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Re: Ryneus und Gajus
Post by Tamira »
anatas wrote:
Mit der Holzpuppe "Licht wird aus deinen Augen scheinen"
https://photos.google.com/share/AF1QipP ... owdWhIMmJ3
kann ich bisher nicht viel anfangen. Werde im weiteren Verlauf drauf achten.
Vielleicht stellt es diese Vision (Rückblende) aus "Engel" dar?
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Wundert mich allerdings, dass der alte Mann gleich zwei Kunstwerke nur über Calia gemacht hat... Außerdem stimmen die Posen nicht ganz und Calia hat eine andere Frisur
Bin jetzt mit dem zweiten Durchgang auch an dieser Stelle vorbei. Es muss Maya=Calia sein. Der Vater sitzt zwar nicht, legt aber seine Hand auf die des Mädchens und das Mädchen sitzt wie bei der Holzpuppe auf einem Stapel Bücher.
https://photos.google.com/share/AF1QipP ... owdWhIMmJ3
https://photos.google.com/share/AF1QipP ... owdWhIMmJ3
"Licht wird aus deinen Augen scheinen" - vielleicht die Anspielung auf die glühenden Augen während ihrer Verwandlungen?
Das Loch in der Brust der Holzpuppe - vielleicht eine Anspielung, dass sie kein Herz mehr hat, sondern stattdessen einen schwarzen Stein?
Re: Ryneus und Gajus
Post by EMS60 »
Da stimme ich mit Dir vollkommen überein.
Dann ist vll. "Keine Kompromisse" doch eher Adila und Jespar zuzuordnen. Die Art und Weise, in der sie ihre Tötungsakte durchgeführt hat, könnte kompromissloser ja nicht sein und auch ihrem Bruder gegenüber gibt es nur entweder/oder.

Im seinem Werkraum findet man nochmal eine Holzpuppe in der gleichen Haltung, sowie zwei in Käfigen. Wieso steckt er Holzpuppen in Käfige...
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enb 2016_08_28 00_15_13_80.jpg
Re: Ryneus und Gajus
Post by HanSoloOne »
Die 3 dargestellten Szenen (Rynéus, Adila, Calia) sind eben jene, die durch die 3 schwarzen Steine erzeugt werden.
Könnte es sein, dass der alte Mann, wie auch immer, Begehrlichkeiten der Charaktere erschafft, in der Hoffnung, dass sie den jeweiligen Stein unter keinen Umständen aufgeben und das Leuchtfeuer somit gar nicht erst gezündet werden könnte. Dann bliebe allerdings noch die Frage offen, welche Macht ihm ermöglichen könnte, derart Einfluss zu nehmen. Möglicherweise besitzt er selbst einen schwarzen Stein, der ihm diese Fähigkeiten verleiht.
Re: Ryneus und Gajus
Post by EMS60 »
Das glaube ich nicht. Er zeigt uns die essentiellen Voraussetzungen, die für das Leuchtfeuer notwendig sind und gibt uns später noch das Tool dazu. Dinge, die wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen und nicht zuordnen können. Eigentlich zeigt er uns den ganzen Ablauf der Läuterung, vom Beginn bis zum Ende.
Ich denke nicht, das er jemals auf irgendwas direkt Einfluss nimmt. Er ist 'nur' der Provider.The rest is up to us.

EDIT: Die Holzpuppen in den Käfigen. Tealor und Taranor? Beide gefangen in ihren Begierden, unfähig sich auch nur einen Meter davon zu lösen?

Ich muss nur bei seinem Namen immer an Gaius Julius Caesar denken :dumb:, was für mich die Sache ihn 'als Person' in diesem Spiel einzuordnen nicht unbedingt erleichtert. :mrgreen:
Re: Ryneus und Gajus
Post by Tamira »
EMS60 wrote:
Ich muss nur bei seinem Namen immer an Gaius Julius Caesar denken :dumb:, was für mich die Sache ihn 'als Person' in diesem Spiel einzuordnen nicht unbedingt erleichtert. :mrgreen:
Ich musste bei "Gajus" immer an die alte lateinische Heiratsformel denken: "Ubi tu Gaius, ego ibi Gaia" (https://de.wikipedia.org/wiki/UBI_TU_GAIUS_EGO_GAIA), vergleichbar mit "Wo du hingehst, da will auch ich hingehen".
Re: Ryneus und Gajus
Post by HanSoloOne »
Das glaube ich nicht. Er zeigt uns die essentiellen Voraussetzungen, die für das Leuchtfeuer notwendig sind und gibt uns später noch das Tool dazu. Dinge, die wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen und nicht zuordnen können. Eigentlich zeigt er uns den ganzen Ablauf der Läuterung, vom Beginn bis zum Ende.
Ich denke nicht, das er jemals auf irgendwas direkt Einfluss nimmt. Er ist 'nur' der Provider.The rest is up to us.
Man darf aber nicht vergessen, dass der alte Mann die Realität nach seinen Vorstellungen gestalten kann. Er vermag es, sein Anwesen sofort verschwinden zu lassen. Das ist eine Gemeinsamkeit, die er mit Rynéus hat.

