbeitern Faulheit unterstellt. Das hat nichts damit zu tun, dass man das Fehlen von Innovation nicht kritisieren darf. Aber die Kritik trifft die Falschen, wenn Begriffe wie "Faule Entwickler" fallen. Die meisten Mitarbeiter von Studios die ich kenne würden sich wünschen mit einer breiteren Perspektive arbeiten zu können. Aber die Situation ist eben wie sie ist. Ich bezog mich ja nicht auf alle Entwickler sondern auf AAA-Titel, die in der Regel als Vergleich für fehlende Innovation herangezogen werden, während es ja durchaus sehr viel Innovation bei Titeln mit kleinen bis mittleren Budgets gibt.
Man muss sich den finanziellen Aufwand dieser Produkte bewusst sein, vom Budget eines einzigen AAA Spiels kannst du mehrer Häuserblocks mit Einfamilienhäusern bauen. Ein wirtschaftliches und auf dauer auf Existenz ausgerichtetes Unternehmen ist dazu verdammt Gewinne einzufahren, noch mehr wenn es an der Börse gelistet ist. Da kannst du einfach nicht Prämisse "Ich mach jetzt mal das was ich cool finden würde!" arbeiten, sondern musst es solide auf den hart umkämpften Markt ausrichten oder bist schneller arbeitslos als du bis drei zählen kannst und im schlimmsten Fall deine Mitarbeiter und Kollegen auch, für die man bei Führungsverantwortung auch Verantwortung übernimmt. Auch das sind die Umstände, keineswegs Faulheit, und darauf bezog sich meine Aussage.
Für B-Ware und Indiegames verhält sich anders: Sie müssen vielleicht innovativ sein um sich bei dem heftig umkämpften Markt durchsetzen zu können.
SarahAndreaRoyce wrote:... gehört man eh nicht mehr zur Focus Group. Das ist das zweite was beim "Zielgruppen testen" massiv falsch läuft. Beim Focus-Testing wird auf "traditionelle" Gruppen gesetzt, also männliche Jugendliche, während sie als eigenständige Gruppe nur einen eher kleinen Teil der Spielekäufer ausmachen.dilldappel wrote:Und wenn jemand wie ich schon fast vierzig Jahre zockt, dann
greenlight wrote:Es fängt schon bei der Grafik an. Die meisten Spieler, so habe ich das Gefühl, würden sich komplett weigern, ein Spiel zu spielen, welches matschige Texturen und holperige Animationen hat. Ist es ein altes Spiel, können manche "Retrofans" noch drüber hinwegsehen, aber bei einem aktuellen Spiel? "Bääh die Grafik ist Mist!". Außer natürlich, es ist indie-Pixelgrafik. Dann muss es wie Minecraft aussehen.
greenlight wrote:
Ich persönlich träume ja davon, dass Nintendo einen neuen GameBoy rausbringt, mit dem alten, unkaputtbaren ABS-Gehäuse, stromsparender Hardware (damit 2 AA-Batterien auch 20 Stunden halten) und einem generell "offenen" System, welches es kleinen Studios einfach und ohne großen finanziellen Aufwand ermöglicht, Spiele zu entwickeln. Steckkarten mit Flash-Speicher sind billig, sodass sie als Trägermedium geeignet wären. Kein Wlan, kein Lithium-Akku, kein Touchscreen, keine Kamera. Einfach nur eine Handheld-Konsole zum spielen. Spiel rein, anschalten, spielen.