Geruch von Regen

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Metanoeite
Schwarzer Wächter
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Es ist gerade 2:25 Uhr.
Seit Tagen haben wir fast sommerliche Temperaturen.
Ich kann es nicht lassen, mitten in der Nacht durch die Dunkelheit zu rennen. Es regnet. Es ist warm. Es ist so ein merkwürdiges Gefühl. Der Geruch von Regen, nach dem es trocken und warm war. Ein Hauch von Nostalgie. Wer kennt das noch? Fühle mich gerade ganz "bei mir". Wie das kleine Kind das einst durch bunte sommerliche Wälter gerannt ist.

Ich darf und muss die schrägsten Dinger machen und habe die verrücktesten Sachen erlebt, den Himmel auf Erden geholt und bin durch die Hölle gegangen, aber dieses simple Erlebnis ist irgendwie ganz besonders.
Blöd nur, dass dieses "bei mir sein" so diffus ist, nicht zielgerichtet...Eher so ein unbeständiges, flüchtiges, sich veränderndes waberndes unterschwelliges Erlebnis ... Das, sobald ich glaube es konkret gefasst haben doch wieder entweicht in das graue Unfassbare....
Aus den Händen gleitet wie schmelzendes Eis...
Diese Konstante, der feste innere Kern, ist vielleicht nur ein Mythos.
Wer wir sind, wer ich bin, ändert sich im Laufe der Zeit. Ich bin die Summe meiner Ängste, meiner Träume und Ansichten, meiner Gewohnheiten und Ideen, meiner Meinungen und Gefühle...Und die ändern sich eben im Laufe des Lebens.

Ich brauch mal wieder eine Skypekonfi mit Gott, Peter Zwegat und Dr. House, um die Gesamtsituation zu besprechen...
Aber zuvor muss ich meinen Großstadtgarten auf meiner Fensterbank gießen.
greenlight
Enderal Betatester
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Eliath
Eliath
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Interessant - ein Literaturthread?
Der Geruch von Regen ist tatsächlich sehr markant, und er erinnert mich an den Kleingarten, wo ich früher viel gespielt habe.


Hier mal was altes von mir (noch aus Schulzeiten O_o)

Gegenüber sitzt eine ältere Dame, sie holt etwas Gebäck hervor. Dunkelbraun und vom Zucker glitzernd, scheint es duch das gedämpfte Licht. Eine etwas unregelmäßige, matte Zuckerschicht, mit Tropfen und Vorwölbungen, intakten sowie zerplatzen Bläschen scheint gerade eben noch über das Süße geflossen zu sein.
Die Dame bricht ein Stück ab.
Kleine Bröckchen sind nicht ganz gleichmäßig im Inneren verteilt, sie werden für den Essenden nicht unerwartet sein. Erst auf den zweiten Blick fällt die ungewöhlich dicke Zuckerschicht auf, von außen nicht sichtbar. Scheinbar wurde das Stück doppelt übergossen, ungewöhnlich.
Die Dame beißt ab.
Ihr faltiges Gesicht verbirgt nichts, jedes bisschen erfreut sie in höchstem Maße. Zufrieden legt sie den Rest in ihre Tasche zurück, sorgfältig eingepackt. Langsam und träge erhebt sie sich, verlässt den Ort. Der Kaffee wird kalt.
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