Ich hatte mir vorab sehr oft den genialen Release-Trailer angesehen und musste bei der Entwicklung mit Rynéus sofort an folgenden (m.M.n. bedeutenden Satz) denken:

"Ein wahrer Gott ist ein Zustand, dessen Existenz allein die Realität nach seinem Willen formt" - oder so ähnlich.
Daher tat sich mir nach der Quest mit Rynéus sofort die Frage auf, ob er nicht ein "wahrer Gott" ist. Aber das scheint er nicht zu sein, weil er für seine Formung der Realität die Hilfe des schwarzen Steins benötigt. Der alte Mann kann das aber (Anwesen). Warum? Wenn sein Einfluss derart beschränkt wäre.

Er überlasst dem Propheten das "Wort der Toten". Als ich diese Passage spielte, in der Erinnerung des Pyräers - ab diesem Moment hatte ich schon die Vermutung, dass der Mensch selbst für den Untergang der eigenen Zivilisation verantwortlich war und dass dieser mit dem Leuchtfeuer zu tun hatte, wenn nicht gar dadurch ausgelöst wurde. Was sich bewahrheiten sollte.
Es war nichts von Hohen o.ä. zu sehen, sondern nur, wie sich Menschen gegenseitig massakrierten. Ich denke, der alte Mann wollte dem Propheten damit eine Erkenntnis vermitteln. Nämlich jene, welche das Ende der Story eindeutig offenbart. Es sind nicht irgendwelche Feinde von außen, die für das Elend verantwortlich sind, sondern der Mensch selbst, durch seine Denkmuster und seine Begierden. Er sagt danach auch: "Ich kann euch an dieser Stelle nichts sagen, was helfen würde. Wenn ich etwas gelernt habe, dann, dass der Mensch selbst zu seinen Erkenntnissen gelangen muss."

Die Frau im Wasser sagt, es bedrücke sie, wie sehr Gajus leide, immer und immer wieder. Es scheint so, als würde er versuchen, den Zyklus zu durchbrechen und immer wieder eine Niederlage erleiden. Als Fleischloser hat er auch keine andere Möglichkeit, als seinem Wesen nach den Kampf gegen Windmühlen aufzunehmen. Möglicherweise ein Hinweis darauf, dass das menschliche Denkmuster selbst eine Konstante der Natur ist und leider nicht verändert werden kann, so sehr es auch versucht wird.
Er selbst könnte der Erschaffer / Architekt sein. Er hat das Leben vllt. erschaffen, kann aber keinen weiteren Einfluss auf den Werdegang nehmen. Ähnlich des Programmierers eines fehlerhaften Programms, das zu unvorhersehbaren bzw. unabänderlichen Abläufen führt.

M.M.n. wollte er dem Propheten mit der Erinnerung des Pyräers die tiefe Erkenntnis offenbaren, die für uns als Spieler am Ende zur Gewissheit wurde. Die Erinnerung in ihren Details lässt für mich nur diesen Schluss zu.
Das, was am Ende mit dem "Wort der Toten" versucht wurde, war vllt. der falsche Weg. Hätte eine Erkenntnis stattgefunden, wäre der Numinos gar nicht mehr notwendig gewesen und man weiß auch nicht, ob er die Hohen wirklich verbannt hätte. Es bedarf nämlich keines Artefakts, um diesen Feind zu besiegen, sondern eines strukturellen Umdenkens. Dies wäre auch durch die Verbannung der Hohen mit Hilfe des Numinos nicht geschehen, da diese ein Produkt menschlichen Denkens darstellen. Wie könnte der Numinos dieses fundamentale Verhalten verändern?
Was der schwarze Wächter darüber äußert, muss man mit großer Vorsicht genießen.

Eine Möglichkeit wäre, dass der alte Mann diese Welt durch seine Vorstellung erschaffen hat. Da er aber selbst ein Mensch war und kein Gott, trug er selbst diese destruktive Natur in sich bzw. das menschliche Denken, wie es uns als Spieler vorgeführt wird und hat diese zerstörerische Konstante der Natur mit erschaffen.

"Stolz war mein Fall" - er war stolz auf sein vollbrachtes Werk, gleichzeitig aber blind für die Fehler, welche es aufgrund seines eigenen, menschlichen Denkens beinhaltete. Seitdem versucht er, getrieben von Reue, den Verlauf zum Besseren zu wenden. Bisher ohne Erfolg. Dies würde den angesprochenen, langen Leidensweg erklären, von dem die Frau im Wasser spricht. Diese Macht hätte er theoretisch durch den schwarzen Stein erlangen können, da er die Gesetzmäßigkeiten der Natur erforschte und somit auf einen Mechanismus gestoßen ist, der ihm dieses Werk ermöglichte.
EDIT: Die Holzpuppen in den Käfigen. Tealor und Taranor? Beide gefangen in ihren Begierden, unfähig sich auch nur einen Meter davon zu lösen?
Interessanter Gedanke. Eine Parallele ist auf jeden Fall zu erkennen.

Ein Prophet ist, allgemein ausgedrückt, ein Mensch, der die "göttliche Wahrheit" erfährt, mit dem Ziel, der Menschheit diese zu verkünden. Der alte Mann hat ihm durch das Wort der Toten und die Erinnerung des Pyräers die Wahrheit offenbart, welche der Prophet in die Welt tragen soll. Insofern liegt der Gedanke gar nicht mal so fern, dass es sich bei dem alten Mann tatsächlich um irgendeine Art Gott handelt.
Auch glaube ich, dass sich viele Menschen unter dem Begriff Gott einen alten Mann vorstellen. Laut Glaube existiert er ja schon ewig und müsste dementsprechend alt sein. M.M.n. ein weiterer deutlicher Hinweis auf die Identität des alten Mannes.

SureAI: wollt ihr das Rätsel nicht lüften? :lol:

EDIT: Und noch was - alle Holzfiguren des alten Mannes stellen in gewisser Art und Weise menschliche Eigenschaften dar. Viele davon wirken nicht gerade sonderlich positiv, allerdings gibt es z.B. auch die Holzfigur mit dem Titel "Reichen", vllt. im Sinne von "jemandem die Hand reichen". Auch der Titel "Träume" an sich ist nicht negativ. Vllt. soll Rynéus verdeutlichen, dass der Mensch Träume bzw. Ziele hat, die ihn antreiben. In Rynéus Fall das Ziel bzw. der Traum, normal zu sein.
Möglicherweise hatte er sich an dieses "Experiment (Schaffung einer Menschheit)" gewagt und es ist außer Kontrolle geraten oder er hatte aus welchen Gründen auch immer, nicht die Möglichkeit, es zufriedenstellend zu beenden.

Nach der Quest, als das Haus verschwunden ist, befindet sich auf dem Grundstück ein Schrein. Auch wieder ein dezenter Hinweis darauf, dass hier Beten und Gott eine Rolle spielen.

Da SureAI von einer Identität des alten Mannes spricht, gehe ich davon aus, dass seine Rolle eindeutig einzuordnen ist. Aufgrund der genannten Hinweise gehe ich mittlerweile schwer davon aus, dass er diese Rolle einnimmt.
Re: Ryneus und Gajus
Post by EMS60 »
Ich kannn Deine Gedankengänge gut nachvollziehen. So ganz einig bin ich aber nicht.
Um ehrlich zu sein, kriege ich an den Kerl überhaupt keinen vernünftigen Kopp. Jedenfalls bin ich von der Offensichtlichkeit bei keiner Person im Spiel weiter weg als bei ihm. :dumb:

Ich hatte schon mal den Gedanken, dass er in der ersten Zivilisation ein Herrscher war, der sich zu noch etwas Mächtigerem, nenn es meinetwegen einen Gott für diese Zivilisation, aufschwingen wollte, dadurch die Hohen erst in die Welt brachte und somit die Zyklen verursachte.
Vll. ist er der Produzent der schwarzen Steine?
Welche Ereignisse in Nehrim stimmen ihn erst hoffnungsfroh, um dann doch wieder im Sand zu versickern?

Ick weeß net, ich denke wahrscheinlich viel zu nüchtern für dieses Spiel. :lol:
Wie ich hier (http://forum.sureai.net/viewtopic.php?f ... 791#p81791) schon geschrieben habe (schamloses Selbstzitat):
Interpretationen werde ich nicht von mir geben. Das habe ich schon vor 40 Jahren in der Schule gehasst wie die Pest. Je kruder, desto besser die Noten und es war nie meine Stärke noch verworrenere Gehirnwindungen als meine eigenen in eine Autobahn umzufunktionieren.
Re: Ryneus und Gajus
Post by HanSoloOne »
Ich kannn Deine Gedankengänge gut nachvollziehen. So ganz einig bin ich aber nicht.
Um ehrlich zu sein, kriege ich an den Kerl überhaupt keinen vernünftigen Kopp. Jedenfalls bin ich von der Offensichtlichkeit bei keiner Person im Spiel weiter weg als bei ihm. :dumb:
Kann ich voll und ganz unterschreiben! :lol:
Ich hatte schon mal den Gedanken, dass er in der ersten Zivilisation ein Herrscher war, der sich zu noch etwas Mächtigerem, nenn es meinetwegen einen Gott für diese Zivilisation, aufschwingen wollte, dadurch die Hohen erst in die Welt brachte und somit die Zyklen verursachte.
Vll. ist er der Produzent der schwarzen Steine?
So in der Art vermute ich das auch. Ein Mensch, der gewisse Gesetzmäßigkeiten der Natur entdeckte (schwarze Steine? Kosmische Energie des Leuchtfeuers?), aufgrund derer er, ähnlich größenwahnsinnig wie der schwarze Wächter, der Meinung war, er könne die Menschheit zum Besseren verändern. Der Haken an der Sache ist halt, dass er selbst ein Mensch war. Das wird recht deutlich, als er die Frage nach seiner Identität geheimnisvoll "beantwortet": "Früher hätte ich euch darauf eine eindrucksvolle Antwort geben können...."

Daraus ergibt sich m.M.n., dass er zwar kein "Gott" im eigentlichen Sinne ist, allerdings eine Möglichkeit gefunden hat, die Realität zu formen und zu verändern. Zumindest im physischen Bereich. Das Problem ist nur, dass menschliche Gedankenmuster evtl. eine Grundkonstante der Natur sind und damit unabänderbar.
Da kommen wir wieder zu dem Zitat: "Stolz war mein Fall." - ich interpretiere den Stolz dahingehend, dass er sich ähnlich brilliant vorkam, wie der schwarze Wächter seinerzeit, dadurch aber gleichzeitig blind für die gravierenden Mängel / Fehler, welche seiner "Schöpfung" anhafteten. Was auch nicht anders sein kann, da seine menschlichen Wünsche, Motivationen, Ziele definitiv mit in das "Werk" einfließen würden und sei es auch nur unterbewusst.

Was mir auch noch Rätsel aufgibt, das ist die Frage der Frau im Wasser: "Gajus, bist du das? Sind wir endlich angekommen?"
Das kann ich mir im Moment überhaupt nicht erklären. Wo sollten sie angekommen sein? In einer besseren Welt, die frei vom Zyklus ist? Möglicherweise betreibt der alte Mann einen Kampf gegen Windmühlen und erkennt nicht, dass sein Traum, so wie es die Frau im Wasser nennt, niemals in Erfüllung gehen kann. Er sät, die Menschheit erntet. Und das, was er gesät hat, kann natürlich nicht frei von menschlichem Makel sein.

Vllt. hat er selbst das Leuchtfeuer auf die Welt gebracht, in der Hoffnung, die Menschen würden daraus lernen bzw. zu einer tieferen Erkenntnis gelangen, quasi als Hilfe. Und nun führt es in einem immerwährenden Kreislauf zu eben jenem Ergebnis, das wir am Ende erfahren. Er hatte einen Masterplan, der nicht aufging. Und jetzt ist die Menschheit bzw. alles Leben in diesem Zyklus gefangen. Weil er "naiv" genug war zu glauben, er könne das Wesen des Lebens verändern.
Darunter leidet er, immer und immer wieder, da er nicht weiter eingreifen kann, so sehr er es auch versucht.

Der alte Mann erkannte vllt., dass sich menschliches Verhalten und die damit, im Großen und Ganzen, verbundene Destruktivität nicht auf herkömmlichem Wege ändern lassen. Gleich, mit welchen Mitteln es auch versucht wurde.
Daher erschuf er den Zyklus (damit auch das Leuchtfeuer und die Hohen), in der Hoffnung, dass die Menschheit aus Ihren Erfahrungen lernt. Was er allerdings unterschätzte, war die Unbelehrbarkeit und die Weigerung, aus begangenen Fehlern zu lernen. Seitdem ist der Mensch und damit auch alles Leben in diesem permanent fortwährenden Kreislauf gefangen, ohne Aussicht auf Erfolg.

FAZIT: der alte Mann ist der Erschaffer des Zyklus. SureAI - ist das richtig? :P
Re: Ryneus und Gajus
Post by Glycerin »
HanSoloOne wrote:
FAZIT: der alte Mann ist der Erschaffer des Zyklus. SureAI - ist das richtig? :P
Vielleicht war badgesareus hier doch nicht so weit von des Rätsels Lösung enfernt. Ich hielt das für einen Scherz (war es wohl auch), aber wenn man länger darüber nachdenkt, hat die Idee irgendwie was. Und in gewisser Hinsicht ist Nicolas der Erschaffer des Zyklus- okay, nicht er allein, aber in der Richtung.
Re: Ryneus und Gajus
Post by HanSoloOne »
Vielleicht war badgesareus hier doch nicht so weit von des Rätsels Lösung enfernt. Ich hielt das für einen Scherz (war es wohl auch), aber wenn man länger darüber nachdenkt, hat die Idee irgendwie was. Und in gewisser Hinsicht ist Nicolas der Erschaffer des Zyklus- okay, nicht er allein, aber in der Richtung.
Meine Vermutung, nur anders ausgedrückt :lol:
Mal ein anderer Gedanke, der mir bei der Frauenleiche in Gaius Haus kam. Irgendwie weißt das ganze Szenario Ähnlichkeit mit der zu erwartenden Zukunft unseres Helden mit Calia, das Sternenstadt-Ende vorausgesetzt, auf. Man selbst ist fleischlos, die Gefährtin aber nicht also wird sie unweigerlich dahinscheiden. Der Dialog mit dem alten Mann behandelt zum großen Teil die Sinnlosigkeit des Einwirkens Anderer gegenüber der Selbsterkenntnis. "Gaius sind wir endlich da?" Haben wir es endlich geschafft Gaius? Hast du die neue Menschheit endlich gerettet?
Theorie: Gaius ist ein Prophet eines vergangenen Zyklus, ebenso wie der schwarze Wächter. Das Überleben des Propheten ist dann Teil des Zyklus was uns noch viel stärker vor Augen führt, dass der Zyklus nicht durchbrochen werden kann.
Re: Ryneus und Gajus
Post by HanSoloOne »
Hi,

diese Theorie gibt es desöfteren, aber ganz so haut das nicht hin:

1.) Der schwarze Wächter ist kein Bote gewesen

2.) Zitat schwarzer Wächter: "Noch nie hat eine Projektion erkannt, was sie ist, da sie sich mit der Läuterung auflöst"

Der alte Mann hätte sich im Zuge der Läuterung ebenfalls aufgelöst. Einzig und allein der schwarze Wächter konnte die Zyklen überstehen, da die Hohen nur organisches Leben ernten können.
Aber sicher ist eine Gemeinsamkeit zwischen dem Sternenstadt-Ende (Prophet & Calia) auf der einen Seite, sowie Gajus und der Frau im Wasser vorhanden. Letztendlich unterscheiden sich meine Theorie und diese hier lediglich in Details. Gewiss hatte Gajus versucht, den Zyklus zu durchbrechen und die Menschheit auf einen besseren Weg zu bringen. Aber ich denke nicht, dass er dies in Form eines Boten / Propheten versuchte.
Dass der alte Mann eine Projektion ist, liegt nahe. Er nennt sich ja selbst einen fleischlosen Beobachter. Allerdings ist auch eine Projektion organisches Leben, da mit ihr interagiert werden kann, und würde sich somit im Zuge der Läuterung auflösen.
Außerdem lässt die Theorie die Puppen in seinem Anwesen komplett außer Acht. Welche ja laut Entwickler der Schlüssel zum Verständnis sein sollen :P

Die Parallele zwischen schwarzem Wächter und der Frau im Wasser ist jedoch eindeutig gegeben. Es scheint die gleiche Art und Weise zu sein, wie beide, durch die Flüssigkeit oder was auch immer, am Leben erhalten werden können.
Re: Ryneus und Gajus
Post by Arpharis »
Der Wächter kann nur von den Zyklen berichten, die er selbst beobachtet hat. Womöglich gab es schon etliche Zyklen vor ihm und der alte Mann stammt aus solch einem. Die Idee, dass der alte Mann ein Prophet ist, der mit seiner Geliebten vor der Katastrophe floh, finde ich daher schlüssig.

Aus einem vorherigen Beitrag:

"Er sagt danach auch: "Ich kann euch an dieser Stelle nichts sagen, was helfen würde. Wenn ich etwas gelernt habe, dann, dass der Mensch selbst zu seinen Erkenntnissen gelangen muss."


Dementsprechend könnte er wirklich versucht haben, die neue Menschheit zu leiten, ist aber gnadenlos gescheitert. Was natürlich den Schluss zulässt, dass wir mit unserer Flucht nicht mehr Erfolg haben können, einfach weil wir immer noch nach den Regeln des Zyklus spielen.

Letztendlich geht es hierbei um Eventualitäten. Jeder Zyklus weist bestimmte Konstanten auf, die in JEDEM Durchlauf auftauchen (die Boten, das Leuchtfeuer, vielleicht auch die Schicksale, die mit den Steinen verknüpft sind), aber es gibt auch Ereignisse, die nur sehr selten Teil des Zyklus sind (ein Prophet, der überlebt und sich seiner wahren Natur bewusst wird).

Ich würde sagen, der alte Mann beobachtet diese Konstanten und hält sie in Form der Holzpuppen fest. Vielleicht fertigt er für jeden Zyklus neue Figuren an, weshalb manche Puppen sehr spezifische Ereignisse darstellen (Ryneus Traum).
Re: Ryneus und Gajus
Post by HanSoloOne »
Der Wächter kann nur von den Zyklen berichten, die er selbst beobachtet hat. Womöglich gab es schon etliche Zyklen vor ihm und der alte Mann stammt aus solch einem. Die Idee, dass der alte Mann ein Prophet ist, der mit seiner Geliebten vor der Katastrophe floh, finde ich daher schlüssig.
Ist sie auch, auf den ersten Blick. Der gegenwärtige Zyklus im Leben des alten Mannes ist vllt. schon wesentlich älter als jener, den der schwarze Wächter erlebt hatte. Dann bleibt aber noch immer die Frage, weshalb er sich nicht im Zuge der Läuterung auflöste. Gut - lässt sich mit dem Meer der Eventualitäten erklären. In Ordnung. Wie es eben auch beim Propheten der Fall ist, eine seltene Ausnahme.
Und da der alte Mann selbst ein Mensch ist, ist sein Vorhaben von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Er war zu verblendet, um das zu erkennen. Diese Schwäche konnte er sich aufgrund seines Stolzes zu spät eingestehen ("Stolz war mein Fall").

Das wirkt schlüssig, ABER:

Der alte Mann hat eine besondere Fähigkeit. Er kann die physische Realität verändern. Die Frage ist nur, wie? Vorstellbar wäre ein schwarzer Stein (oder mehrere) oder eine höhere Bewusstseinsebene (Gott?). Das ist sicherlich keine Fähigkeit eines "einfachen Boten". Auch hier wäre es möglich, dass der alte Mann in einem unvorstellbar langen Zeitraum immer weiter Nachforschungen betrieb und die herrschenden Naturgesetze zu verstehen begann. M.M.n. aber spekulativ.

Mit Sicherheit versuchte der alte Mann, eine Menschheit zu formen, um aus dem Zyklus auszubrechen. Ich denke aber vielmehr, dass er mit Hilfe der schwarzen Steine bzw. einem ähnlichen Mechanismus versucht hatte, eine nach seinen Maßstäben perfekte Welt / Menschheit zu schaffen, ähnlich wie es Rynéus im kleinen Maßstab tut, wenngleich aus anderen Beweggründen. Anhand der Informationen, die uns die Geschichte liefert, sind es einzig und allein die schwarzen Steine, welche diese Macht besitzen. Und wie oben schon geschildert, hat er seinen Fehler zu spät erkannt. Weil er zu stolz war, sich sein Versagen einzugestehen und als er die dafür notwendige geistige Reife erlangte, war es schon zu spät. Analog zu einem Computervirus, das sich verselbständigt hat. Die weiteren Ereignisse im System sind nicht mehr vorherzusagen bzw. nicht mehr in gewünschtem Maße abänderbar. Ohne das System zu zerstören, würde sich die Information des Virus ungehemmt fortsetzen. Ähnlich könnte es dem alten Mann gehen. Er hat ein "Werk" geschaffen (mit Hilfe der schwarzen Steine), über das er schlicht und ergreifend die Kontrolle verloren hat, weil er blind für seine eigenen Fehler war. Abgesehen von gewaltigen Ereignissen wie Naturkatastrophen kann Gott m.W.n. laut Bibel auch nicht mehr direkt in das Geschehen eingreifen (indirekt Sodom & Gomorrha, Sintflut). Ebenso fungiert der alte Mann. Er ist ein passiver Beobachter, da seine Einflussnahme mehr oder weniger genau darauf beschränkt ist. Er versucht zwar, den Propheten in eine erkennbare Richtung zu lenken, hat aber die wahre Steuerung / Kontrolle verloren und versucht seither verzweifelt, dem entgegenzusteuern. Er hat das "verdorbene Gedankengut (z.B. Stolz)" unbeabsichtig miterschaffen und keine Möglichkeit, dies zu ändern.

Mir kommt da ein Gedanke zu den Holzpuppen im Anwesen des alten Mannes: in seinem Arbeitszimmer befindet sich eine Holzpuppe mit Nägeln sowohl im Gesicht, als auch im linken Bein. Der Untertitel lautet: "Träume". Das Foto gibt es weiter vorne hier im Thread zu sehen. Es besteht wohl kein Zweifel daran, dass es sich dabei um Rynéus' Schicksal handelt.
Wäre es denkbar, dass der alte Mann die Ausweglosigkeit SEINES Kampfes einsah und auf den Gedanken kam, dass eine bessere Menschheit durch die "unschuldige Seele" eines Kindes zustande kommen könnte? Dessen Geist noch nicht durch "menschliche Abgründe" verdorben ist. Letztendlich waren alle mit den schwarzen Steinen verknüpften Schicksale, Schicksale eines Kindes. Rynéus bekommt den einen Stein mit. Calia wird im Kindesalter mit Hilfe eines schwarzen Steins wieder zum Leben erweckt. Bei Adila bin ich mir nicht sicher. Was jedoch gesichert ist, ist der Vorfall der Ermordung ihrer Eltern, ebenfalls im Kindesalter (erzählt von Jespar im Zug). Wer weiß, seit wann sie den schwarzen Stein schon besitzt. Eine Grundvoraussetzung für die Nutzung (oder auch erst den Erhalt) eines schwarzen Steins scheint ein schlimmes Schicksal zu sein. In dem Sinne, dass erst mit schlimmen Erfahrungen ernsthafte und aufrichtige Wünsche zu einer Verbesserung entstehen. Jemand, dem es permanent gut geht, der möchte ja nichts an dieser Situation ändern. Und bei einer solchen Person hätte der Stein auch keine Macht. Auch hier wäre er wieder zu unreflektiert und "stolz" gewesen, da er sich selbst, mit all seinen Makeln und Fehlern hätte erkennen müssen, um der Situation ebenbürtig begegnen zu können. Denn wie es scheint, weisen auch Kinder schon gewisse "Abgründe" auf, entgegen seiner potentiellen Auffassung.
Das Denken des alten Mannes ist eben menschlich und menschliches Denken ist größtenteils unreflektiert und nicht frei von Ängsten, Zweifeln und anderen negativen Assoziationen. Und auch hier ist er wieder zu "stolz" einzusehen, dass er aufgrund dessen nichts am Verlauf verändern kann. Und egal wie oft er es versucht, er wird stets an seinem eigenen, menschlichen Wesen scheitern. Das lässt sich auch beim schwarzen Wächter erkennen. Er hat angeblich so viele Zyklen mitansehen müssen, letztendlich aber rein gar nichts daraus gelernt. Deutlich erkennbar am Ende, als er sinngemäß sagt: "Ich werde ein Gott sein. Ich habe es mir verdient." - egoistische, machtversessene Motivation. Wenn nicht einmal er diese Abgründe nach so unvorstellbar langer Zeit des potentiellen Lernens überwindet, dann die kollektive Menschheit schon gar nicht. Genau das scheint sich der alte Mann nicht eingestehen zu wollen und erschafft damit ungewollt großes Leid. Ohne dass damit eine Aussicht auf Erfolg verbunden wäre.
Wie Rynéus auch scheint er einen Traum zu haben, wenn man die Aussage der Frau im Wasser zugrunde legt. Auch das legt den Schluss nahe, dass er mit "Rynéus Behandlung (Boppel und Bein)" einen Traum / Wunsch erschaffen wollte, der die Welt, nach seiner Auffassung, zum Besseren verändern würde.


Außerdem:

wie schafft es seine Frau(?) den Zyklus zu überstehen? Diese Masse, in der sie da schwimmt, ähnelt der im Herzstück des schwarzen Wächters. Allerdings scheinen nur Maschinen (unorganisches Leben) immun gegen die Läuterung zu sein, (laut schwarzem Wächter). Die Frau im Wasser aber befindet sich nicht in einer Maschine. Möglicherweise gibt es einen Mechanismus, der vor der Läuterung schützt, welcher letztendlich rein gar nichts mit der Form des Lebens zu tun hat.
Die Hohen ergreifen ja gerade Besitz vom Bewusstsein der Menschen und auch der Tiere. Warum sollte also eine Maschine immun sein? Der Geist ist das Kernelement und nicht die physikalische Beschaffenheit. Insofern hätte m.M.n. auch der schwarze Wächter von der Läuterung erfasst werden müssen.
[+] Schwarze Steine
Das mit der unschuldigen Kinderseele klingt auf beunruhigende Weise schlüssig. Dass die Steine in ihre Hände gelangen, könnte doch aber auch von den Hohen ausgehen... Die profitieren ja letztendlich davon, dass die (ehemaligen) Kinder die schwarzen Steinen nicht halten können. Ebenso wie geeignete Personen auftauchen, sobald die Zeit reif ist, fallen die schwarzen Steine vielleicht aber auch einfach den Leuten in die Hände, für die sie bestimmt sind. Bisschen wie der Ring in HdR oder ziemlich genauso wie der Behelit in Berserk. Wenn die Steine nicht günstig verteilt sind, passiert auch nichts, dann wird der alte Mann eben noch ein bisschen älter, bis wieder Action einsetzt.
Dass der alte Mann seine Macht aus einem schwarzen Stein zieht oder die selbst verteilt, halte ich für unwahrscheinlich, da die Steine im Konflikt drin stecken, der alte Mann aber vergleichsweise eher von außen auf diesen Konflikt schaut. (Andererseits gibt er uns das Wort der Toten, ohne das weder die Läuterung noch der Hohen-Exorzismus möglich wären.)
[+] Zur Frage, warum die Frau im Wassersarg die Läuterung übersteht
Wir wissen nichts über sie, außer dass sie im Keller des alten Mannes rumhängt und an einen Traum glaubt. Vielleicht ist sie fleischlos, in irgendeiner Form untot oder ohnehin nicht real und scheidet damit als Brennstoff für die Hohen aus.
Aber selbst wenn sie ein normaler Mensch mit erhöhtem Haltbarkeitsdatum ist: Es gibt mit der Sternenstadt mindestens einen Ort, an dem man vor der Läuterung sicher ist; wer weiß, ob es noch weitere Orte gibt, an denen sie die Läuterungen aussitzen kann? Die Sternlinge kamen ja auch von irgendwo...
Letzte Überlegung: Die Formulierung "losgelöst von Zeit" taucht im ganzen Spiel öfter mal auf, z.B. im Lied vom Winterhimmel und in verschiedenen Dialogen. Macht über Magie/Eventualitäten/Zeit ist an sich ein ziemlich großes Thema... Vielleicht kann der alte Mann sich und seine Perle an einem anderen Punkt in der Zeit in Sicherheit bringen (lässt sich erweitern auf: 'in einer anderen Eventualität'); so wie Magie in Enderal funktioniert, könnte ein Mensch solche Fähigkeiten tatsächlich haben, oder?
[+] Der alte Mann ist...
26.09.2016 19:17HanSoloOne wrote:
Ähnlich könnte es dem alten Mann gehen. Er hat ein "Werk" geschaffen (mit Hilfe der schwarzen Steine), über das er schlicht und ergreifend die Kontrolle verloren hat, weil er blind für seine eigenen Fehler war. Abgesehen von gewaltigen Ereignissen wie Naturkatastrophen kann Gott m.W.n. laut Bibel auch nicht mehr direkt in das Geschehen eingreifen (indirekt Sodom & Gomorrha, Sintflut). Ebenso fungiert der alte Mann. Er ist ein passiver Beobachter, da seine Einflussnahme mehr oder weniger genau darauf beschränkt ist. Er versucht zwar, den Propheten in eine erkennbare Richtung zu lenken, hat aber die wahre Steuerung / Kontrolle verloren und versucht seither verzweifelt, dem entgegenzusteuern. Er hat das "verdorbene Gedankengut (z.B. Stolz)" unbeabsichtig miterschaffen und keine Möglichkeit, dies zu ändern.
Alter Mann = Gott, der die Kontrolle aufgegeben hat? Wenn das nicht nach einem Autor (oder interaktiver: Spiele-Entwickler(team)) klingt, dessen Werk sich ‚verselbstständigt‘ hat, weiß ich auch nicht. So viel Herzblut, wie sie in die Entwicklung Enderals stecken - nur um uns dann aus der Ferne zu ‚beobachten‘, wie wir es um jeden Preis retten wollen - und scheitern müssen. Modelle erstellen, Dinge schaffen/kreieren, den Leuten nur geben, was sie unbedingt brauchen, um voran zu kommen... passt fast zu gut.
Ich finde, man kann sich trotzdem vorstellen, dass der alte Mann innerhalb der Story auch irgendwer (z.B. ein superstarker Magier / Ex-Prophet) gewesen ist, sonst dekonstruiert sich die Spielwelt doch selbst(?)
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